Rappelvolle CJD-Aula

Grandiose Show auf der Postalia-Sitzung in Königswinter

Pink ist die Farbe der guten Laune: Die Flamingos setzen ein farbliches Ausrufezeichen bei der Postalia-Sitzung.

Pink ist die Farbe der guten Laune: Die Flamingos setzen ein farbliches Ausrufezeichen bei der Postalia-Sitzung.

KÖNIGSWINTER. Bei der Großen Postalia-Sitzung in Königswinter jagt ein Höhepunkt den nächsten. Mit dabei waren auch Staatssekretärin Andrea Milz als moderne Märchenfigur und Bürgermeister Peter Wirtz als Schneewittchen.

Preußens Gloria und Operettenherrlichkeit – als das stolze Bonner Stadtsoldaten-Corps von 1872 bei der Großen Postalia-Sitzung die rappelvolle CJD-Aula enterte, konnte den Besuchern glatt schwindelig werden. Die Gardisten musizierten, zeigten ihren kurfürstlichen Tanz oder auch den Säbeltanz in ihren schmucken Uniformen und gaben einfach alles. „Mariechen, danz!“: Schnappatmung setzte bei ängstlicheren Gemütern ein, als Tanzmariechen Vivian Eichhorn und Offizier Werner Fuchs loslegten. Das war die erste Flugschau des Tages – perfekt!

Die hübsch kostümierten Jecken waren prächtig gelaunt, standen parat zum Mitsingen und Schunkeln und schickten mit einem dreifachen „Alaaf“ die Stadtsoldaten auf die Reise. Deren nächste Station an diesem Abend war Baden-Baden. Postalia-Präsident Arno Wichelhoven warnte beim Ordenstausch: „Aufgepasst! Ihr kommt da in eine Region, wo das böse H-Wort gerufen wird!“

Auch wenn sie vielleicht noch nicht in solchen Sphären unterwegs sind: In die Herzen der Zuschauer tanzten sich die Mädels des Tanzcorps und der Tanzsportgarde der KG Fidele Freunde Postalia allemal. Und Solomariechen Lana Weidenbrück (8) von den Kleinen gefiel ebenso wie Kassandra Wichelhoven mit ihrer reifen Darbietung. Eine tolle Schau der Tochter des Präsidenten!

Mit von der Partie: das Siebengebirgs-Dreigestirn

Auch das Siebengebirgs-Dreigestirn von der Bad Honnefer KG Halt Pol mit großem Anhang und dem Stadtsoldatencorps beehrte die Postalia. Prinz Michael II., Bauer Johannes und Jungfrau Winni waren nicht zu bremsen. Präsident Wichelhoven: „Immer wieder eine Freude, euch zu sehen!“ Halt-Pol-Präsident Jörg Pütz strahlte: „Ihr seid ein grandioses Publikum!“ Und postwendend erfolgte die Einladung zum Siebengebirgszug. Wichelhoven versicherte: „Wir sind parat! Wir ziehen mit euch und hoffen auf zehn Grad, Sonnenschein und Kamellewetter!“

Im Publikum wurden Staatssekretärin Andrea Milz als moderne Märchenfigur und Bürgermeister Peter Wirtz, allerliebst im Schneewittchen-Kostüm, gesichtet. Sie erhielten Konkurrenz: Fritz Schopps als „Rumpelstilzche“ legte mit ausgefeilter Wortakrobatik den Finger in die Wunde. „Brauchen wir kultursensible Integrationstoiletten?“, griff er ein Thema auf, das für Kopfschütteln in Köln gesorgt hatte. Die Zustände am Ebertplatz mit Drogenhandel prangerte er an. Das Publikum erhob sich, huldigte dem Redner mit ausdauerndem Applaus – da war eine Rakete fällig.

"Mister Karneval pur" gab sich die Ehre

Und noch so ein bewährtes „Schlachtross“ des traditionellen Karnevals trat in die Bütt: Wicky Junggeburth. Präsident Wichelhoven kündigte ihn als „Mister Karneval pur!“ an. Der Kölner Prinz von 1993 sang sein Lied „Einmol Prinz zo sin …“ Und dann legte er los. Kostprobe: „Es gibt Frauen, die ihre Falten liften und ihren Alten dem Altenheim stiften!“ Er erinnerte an Große seiner Zunft, trug Ledjer von einst vor. Und beim Titel „Unsre Liebe“ zauberte er ein großes rotes Herz auf die Bühne. „Hakt euch ein, singt mit!“ Und er stimmte an: „Königswinter ist ja so schön …!“

Köstlich auch Willi und Ernst „aus Köln-Süd, Süd, Süd, Süd, also Koblenz“. Was ist ein Nagetier mit Kanalisationshintergrund? Eine Ratte! Die Klüngelköpp holten dem Publikum die „Stääne“ vom Himmel. Ihren Sessionshit „Bella ciao“ sangen die Jecken mit Begeisterung mit. Winke, winke. Um Mitternacht folgte Flugschau Nummer zwei: Das Tanzcorps Fidele Sandhasen sorgte für eine Vorstellung mit Akrobatik, Pyramiden, Flügen bis knapp unter die Saaldecke – die Besucher waren verzückt. Eine tolle Gala! Danach nicht gleich Abflug nach Hause, sondern Absacker an der flugs aufgebauten Theke, um die Sitzung Revue passieren zu lassen.