Wiever geben Vorgeschmack

Auftakt des Sitzungskarnevals in Königswinter

KÖNIGSWINTER. Zum siebten Mal feierten die Sonnigen Rheinländerinnen und die Große Königswinterer Karnevalsgesellschaft gemeinsam in der CJD-Aula. Für Präsidentin Gaby Wegener war es zugleich der Abschied aus diesem Amt.

Von null auf hundert: Als bei der siebten gemeinsamen Mädchensitzung des Damenkomitees Sonnige Rheinländerinnen und der Großen Königswinterer Karnevalsgesellschaft (GKKG) Sitzungspräsidentin Gaby Wegener „die Männer us kölschem Holz“ ankündigte, da standen die Wiever in der rappelvollen CJD-Aula auf Stühlen und Tischen, um mit den „Klüngelköpp“ im Ballon abzuheben. Die sechs Herren lieferten den ersten Musik-Höhepunkt der Veranstaltung und zeigten sich, wie ihr Publikum auch, in karnevalistischer Früh-, nein: Hochform.

Urkunde für Gaby Wegener

Frontman Frank Reudenbach widmete einer Frau im Saal den Hit „Wenn am Himmel de Stääne danze“: Gaby Wegener. Denn auch die „Klüngelköpp“ waren informiert, dass eine Ära zu Ende ging. Die Präsidentin der Sonnigen Rheinländerinnen moderierte ihre 30. und damit letzte Mädchensitzung. Bereits seit den 80er Jahren ist die Siebengebirgs-Prinzessin von 1981 GKKG-Ehrenmitglied. Der Vorstand der KG von 1860 widmete ihr nun ein besonderes Edelmetall: in den Farben Grün-Weiß und Rot-Weiß, verziert mit der Aufschrift „Dankorden der GKKG“ und einer närrischen „7“ für sieben gemeinsame, erfolgreiche Mädchensitzungen.

Wegener zeigte sich gerührt, als GKKG-Vorsitzender Guido Hoffmann ihren Einsatz würdigte und Präsident Peter Giesen und Geschäftsführer Frank Reuter Blumen und den Orden überreichten. „Du hast den Karneval mitgeprägt wie kaum ein anderer in Königswinter“, so Hoffmann. „Wir sind stolz darauf, Dein Bühnenjubiläum mit Dir feiern zu dürfen.“

Grün-Weiße Funken als Geschenk

Gabys Oma Henriette Lemmerz hatte die Sonnigen Rheinländerinnen 1931 mit begründet und war ebenso Präsidentin des Damenkomitees wie ihre Tochter Fia Hintzen und später Enkelin Gaby. Hoffmann hatte extra die Grün-Weißen Funken vom Zippchen aus Kölsch Büllesbach engagiert, die nach ihrem Tanz die grün-weiße Staffage für die Auszeichnung bildeten. Wegener: „Danke, dass Ihr mir zu Ehren dieses Tanzcorps engagiert habt – ein wunderschönes Geschenk in Grün-Weiß, in unseren Farben. Es war eine wundervolle Zeit und mir eine Ehre, die Mädchensitzungen als Fortsetzung der Weiberfastnachtsitzungen zu leiten. Im nächsten Jahr werde ich mit bei Euch da unten sitzen.“

Ab 2018 wird die GKKG die Sitzung allein durchführen; das Damenkomitee bleibt aber bestehen. Und so war es auch das letzte Mal, dass der Damenelferrat der Sonnies und der GKKG gemeinsam in die Aula eingezogen waren, mit den Bad Honnefer Stadtsoldaten. Die Crème de la Crème des Karnevals folgte. Als Eisbrecher in der Bütt behandelte Martin Schopps mit atemberaubender Wortakrobatik Themen von Donald Trump über Brücken und Stau – „Wer nicht schwimmen kann, kommt nicht mehr über den Rhein“ – bis hin zum Veggie-Kult.

Schopps gratulierte auch. Blaugeblümt war nicht nur sein Hemd, sondern auch sein Paar Schuhe. Ebenfalls besonders beschuht: Guido Cantz. Der Mann für alle Fälle sang ein „Happy birthday“ für Andrea Reuter im Elferrat, holte Kellnerin Mandy zum Selfie auf die Bühne. Und angesichts der 30 Jahre von Präsidentin Gaby meinte er: „Damals gab es weder Handys noch das Wort Chillen. Und Googeln war ein sächsischer Weihnachtsbaumschmuck.“ Eine Rakete war fällig. Kasalla, die Rabaue und Querbeat heizten ein. Die Stattgarde Colonia Ahoj nahm die Mädels mit auf Schiffsreise. Und natürlich fehlten nicht die Tänzerinnen der GKKG: die Drachenfelsfünkchen, die Drachenfelsgarde, die Drachenfelsperlen und die Powerhexen, die den Saal auf den Kopf stellten.