1. Incoming

Narren unterwegs: In der Voreifel und im Vorgebirge sind die Jecken auf der Straße

Narren unterwegs : In der Voreifel und im Vorgebirge sind die Jecken auf der Straße

Rosenmontag sollte in diesem Jahr ein ganz normaler Arbeitstag werden. Vielerorts zog es die echten Karnevalisten aber dennoch nach draußen. Der Pandemie und dem Regen trotzten sie in Altendorf-Ersdorf und Wormersdorf.

Rosenmontag ist nicht bloß irgendein Tag im Kalender. Rosenmontag ist einer der höchsten Feiertage für alle Jecken. Den einfach ausfallen lassen? Undenkbar. Das schaffte nicht einmal die Corona-Pandemie. Für die Jecken hieß das vielmehr, Flexibilität zu zeigen. Dass sie darin Spitze sind, stellten die Wormersdorfer am Montag unter Beweis.

Wenn schon kein Karnevalszug, dann wenigstens ein Karnevalsspaziergang, sagten sich die Aktiven. Und machten sich in einer kleinen Gruppe mit Abstand auf einen Mini-Rundgang durchs Dorf. Für die Musik aus Lautsprechern sorgte das karnevalistische Urgestein aus dem „Land der Liebe“, Heinz Josef Trimborn, auf seinem Elektroroller.

Der war zugleich der einzige Mottowagen, auf dem die Karnevalisten verkündeten: „D’r Zoch kütt! Mir fiere Fastelovend im Land der Liebe mit Abstand! Alaaf 2021“. Am Dorfplatz erwartete sie ein einsamer Clown, festgebunden am Baum, der auf einem Schild mit einigen bunten Luftballons ebenfalls das Wormersdorfer Motto verkündete. Für ein wenig Karnevalsstimmung bei den Anwohnern sorgten außerdem Musiker des Fanfarencorps mit einigen live gespielten Stücken – natürlich ebenfalls mit dem angemessenen Abstand zwischen den Bläsern.

Mini-Zoch mit einem Wagen

Unterwegs waren die Aktiven auch in Meckenheim. Sie wollten die Jecken in Altendorf-Ersdorf nicht der Tristesse eines Karnevals ganz ohne Kostüme und Musik überlassen und starteten deshalb einen Mini-Zoch. Kurzerhand hatten sie das Auto von Ferdi Hilberath gechartert und mit Witz und Einfallsreichtum entsprechend dekoriert. So hieß es vorne auf dem Fahrzeug: „De Zoch kütt!“ – und kaum war es vorbeigefahren, war hinten schon zu lesen: „Dat wor hä!“ Die Jugend des Ortes durfte schon am Samstag feiern. Da ließen die Altendorf-Ersdorfer Sebastianusschützen eine Online-Party steigen.

Vor allem an die älteren Mitbürger hatte dagegen der Ortsausschuss in Niederdrees gedacht: Drei Clowns überraschten sie mit Bildern, Konfetti und Quarkbällchen.

Zu einer karnevalistischen Spendenübergabe hatte Ingo Pieper, Inhaber der Hemmericher Gastwirt­schaft „Beim Piepsch“ in Bornheim eingeladen: Claudia Stentenbach vom Kinderhospiz Köln bekam einen Scheck über 1080 Euro, überreicht von Kindern der Kölsch AG der Markus-Schule-Rösberg. Eine Spende in gleicher Höhe geht an den Verein Kinderherzen Bonn.