Tollitäten zu Besuch

Fröhliches Gipfeltreffen der Narrenherrscher im General-Anzeiger

Bonn. Die jecken Regenten gaben sich in der Alten Rotation ein Stelldichein: Mehr als 25 Prinzessinnen, Prinzen und Dreigestirne aus Bonn und der Region sangen, tanzten und schunkelten ausgelassen mit Mitarbeitern des General-Anzeigers.

Die Stimmung in der Alten Rotation konnte auch der unerwartet einsetzende Schneefall nicht trüben. Bis Weiberfastnacht und Rosenmontag bleiben den Jecken schließlich noch ein paar Tage, um den Wettergott gnädig zu stimmen. Mehr als 25 Prinzenpaare und Dreigestirne waren am Dienstagnachmittag aus dem gesamten GA-Verbreitungsgebiet zum traditionellen Prinzenempfang des General-Anzeigers nach Dransdorf gekommen. Wie in den Vorjahren bewährt, übernahmen auch dieses Mal Verlegerin Bettina Neusser und Redakteur Holger Willcke die Moderation des Tollitätentreffens und die Vergabe des GA-Ordens.

Wäscherprinzessin Franzi I. erwartet für ihren Rathaussturm an Weiberfastnacht bestes Wetter mit Sonnenschein in Beuel. „Das Einzige, was an Wieverfastelovend regnen soll, sind die Kamelle“, sagte die Prinzessin. Nur, ob ihre Stimme bis dahin noch mitmachen wird, ließ sie offen. „Aber egal, ich werde das Rathaus auch wortlos stürmen“, versprach sie. Obermöhn Ina Harder benötigt für ihr Streitgespräch allerdings Stimme, sie freut sich auf die Konfrontation – in freier Rede – mit dem diesjährigen Promigast Tom Gerhardt.

Narrenkappe für Verleger Hermann Neusser

Zum Dank für sein Engagement im Förderkreis des neuen Konvents der Beueler Weiberfastnacht erhielt Verleger Hermann Neusser von der Wäscherprinzessin die Narrenkappe des Förderkreises. „Es ist mir eine Ehre und Freude, den Beueler Fastelovend zu unterstützen“, sagte Neusser.

Bonna Alexandra III. versprach für ihren Rosenmontagszug – passend zum Motto „Loss mer fiere un studiere“ eine Besonderheit. Die Besucher erwartet am Montag ein „Zoch im Zoch“, eine historische Aufarbeitung der vergangenen Rosenmontagszüge. „Ich wünsche euch noch ganz, ganz tolle Tage. Begeistert eure Jecken“, gab Prinz Dirk I. den anderen Tollitäten für die letzten Tage ihrer Regentschaft mit Zügen und Rathausstürmen mit auf den Weg.

 

Zepter als Glücksbringer

Mit ihrem Zepter hatte Liküra-Prinzessin Mareike I. beim Empfang nicht nur ihre Amtsinsignie dabei, sondern auch einen Glücksbringer. Das Zepter zieren ein Clown, ein rotes Herz und ein Wecker – getreu ihrem Sessionsmotto „Vun Hätze jeck un kunterbunt, mir fiere zesamme zu jeder Stund!“ Das Besondere ist allerdings die Rückseite: Hier haben sich die Bandmitglieder der kölschen Band Kasalla verewigt. Damit das Erinnerungsstück lange hält, ist schon eine Schicht Lack zum Schutz aufgetragen worden.

Indes präsentierte der Siegburger Prinz Michael I. mit seiner Siegburgia Dani I. eine neue Variante des bewährten Bützens. „In Siegburg wird dieses Jahr viermal gebützt – dreimal traditionell und einmal für die Gesundheit“, erklärte Michael I., der Mitglied der Husaren Grün-Weiss Siegburg ist. Aus Aegidienberg kam mit Prinz Peter IV. und Aegidia Franzi I. eines der jüngsten Prinzenpaare dieser Session.

1. Beueler Häärekomitee ist erstmals dabei

Erstmals zog in die Alte Rotation auch ein Dreigestirn des 1. Beueler Häärekomitees ein. Zum 20-jährigen Bestehen hatten die Mitglieder zum ersten Mal ein Dreigestirn aus Prinz Uli I., Jungfrau Stephanie I. und Bauer Günter I. gestellt und wollten eigentlich noch einen Rekord brechen – und die größte Jungfrau stellen. Trotz einer Größe von 2,08 Metern blieb Jungfrau Stephanie I. allerdings nur die zweitgrößte Jungfrau in der Region. Den Titel hat ihr Jungfrau Christin aus Spich mit 2,18 Metern streitig gemacht.

Gegen Abend klangen sogar noch spanische Rhythmen durch die Halle der Alten Rotation, als Prinzessin Janina I. aus Wachtberg-Villip zur Melodie des Sommerhits „Despacito“ die rheinische Variante „Dreimol Alaaf“ anstimmte und den Saal zum Mitschunkeln brachte. Am Ende des Empfangs hatten die Moderatoren nicht nur Geschmeide aus Metall um den Hals hängen, sondern auch einen Orden aus Glas. Prinz Peter I. aus Niederdollendorf überreichte statt eines Ordens „von der Stange“ ein Glas in Stiefelform – natürlich mit dem nötigen Inhalt zum sofortigen Austrinken.

Der Orden lässt sich umfunktionieren

Die Bad Honnefer KG Halt Pol hatte sich für den Orden des Siebengebirgsdreigestirns mit Jungfrau Winni, Bauer Johannes und Prinz Michael II. ebenfalls etwas Besonderes einfallen lassen. Der Orden kann nach der Session zum Anstecker umfunktioniert werden. „Das Dreigestirn kam auf die Idee. Man hat sich zusammengetan und das so entwickelt“, sagte Prinzenführer Dirk Schneider. Auf dem blanken Orden steht dann: „Wegg es hä! Dä Pin“ – aber die Erinnerung bleibt trotzdem.