Karneval in Rheinbreitbach: Die Narren locken den Frühling hervor

Karneval in Rheinbreitbach : Die Narren locken den Frühling hervor

Rheinbeitbach verwandelt sich beim Zoch in eine bunte Welt mit Märchenfiguren. Mit dabei sind emsige Bienchen und Eisköniginnen.

„Mit Konfetti im Hätze fiere mer Fastelovend“, lautete das Motto der Rheinbreitbacher Kinderprinzessin, Leni I. „aus dem Hause Morsbach“. Das bedeutet aber nicht, dass sie es beim Karnevalszug am Sonntag dem Wind überlassen hätte, nur kleine, bunte Papierschnitzel von ihrem Prunkwagen über das jecke Völkchen an den Rändern des Zugweges wehen zu lassen. Unablässig schaufelte die Zehnjährige mit ihren gleichaltrigen Pagen, Lara Brockhagen und Suzanne Marie Ramershoven, jede Menge Kamelle, Fruchtgummi und Mini-Schokolädcher aus ihrer Karosse. Auf der hatte sie ab 15.11 Uhr hoch oben im Ort am Sportplatz die übrigen Motivwagen und Fußgruppen an sich vorbeiziehen lassen.

Wie etwa die fleißigen Obst- und Gartenbauer, die angesichts der frühlingshaften Temperaturen als emsige Bienchen hinter den Weckmöhnen hersummten und Blütennektar suchten. Ganz im Gegensatz zu den Sporteck-Mädels. Die hatten sich in Eisköniginnen mit einer Riesenschneeflocke auf dem Rücken verwandelt, denen zwei Schneemänner von ihrem Handwagen aus einer Kanone Kunstschnee zubliesen. „Is dat niet herrlich, wenn de Engelchen in Breitbach Fastelovend fiere“, schwärmte Frings, der mit zwei weiteren seiner Asse, Bernd Tietz und Jupp Schneider, sowie mit Jung-Joker Ferdinand Eberweiser am Pfarrplatz den Zoch kommentierte.

Im Bademantel durch den Ort

Mit den „Engelche“ könnte er auch die Maria-Madgalena-Kinder gemeint haben, die als Zwerge, Zauberer und Hexen sowie als Froschkönig und Prinzessin, Wolf und Rotkäppchen durch die Straßen streiften. Fröhlich verkündeten sie: „Im Märchenwald, da is wat loss!“, während sich ihre „Sonnenschein“-Kollegen rund um Meister Eders Schreinerei in niedliche Pumuckel-Kobolde verwandelt hatten.

Märchenhaft auch die Breitbacher Rotte als rot-weiß gestreifte Einhörner, während sich die Junggesellen in Stadtaffen verwandelt hatten, denen Black-Pearl-Piraten aus der Südsee auf dem Fuße folgten. Gar nicht heiß genug war es offensichtlich auch den Sportlern. In weiße Bademäntel gehüllt, benannten sie ihren SVR dem kleinen Bast-Dampfbad entsprechend in Saunaverein Rheinbreitbach um. Kritische Töne kamen wie immer vom Bürgerverein. Dessen Indianer fragten sich mit ihrem verzweifelt einen Nachfolger suchenden Vorsitzenden Frank Scheika: „Der letzte Häuptling?“ Da kann man ihnen nur mit rheinischer Gelassenheit zurufen: „Et kütt, wie et kütt, und et is noch immer jood jejange.“ So wie der Zoch, der sich nach über einer Stunde an der Hans-Dahmen-Halle auflöste.

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