Zur "Stadt am Rhing" leuchten Feuerzeuge auf

Zur "Stadt am Rhing" leuchten Feuerzeuge auf

In der Bütt des Rheinhallen-Foyers geben sich die jecken Asse die Klinke in die Hand

Remagen. "E Hätz für Remagen" bewiesen die "Freunde der fünf Jahreszeiten" am Samstagabend, denn getreu ihrem Sessionsmotto hatten die Karnevalisten für ihre Sitzung im Foyer der Rheinhalle vor allem Remagener Größen engagiert.

Diese teilten dann zwar den einen oder anderen nett gemeinten Seitenhieb ans Publikum aus, sorgten aber gerade dadurch für ausgiebiges Gelächter und beste Stimmung. Zum Auftakt marschierten die Remagener Stadtsoldaten in den ausverkauften Saal ein.

Nachdem der Nachwuchs mit seinen Tänzen begeistert hatte, legten die Großen um Kommandant Martin Tillmann mit flotter Karnevalsmusik so richtig los.

Jede Menge Betrieb herrschte an diesem Abend in der Bütt: Als "wat fürs Gemüt" kündigte Moderator Rolf Plewa den "Kölschen Köbes" Axel Bergow an, der so mancherlei Anekdote aus der Kneipe zu berichten wusste.

Ein mindestens ebenso aufregendes Leben führt Rainer Roos, im wahren Leben wie im Karneval als Polizist unterwegs. Er erzählte den amüsierten Zuschauern unter anderem von Fahrzeugkontrollen, bei denen der genervte Fahrer auf die Frage nach Restalkohol nur antwortete: "Immer diese Bettelei am frühen Morgen."

Nicht fehlen durften bei der Ur-Remagener Sitzung natürlich die Stadtschreiber alias Rolf Plewa, Ebi Keiner, Willi Backhausen und Manfred Hopfeld. "Ein bisschen Politik muss sein", meinten sie und sangen von der Bürgermeisterwahl in der Römerstadt und dem "Tag, als Georgi kam".

Ihr Programm unterbrachen sie für Marc Metzger, dem die Schneeglätte auf seiner Tour von Sitzung zu Sitzung reichlich Verspätung beschert hatte. Mit Regenjacke und Schutzhelm erschien er im Rheinhallenfoyer und brachte das Publikum mit seinem Erlebnisbericht vom Zeltaufbau zum Lachen.

"Echte Profis für zum Zelten, die findet man nur ganz, ganz selten", erklärte er. Seltsam also, dass in seiner Nachbarschaft gleich eine ganze Horde von Experten wohnte, die ihm mit Einbauschränken und sonstigem Blödsinn zur Hand gehen wollten. Die Zuschauer tobten vor Vergnügen und forderten mit ohrenbetäubendem Pfeifen eine Zugabe, die Metzger trotz Termindruck auch gewährte.

Den Schlusspunkt in der Bütt setzte schließlich Stefan Voigt, der als "Eifeler Bauer" wieder spannende Anekdoten aus der nahen Umgebung mitgebracht hatte. Obwohl alte Bekannte in der Römerstadt, standen die Sänger vom Männerchor Remagen am Samstag zum ersten Mal auf der karnevalistischen Bühne.

Ihre rote Uniform hatten sie gegen lustige Clownsjacken eingetauscht, und mit Liedern vom Rhein brachten sie die Jecken im Saal ins Schunkeln. Zur Hymne auf die Heimatstadt "Remagen, herrlich Stadt am Rhing" leuchteten dann auch die ersten Feuerzeuge auf, und das Publikum war sich einig: Der Chor ist eine echte Bereicherung für die fünfte Jahreszeit.

Über eine ganze Menge närrische Erfahrung verfügen dagegen die Tänzer der Gruppe "Top 7", die in diesem Jahr ihr Silberjubiläum feiert. Als Matrosen paddelten sie auf die Bühne, wo sie zu maritimen Liedern umherwirbelten oder sich in luftige Höhen begaben.

Ebenfalls mit ausgefeilten Choreografien begeisterten die "Traumtänzer" aus Bad Bodendorf, das KG-Ballett "Traumschwänchen" und die Gruppe "Konfettis" aus Brohl. Und schon zum dritten Mal beehrte das Funkencorps Leubsdorf die "Freunde der fünf Jahreszeiten".

Mit ihrem Auftritt schafften sie es, die ohnehin schon ausgelassene Stimmung bei den Jecken, zu denen sich im Laufe des Abends auch das Remagener Prinzenpaar gesellt hatte, noch einmal zu steigern. Keine Frage also, dass das närrische Treiben im Foyer bis in die späte Nacht kein Ende fand.