Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Gesamtdeutscher Karneval soll nationales Brauchtum werden

BONN. Eine gute Nachricht für Karnevalisten im ganzen Land: Nachdem der rheinische Karneval die Pappnase vorn hatte, soll nun auch der gesamtdeutsche Karneval als nationales Brauchtum ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden.

Damit befindet sich die Narretei endgültig in bester Gesellschaft. Arm in Arm mit der deutschen Brotkultur schunkelnd, Stippeföttche mit Handwerksgesellen auf der Walz oder im Verein mit dem Chorgesang. Insgesamt 34 Mitglieder zählt die Liste dessen, was das deutsche Brauchtum ausmacht.

Oder vielleicht eher ausgemacht hat?! Vom Köhlerhandwerk bis zur Falknerei, von den Passionsspielen bis zur Morsetelegrafie. Nun also auch der Karneval, das rheinische Brauchtum par excellence.

Und wer hat's empfohlen? Die Bonner - in Gestalt der zuständigen Expertenkommission bei der deutschen Unesco. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung aus Berlin, wo am Donnerstag die Kultusminister der Länder tagen. Hoffentlich verstehen sie Spaß - und damit den "Brauchtumskomplex Karneval, Fasching und Fastnacht", wie es staatstragend auf der Tagesordnung heißt.

"Quasi ein Ritterschlag", freute sich der Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK), Klaus-Ludwig Fess, schon mal im Sinne der 2,6 Millionen Mitglieder und mehr als 5200 Karnevalsgesellschaften vor. Und so werden auch die Jecken an Saar und Neckar, was der Rheinländer nach Ansicht von Köbes Underground schon immer ist, nämlich Naturkarnevalist. Wegen dem Brauchtum.