„Kumm, loss mer fiere“: Bad Neuenahr-Ahrweiler lud zum 50. zum kölscher Abend

„Kumm, loss mer fiere“ : Bad Neuenahr-Ahrweiler lud zum 50. zum kölscher Abend

Tausende Besucher feiern 50 Jahre Bad Neuenahr-Ahrweiler mit einem kölschen Open-Air-Abend im Kurpark. Zum 50. Geburtstag der Stadt mit dem Bindestrich fand eine Fest-Trilogie im Kurpark statt.

Zum Start in das Stadtjubiläums-Wochenende standen schon einige berühmte Namen auf dem Programm im Bad Neuenahrer Kurpark. Die erstklassigen kölschen Bands wurden von einer riesigen Menschenmasse bei sommerlichen Temperaturen gefeiert. Es wurde ausgiebig getanzt, geschunkelt, geklatscht und gesungen. Bis spät in die Nacht herrschte im Kurpark ausgelassene Feierstimmung. Auf der Kurgartenbrücke empfängt die Besucher ein Holzschild mit der Aufschrift „Bitte Ruhe! Heilbad!“. Von dieser heilenden Ruhe wurde jedoch am Samstag mit gutem Grund abgesehen. Zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Bindestrich-Stadt durfte es auch bis in die Nacht hinein ordentlich laut sein.

„Jeckediz“ aus der Kreisstadt machten den umjubelten Anfang mit Coversongs, aber auch eigenen Melodien. So feierte „Alles es hück am danze“ seine Premiere, womit die fünf Jungs von der Ahr eine passende Überschrift über den ganzen Abend setzten. Ohne Zugabe ließen die Festgäste ihre Band natürlich nicht von der Bühne und so wurde im großen Chor „Leev Marie“ von den Paveiern geschmettert.

Mit Blick auf die eingeladenen Bands betonte Bürgermeister Guido Orthen in seinem Grußwort: „Wir sind stolze Ahrtaler, aber wir sind mit gleichem Stolz Rheinländer.“ Er wünschte den allein 3000 Gästen aus dem Stadtgebiet und den Hunderten weiteren Besuchern „einen tollen Kölschabend“ und räumte die Bühne für den ersten Act aus der Domstadt.

Die „Klüngelköpp“ nahmen die Zuhörer zunächst mit auf eine luftige Reise mit dem Heißluftballon in „Wo die Stääne sin“. Das Publikum brauchte keine Zeit zum Warmwerden und sang direkt aus voller Kehle mit. „Ihr seid ein Wahnsinns Chor“, zeigte sich Frontmann Frank Reudenbach begeistert. Ein besonderer Höhepunkt war „Us kölschem Holz“. Nicht nur, dass Saxofonist Mike Siegmund seine ganze Lungenkraft in sein Instrument legte, sondern mittendrin wurde die Bühne zu einer großen Perkussionplattform. Extra-Trommeln wurden aufgestellt und es entstand ein Klangerlebnis, wie man es von „Stomp“ oder der „Blue Man Group“ her kennt. Zu „1000 Nächte“ regnete es Konfetti auf die Zuschauer herab.

Mit etwas Verspätung und anfangs technischen Problemen eroberten „Cat Ballou“ die Bühne. Auf dem vorangegangenen Konzert hatte ein Keyboard den Geist aufgegeben. Dem Publikum, das sich gegen die Bühnenschranke drängte, waren solche Umstände egal. Direkt der erste Song „Immer immer widder“ wurde begeistert gefeiert. Schlagzeuger Hannes Feder legte auch einmal ein Solo hin und ließ damit ein Liveerlebnis entstehen, das keine Platte bieten kann.

Als die Dämmerung über dem Kurpark hereingebrochen war, stand der Höhepunkt auf dem Programm. Auch wenn die „Bläck Fööss“ seit 2017 verjüngt auf Tour gehen, so stehen doch die ganzen Klassiker immer noch ganz oben auf dem Programm. „Drink doch ene met“ mit seinen traditionellen Publikumsantworten darf da natürlich nicht fehlen. Zu „Dat Wasser vun Kölle“ verwandelte sich die Besuchermenge erneut in einen riesigen kölschen Chor. Erst tief in der Nacht fand der Kurpark wieder zu seiner eigentlich Ruhe zurück.