Tour-Kolumne von Christian Knees: Das erwartet die Fahrer der Tour de France jetzt

Tour-Kolumne von Christian Knees : Das erwartet die Fahrer der Tour de France jetzt

Auf die Fahrer der Tour de France warten nun richtige Berge. An diesem Wochenende müssen sie den legendären Col du Tourmalet bezwingen und bis auf 2000 Höhenmeter emporklettern.

Hallo Berge. Endlich geht es so richtig in die Höhe. Spätestens jetzt muss jeder Fahrer zeigen, was er wirklich drauf hat. Das Pokern hat ein Ende. Wir haben auf 117,5 Kilometern Strecke den Col du Soulor mit einem zwölf Kilometer langen Anstieg sowie am Ende der Etappe den Tourmalet, bei dem es 19 Kilometer bergauf geht. Es ist trotzdem eine kurze Etappe. Da die Berge erst in der zweiten Etappenhälfte kommen, sollten sich die Sprinter und die nicht so guten Bergfahrer aber keine Sorgen um die Karenzzeit machen.

Ich selber habe gute Erinnerungen an den Tourmalet. Das letzte Mal 2012, als ich dort hoch musste, war es der erste Berg auf der Etappe. Ich hatte super Beine und konnte den ganzen Berg das Tempo im Feld für Bradley Wiggins fahren. Das ist natürlich ein tolles Gefühl, an so einer Legende von Berg das Tempo im Feld bestimmen zu können.

Aber heute wird es anders sein: Der Tourmalet ist der finale Berg der Etappe, und ich erwarte ein Feuerwerk von denjenigen, die die vergangenen Tage etwas Zeit verloren haben und jetzt wieder aufholen müssen – wie etwa Thibaut Pinot und Richie Porte.

Aus deutscher Sicht ist Emanuel Buchmann bis jetzt ein klasse Rennen gefahren – unscheinbar, aber immer vorne mit dabei. Es wäre natürlich toll, wenn er seine Platzierung halten kann – und wer weiß, vielleicht überrascht er uns ja noch weiter, und das Podium kommt für ihn in Reichweite. Auch wenn er nicht mein Teamkollege ist, würde ich mich natürlich darüber freuen.

Der Rheinbacher Radprofi Christian Knees kommentiert in seinen GA-Kolumnen das aktuelle Geschehen bei der Tour de France. Dabei gibt der 38-Jährige vom Team Ineos Einschätzungen zum Abschneiden der Top-Favoriten sowie der deutschen Fahrer ab und beschreibt, worauf es bei den Etappen ankommt.