Schlager meets Karneval: Festzelt wird zur Partymeile in Dransdorf

Schlager meets Karneval : Festzelt wird zur Partymeile in Dransdorf

Karneval und Schlager zu einer großen Party zu verquirlen, zieht seit Jahren mehr und mehr Publikum in das Festzelt der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft auf dem Kettelerplatz. Traditionalisten mögen das ablehnen, aber das Jungvolk findet es gut.

„Schlager und Karneval, das passt von der Stimmung her zusammen“, fand etwa Rudi Wirtz am Samstag. „Das macht einfach Spaß und ist etwas für Jung und Alt.“

Da wechselten sich der Schlagermusiker Steven Alan – er brachte das Publikum in Schwung, obwohl ihn kaum einer kannte – mit der KG Spitz pass op aus Oberhau ab, die mit ihrem Prinzenpaar Detty I. und Lydia I. auftrat und im 55. Jahr ihres Bestehens eine sehr bunte Tanzshow inklusive schottischer Dudelsackmusik hinlegte. Danach stand Schlager-Entertainer Willi Herren auf dem Programm, und den örtlichen Beitrag zum Karneval sollte die Dransdorfer Prinzengarde liefern. Es kam anders.

Herren war orientierungslos auf der Bühne

Auftritte von Herren sind in der Regel aufgedreht und chaotisch, und der am Samstag bildete keine Ausnahme. Wie aus dem Nichts stand er plötzlich auf der Bühne, dann wurde die Anmoderation nachgeholt. Mehrmals musste er auf der großen Kulissenwand hinter sich schauen, wo er sich überhaupt befand, dann holte er drei Tollitäten zu sich auf die Bühne, die er für das Dransdorfer Dreigestirn hielt – aber neben Bauer Hans-Robert standen nicht Prinz Jürgen II. und Jungfrau Siegfrieda, sondern das Prinzenpaar aus Oberhau.

Das alles gepaart mit Ballermann-Partyniveau und einem Bühnenauftritt, der mal an Guildo Horn und mal an Zumba-Workout erinnerte: Dem Publikum gefiel es. Zumindest den meisten – an Willi Herren schieden sich auch im Festzelt die Gemüter. Während vor der Bühne lautstark mitgesungen wurde, konnten viele an den Tischen und im hinteren Bereich wenig mit dem Entertainer anfangen. May-Britt Lau wollte nur zusehen, „wie sich Willi Herren zum Affen macht“. Das sei nicht ihr Ding. „Aber ich habe Respekt davor, dass er das macht.“ Ein GDKG-Mitglied fand den Auftritt „unterste Kanone“.

Publikum schätzt die Mischung im Programm

Auch Besucherin Andrea Rose schätzt die Mischung aus Schlager und Karneval. „Wir machen das dritte Jahr mit.“ Sie freute sich vor allem auf Los Rockos, die auch pünktlich um 22 Uhr auf die Bühne kamen. Pech für die Prinzengarde. Denn Willi Herren überzog, und da blieb Moderatorin Bettina Dreher, die für den verhinderten Werner Kaschke eingesprungen war, nichts übrig, als deren Auftritt nach hinten zu verschieben.

Die Argumente lagen auf der Hand: „Für die Bands müssen wir einen Haufen Geld hinlegen“, so Dreher. Die Prinzengarde, die ehrenamtlich auftreten sollte, fühlte sich zurückgesetzt und verzichtete  auf den Auftritt. Ob das langanhaltend böses Blut gibt? Sowohl die Moderatorin als auch Senatspräsident Heinz Klein bedauerten jedenfalls diese Entscheidung.

Das Ordnungsamt rückte schon früh das erste Mal an – nämlich kurz vor 19 Uhr, als gerade das Warm-up mit DJ Manuel zu Ende ging. Es blieb ansonsten aber ruhig, und Andrea und Martina gefiel das an dieser Veranstaltung. „Die Mischung ist gut und es ist alles friedlich.“