70 Jahre Altenahrer Möhnen: Die Altenahrer Möhnen lieben es kunterbunt

70 Jahre Altenahrer Möhnen : Die Altenahrer Möhnen lieben es kunterbunt

Einen farbenfrohen Karnevalsumzug hat Altenahr erlebt. Der Weinort am Fuß der Burg Are verzeichnete bei frühlingshaften Temperaturen Rekordbeteiligung am Zoch.

„Seit 70 Jahren geht es rund, wir Möhnen lieben es kunterbunt.“ Mit diesem Jubiläums-Motto war die Marschrichtung des Altenahrer Umzuges, der sich am Roßberg in Bewegung setzte, klar vorgegeben. Den 25 Damen um Obermöhn Magret Theisen zuliebe brachten sich viele Altenahrer und Altenburger ein, so dass Zugkommentator Frank Linnarz vom Balkon des Rathauses stolz verkündete: Rekordbeteiligung bei frühlingshaften 17 Grad.

Bunt war auch das Bild am Straßenrand am Fuß der Burg Are, denn auch das nach Kamelle rufende Jeckenvolk hatte sich farbenfroh kostümiert. Verbandsbürgermeister Achim Haag trug seinen abgeschnittenen Schlips stolz als Orden, für ihn war es der letzte Möhnenumzug in seiner offiziellen Funktion.

Nach Jahren der jecken Abstinenz verkündete „de orijinal Schwellkopp“: „De Zoch kütt“. Die Remisenhutscher gratulierten im rosa XXL-Format: „Ohne viele Worte und Wörtchen gratulieren Torte und Törtchen.“

Strüsjer und Süßes „en masse“ brachten zwei Damen unters Volk, die 183 Jahre Erfahrung als Möhne ins Spiel brachten und Gründungsmitglieder sind: Anneliese Fuhrmann (91) winkte aus dem Cabrio als Prinzessin von 1949 und Lotte Linnarz (92) bekam den Orden, den es übrigens dieses Jahr zum ersten Mal gab, für sieben Jahrzehnte Mitgliedschaft. Die Schüttes-Frauen, das sind die aus der Weinbergstraße, machten auf „Rockabilly“ und 1950er-Jahre-Party.

Nicht wegzudenken ist der Festwagen der KG Karnevalsfreunde mit dem Kinderdreigestirn Prinz Jonas I., Jungfrau Thilda I, und Bauer Tim I.. In den rot-weißen Farben der Möhnen kamen die „Familienunternehmerinnen“ als Leuchttürme den Berg herab: „Wo die Ahr übers Ufer tritt, weisen euch die Leuchttürme den richtigen Schritt.“ Ob die Gruppe Herrig um Papa Peter und Sohn Markus als FEK (Feinstaub Einsatz Kommando) im Einsatz war, weil der Weiberdonnerstag auch schmutziger Donnerstag heißt?

Auf jeden Fall sorgten sie mit dem Feinstaubsauger im „Luftkurort“ Altenahr für saubere Luft. Wer trotzdem „Kopp-Ping“ fürchtete, für den hatten die Western-Ladys der Burgapotheke das richtige flüssige Medikament dabei. Die Gruppe Roxi Baggeler schmolz als leckere Schokobons im Mund, nicht in der Hand. Der Junggesellenverein Altenburg schreibt in seinem Jahr des 100-jährigen Bestehens Brauchtumspflege groß. Die Draufgänger des Gaudi-Express', die Altenahrer Jungmänner, werden nächstes Jahr 200 Jahre jung. Nach dem Zug ging's für die Frauen ins Hauptquartier „Zur Post“, Linnarz versäumte es nicht, auf die große Saalsitzung am Freitag ab 19.11 Uhr hinzuweisen.