Karnevalszug in Bad Godesberg: Godesberger sind im Karnevalsrausch

Karnevalszug in Bad Godesberg : Godesberger sind im Karnevalsrausch

60.000 ausgelassene Narren erleben in der Bad Godesberger Innenstadt einen Zug mit Hippies, Schlümpfen und jeder Menge Kamelle. Die Stadtsoldaten bringen sogar ihre Pferde mit.

Godesia Dorothée lachte sich kaputt: „Ich habe noch nie so viele Kamelle geworfen“, rief sie vom Prinzenwagen herab und schaffte es doch tatsächlich, mit den Jecken unten am Straßenrand den ein oder anderen Plausch zu halten. Auch wer auf der Seite von Prinz Thomas II. stand, bekam beim Bad Godesberger Karnevalszug am Sonntagnachmittag eine volle Ladung Süßigkeiten ab. „Ich schwebe“, rief der Prinz im Rausch. Mehr als 60 000 Narren – besonders viele am Kinopolis – erlebten einen bunten und vor allem trockenen Tag.

Da hätte sich Gabriele Labadie mit ihrem Mann und den vier Kindern gar nicht vor der GA-Redaktion unterstellen müssen. Doch als Zuckerwatte verkleidet, war die Godesbergerin ein wenig vorsichtig. Schon bald bogen die ersten Prunkwagen um die Ecke: Die Muffendorfer Bergfunken hatten ein Schwimmbad samt Wasserrutsche gebaut und machten im Gegensatz zur Politik Nägel mit Köpfen: Die Kinder sollen künftig in Lannesdorf planschen. Hingucker waren auch der riesige Bulli T1 von Robinson Wellfit mit seiner bunten Hippie-Bemalung und der 8,40 Meter lange Stretch-Käfer vom Team HP Motorsport. Auf einem hupenden Riesentruck ließen es Jason & Brason DC krachen.

Einsatzkräfte bekommen Nudeln mit Tomatensoße

Überhaupt gab es einen Discowagen nach dem anderen, die mit ihren tanzenden Besatzungen durch die Straßen wackelten. Trittsicher waren die drei Pferde bei den Godesberger Stadtsoldaten. „Ich war froh, wieder mitreiten zu können“, sagte Sandra Trostheiden von der Kavallerie.

In der Suppenküche des Roten Kreuzes an der Unterführung Rheinallee dampften derweil Nudeln mit Tomatensoße in großen Töpfen. „Das ist für die Einsatzkräfte“, sagte Inge Roos von der DRK-Verpflegungsgruppe. Uschi Esser, Gardeköchin bei den Fidelen Burggrafen, versorgte das Volk dagegen mit Tütensuppe und tauschte einen ihrer roten Äpfel gegen Chips ein: „Ich habe Hunger“, rief sie laut. Sie hätte mal kurz beim Kamellebomber vorbeigehen sollen, der seinem Namen aller Ehre machte. Überhaupt musste sich kein Kind Sorgen machen, mit leeren Tüten nach Hause zu gehen.

Praktisch: Der Festausschuss Godesberger Karneval hatte am Anfang blaue Stofftaschen verschenkt. Farblich passten die zu den Friesdorfern, die anscheinend nur noch aus Schlümpfen bestehen: Denn sowohl die Spieler des Badmintonvereins als auch die Kleffbotze liefen in dieser Verkleidung rum. Einen farblichen Kontrapunkt setzten die Struwwelpeter der Lustigen Jodesberger Veedelslück mit ihren gelben Perücken. Das Zugleiterteam und die Polizei waren am Ende zufrieden. Alles verlief ohne größere Zwischenfälle, und auch die Drängelgitter am Theaterplatz hatten sich bewährt, so die Bilanz.

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