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Beuel: Stadt lässt Beueler Bütt sanieren

Beuel : Stadt lässt Beueler Bütt sanieren

Vorzeitiger Abriss des Hallenbads aufgrund von erheblichen Schäden ist vorerst vom Tisch

Der vorzeitige Abriss des Hallenbads Beueler Bütt scheint vom Tisch. Die Stadt Bonn plant derzeit eine Sanierung des Gebäudes an der Goetheallee aufgrund von aktuellen Gutachten. Das teilte die Stadt auf Anfrage des GA mit.

Wie berichtet, hatten Schäden am Mehrzweckbecken eine Nutzung für Vereine und Freizeitschwimmer – unabhängig von aktuellen Restriktionen aufgrund der Pandemie – aussichtslos erscheinen lassen. Die Schäden sollen nun behoben werden. Einen Abriss des Hallenbads wird es dennoch bis spätestens 2030 geben. Grundlage hierfür ist ein Beschluss der Bezirksvertretung Beuel von vergangenem Jahr (der GA berichtete). Das Gebäude soll abgerissen und das Gelände für einen geförderten Wohnungsbau genutzt werden. Stattdessen könnte ein Kombibad auf dem Gelände des Ennertbads in Pützchen entstehen.

Gutachten sind angefertigt, jetzt soll ein Sanierungskonzept erstellt werden

Anfang Juni war bekannt geworden, dass die Beckenrampe am Mehrzweckbecken in der Beueler Bütt nicht mehr standsicher ist. Das beauftragte Ingenieurbüro empfahl daraufhin, den Betrieb des Mehrzweckbeckens zu untersagen. Seitdem habe die Stadt Untersuchungen im Schwimmbad durchführen lassen, teilte Markus Schmitz vom Presseamt der Stadt auf GA-Anfrage mit. Alle Untersuchungen in der Beueler Bütt seien mittlerweile abgeschlossen und entsprechende Gutachten angefertigt. Auf dieser Grundlage werde zurzeit ein Sanierungskonzept erstellt, so Schmitz.

Zur Höhe der Sanierungskosten und Terminen werde die Stadt anschließend konkrete Informationen geben. Und: „Erst nach Fertigstellung dieses Konzeptes können Aussagen zum weiteren Vorgehen gemacht werden, welches dann natürlich auch den politischen Gremien vorgestellt wird“, teilte Schmitz weiter mit.

Das Schwimmbecken hat Risse

Wie die Stadt Ende Mai mitgeteilt hatte, waren während der Schließzeit der Beueler Bütt inmitten der Pandemie Untersuchungen am Beton durchgeführt worden. Der Grund dafür waren Risse und aus dem Becken austretendes Wasser. Bei der Untersuchung sei festgestellt worden, dass das mittlere Feld der Beckenrampe als nicht mehr – beziehungsweise nicht mehr ausreichend – standsicher eingestuft werden müsse. Als Konsequenz aus der Untersuchung am Mehrzweckbecken sei das Wasser abgelassen worden, um die Beckenrampe zu entlasten. Das Becken sei zudem abgestützt worden.

Darüber hinaus fanden einer früheren Mitteilung der Stadt zufolge Untersuchungen an der Deckenoberseite des Hallenbads statt. Mit einem Ergebnis der Fachplaner und einem entsprechenden Konzept zur erforderlichen Instandsetzung der Decke sowie der Beckenabdichtung hatte die Stadt zunächst für Juni gerechnet.

Die Beueler Bütt ist seit 2018 geschlossen

Bereits 2018 hatte die Stadt die Beueler Bütt aufgrund von dringenden Reparaturen etwa an den Becken, der Technik, und dem Dach für längere Zeit schließen müssen. Im Zuge einer Schätzung der Kosten für eine Sanierung der städtischen Hallenbäder hatte die Stadtverwaltung für die Beueler Bütt eine Summe von etwa elf Millionen Euro genannt. Dieser Betrag floss letztlich nicht in die Sanierung, sondern ein Teil davon. Der Grund waren höhere Kosten für die Sanierung des Hardtbergbads als zunächst veranschlagt.

Noch Anfang 2019 hatte die Stadt beispielsweise eine lange Reparaturliste zur Sanierung der Beueler Bütt abgearbeitet. So hatten Arbeiter mit einem Kran eine Stahlkonstruktion auf das Flachdach des Hallenbades gehoben, mit deren Hilfe eine neue Lüftung auf dem Dach der Beueler Bütt befestigt werden sollte.

Anders als beispielsweise das Frankenbad in der Nordstadt spielt die Beueler Bütt im Bäderkonzept der Stadt keine Rolle mehr. Im Juni 2020 hatte sich in der Bezirksvertretung Beuel die damalige Mehrheitskoalition aus CDU, SPD und FDP nach langer Diskussion gegen die Stimmen von Grünen, Bürgerbund und Die Linke für den Bau eines Kombibads auf dem Gelände des Ennertbads in Pützchen ausgesprochen – nach Abriss der Beueler Bütt. Dies soll ein Teil der Gesamtplanung zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft sein.