"Schunkelpitter" feiert Bühnenjubiläum in Bad Honnef

Im 20. Jahr als "Schunkelpitter" unterwegs: Peter Lipka.

Im 20. Jahr als "Schunkelpitter" unterwegs: Peter Lipka.

Luftschlangen, Mädchen in Gardeuniformen. Ja, ist denn jetzt Karneval? Nein, der "Schunkelpitter" feierte im Sankt Anno sein 20-jähriges Bühnenjubiläum mit Freunden und Kollegen. "Me fiere Fastelovend" sang Stimmungssänger Peter Lipka.

Bad Honnef. Luftschlangen, Mädchen in Gardeuniformen. Ja, ist denn jetzt Karneval? Nein, der "Schunkelpitter" feierte im Sankt Anno sein 20-jähriges Bühnenjubiläum mit Freunden und Kollegen. "Me fiere Fastelovend" sang Stimmungssänger Peter Lipka.

Und natürlich feuerte er seine Partygäste zum Schunkeln an: unterhaken mit den Armen, und los. Klappte vorzüglich, denn die Besucher hatten selbst Karneval im Blut. So wie die Männer von der KG "Die Isenburger" aus Köln-Holweide. Und prompt schmückte Vorsitzender Ulrich Kirfel den Jubilar, selbst ein "Isenburger", mit der Vereinsmütze.

Und natürlich war auch das Lied zu hören, mit dem Lipka und seine Bühnenpartnerin Karin Pletz gerade die Hitparaden stürmt. Das Duo "Schunkelpitter und Kölsche Katti" ist die aktuelle Nummer eins der Deutschen Schlagerhitparade im Fernsehen mit dem Titel "Schatzi, schenk mir ein Foto". Das war an diesem Abend nicht nur ein Lied.

Es wurde fotografiert wie verrückt. Sieben Stunden lang nonstop wurde gesungen und geschunkelt. Durchs Programm führte Radiomoderator Ralf Schmoll. Viele Kollegen Lipkas konnte er ankündigen. So etwa Claudia Roland, die dazu einlud, mit ihrem "Hotte Hü" durch den Saal zu "reiten". Der "Schunkelpitter" vorneweg.

Zum seinem Zwanzigsten brachte Schunkelpitter mit seiner "Katti" gleich zwei CDs auf den Markt mit Schlagern und Karnevalstiteln. Das hätte Lipka wohl kaum gedacht, als er noch weit weg vom rheinischen Fasteler in seinem Heimatort Krummesse bei Lübeck lebte. Rosenmontag schwänzte Peter Lipka die Schule, um den närrischen Zug im Fernsehen verfolgen zu können. "Mein großer Schwarm war Marie-Luise Nikuta. Ich kannte alle Lieder auswendig." Mit zwölf kam er nach Niederkassel. Nun hatte er den Karneval vor der Tür.

Als der Chemiearbeiter auf Landwirtschaft umstieg, begann seine Gesangskarriere. Auf seinem Trecker installierte er eine große Musikanlage und sang lauthals mit. 1991 griff er bei einer Veranstaltung in Eitorf zum Mikrofon. Talentsucher Herbert Zimmermann lud ihn in den Gürzenich ein. Von da an sang er nicht mehr nur bei Motorengeheul, sondern eroberte die Kölner Bühnen. Und nun hilft er selbst Nachwuchsleuten, macht Vorstellabende in Holweide und in seinem Wohnort Kircheib. In der nächsten Karnevalssession will der Jubilar auch in Bad Honnef auftreten: bei den Klääv Botz und bei Halt Pol.

Kurz gefragt Peter Lipka, der "Schunkelpitter", feierte sein Bühnenjubiläum in Bad Honnef, wo seine Gesangspartnerin, die "Kölsche Katti", Karin Pletz, lebt. Mit ihr singt er jetzt seit eineinhalb Jahren zusammen. Mit dem "Schunkelpitter" sprach Roswitha Oschmann.

General-Anzeiger: Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Peter Lipka: Nach einem Autounfall vor drei Jahren hatte ich eine Zwangspause. Zu meiner damaligen Band "Schunkelpitter met Fründe" kam die "Kölsche Katti" dazu. Als unsere Gruppe auseinander ging, gründeten wir das Duo. Und unser Erfolg gibt uns Recht.



GA: Wer bei Ihren Liedern nicht schunkelt, ist...?

Lipka: ... nicht gerade ein Karnevalist.



GA: Wann haben Sie zum ersten Mal geschunkelt?

Lipka: 1991, als ich zum ersten Mal auf der Bühne stand.



GA: Und wann wurde aus Peter Lipka der "Schunkelpitter"?

Lipka: Als ich einige Monate später meine erste Schallplatte mit Rheinliedern aufnahm. Das waren Schunkellieder und ich war der Pitter.



GA: Wofür wird ein "Schunkelpitter" mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet?

Lipka: Das erhielt ich für über 300 Benefizveranstaltungen, deren Erlös bedürftigen Kindern, Kindergärten und Familien in Not zugute kam.



GA: Sie helfen auch dem Nachwuchs?

Lipka: Ja, denn es ist schwer, bei großen Karnevalsvereinen ins Programm zu gelangen. Die nehmen meistens nur so bekannte Gruppen wie Brings oder die Bläck Fööss. Dabei gibt es viele unheimlich gute Leute. Bei unseren Vorstellabenden dürfen sie sich präsentieren.



GA: Welche Ziele haben Sie in Ihrem Jubiläumsjahr?

Lipka: Wir treten bundesweit bei vielen Veranstaltungen auf. Auch im Olympiapark in München. Wir sind außerdem in Wien und Luxemburg. Ich werde bei RTL-Spielfilmen mitmachen.