An der Mittelahr geht's rund: Altenburger Zug trotzt mit „Müllemer Böötche“ dem Wetter

An der Mittelahr geht's rund : Altenburger Zug trotzt mit „Müllemer Böötche“ dem Wetter

Von Sturmböen und Regen lassen sich die „Aleburje Breiede“ nicht abschrecken. Zum Finale kommt das Altenahrer Kinderdreigestirn.

Dicke Jacke über dem Lappenkostüm und Regencapes für die Tanzmariechen waren zwar am Rosenmontagszug durch Altenburg Pflicht, aber Petrus hatte nach anfänglichen Sturmböen schließlich doch ein Erbarmen mit den Jecken. „Wir hatten richtig Probleme, unseren Wagen hier hin zu bringen“, berichtete die Altenahrer Möhne Beate Herrig, doch pünktlich zum Zugstart wichen die dunklen Wolken einem grauen Schleier, aus dem es nur hin und wieder tröpfelte. Den Anfang machte die Altenahrer Fußgruppe um Uwe Lehmann. Verkleidet als „Schokobons“ geizten sie nicht mit Kamellen. Das Blasorchester Altenahr unter dem Dirigat von Heike Plattner stimmte dem Wetter entsprechend das „Müllemer Böötche“ und den Kasalla-Hit „Pirate“ an.

Die Altenburger Möhnen frönten in Wikinger-Kostümen dem nordischen Altertum und die Fußgruppe um Bernd Gasper nahm den Brexit als Anlass, in „Aleburch“ um Asyl zu bitten: „Vom Brexit heimgesucht, sind wir auf der Flucht.“ Dicht gedrängt standen die Kleinsten des „Kindermitmachkarnevals“ auf ihrem Wagen und füllten mit jecker Freude die großen Taschen der Zuggäste. Auf dem Wagen des JGV Altenburg prangte zum 100. Geburtstag ein liebevoller Nachbau der Maternus-Kapelle. Als Zwei-Mann-Torte und Törtchen verkleidet, versorgten die „Remisenhutscher“ die Jecken nicht nur mit Strüssjer, sondern bereiteten den Weg für die Altenahrer Möhnen, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiern. Oktoberfest-Flair versprühte der Wagen des JGV Kreuzberg unter dem Motto „Bauer sucht Frau“. Markus und Peter Herrig konnten als „Feinstaub Einsatz Kommando“ mit ihren Staubsaugern zwar nichts gegen die grauen Wolke unternehmen, aber am Luftkurort-Image weiter arbeiten.

Mit Comics auf dem Wagen gingen die Damen der „Böllerschützen“ als Batman und die Männer als Gegenspieler Joker. Es folgte der „Altenahrer Gaudiexpress: Cordula Grün“ des JGV Altenahr. Als Zirkusdirektor, Pantomime und Tiere verkleidet lief die Nachbarschaftsgruppe „Am Horn“ unter dem Motto „Kulturstraße: Tagsüber Zirkus, abends Theater“. Untergehakt hüpfte sich die Damengarde warm. In Ermangelung einer eigenen Tollität, machte das Kinderdreigestirn aus Altenahr auf dem Festwagen der „Breiede“ den glanzvollen Abschluss des jecken Lindwurms, der sein Ziel in der trockenen Aula der Ahrtalschule fand.

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