Umzug in Ringen: Bei den Wendböggele geht's Karneval auch ohne Tollität rund

Umzug in Ringen : Bei den Wendböggele geht's Karneval auch ohne Tollität rund

Zum Zug durch Ringen kommt Verstärkung aus der gesamten Grafschaft. Junggesellen sind mit starken Truppen dabei.

Karneval ohne Tollität? Das geht auch. Die Ringener haben es beim Karnevalszug am Sonntag vorgemacht, und die Jecken am Straßenrand haben aus Leibeskräften „Alaaf“ gerufen und sich nach den Kamelle gebückt, die in der Zentrale der Gummibärchen reichlich auf die Straße prasselten. Ein schönes Bild gaben die Garden der Wendböggele, sie hatten Verstärkung von den Garden der KG Grün-Gelb Fritzdorf, der Hetzbröde Adendorf, der Garde der Fidelen Möhnen Birresdorf.

Ist Ringen, ist die Grafschaft wohl Stadt oder Land? Als adrette, nette Bienchen lockten die jungen Möhnen Bölingen in ihr Dorf. Die „Bezauberten Hexen“ und der Junggesellenverein Bölingen hatten sich als Schafherde auf den Weg gemacht. Auch ein verkleideter Wolf wurde gesichtet. „Nur Beton und Häuser sind nicht schön, wir wollen grüne Wiesen sehn“, hieß es vom Freundschaftskreis „Ringener Zoo“. „Unsere Insekten leben wie Maden im Speck“, gab eine Gemeindemannschaft kund und verteilte Blumensamen. Weiter war zu lesen: „Fabriken, Outlet, viele Straßen, Schafe wollen lieber Rasen.“

Der Blick in die weite Welt mit Eiffelturm, Rio, Schottland mag ja ganz schön sein, aber die Bölinger Möhnen bewiesen Nationalstolz: „Jecken us der janzen Welt in Bölingen der Zoch gefällt“, hatten sie an ihr hohes Gefährt geschrieben. Obermöhn Dorothea Krämer führte eine Gruppe bunter Afrikanerinnen an, die sich sichtlich im Dorf wohlfühlten. Die Fidelen Möhnen Birresdorf gaben sich die Ehre.

Als feurige Brasilianerinnen heizten die Mitglieder des Männerballetts „Ringener Perlen“ ordentlich ein. „Wir maache wigger, kum erin, maach mit“, warben sie um Mitglieder.

Jung- und Altgesellen waren unterwegs, der JGV Oeverich im Hopfenrausch, die Altgesellen Bölingen auf dem Wagen, der JGV Gemütlichkeit Nierendorf trinkfreudig im nicht näher einsehbaren Dschungelcamp mit Bierflaschen in den Blumenkästen, die Altgesellen Ringen-Beller hatten sich wie Gentlemen feingemacht. „Wir gehen als unser eigenes Logo“, erklärten die Herren in Schwarz. Die Ringener Junggesellen gingen in Rot und mit Masken, die das närrische Volk das Gruseln lehrten.

Bad-Enten vom Sanitärunternehmen waren unterwegs und schwangen ihre Pömpel. Und ganz am Ende des Zugs, die Straßenkehrmaschinen der Gemeinde knapp auf den Fersen, schwamm das KG-Schiff der Wendböggele durch die begeisterte Menschenmenge. Für Musik sorgten der Musikverein Karweiler, das Tambourcorps Lantesche als exotische Tiere und der Musikverein Karweiler.