Festausschuss Siebengebirge

Jecke bei Vorstellabend in Thomasberg in Frühform

Thomasberg. 16 Beiträge von Rednern sowie Tanz- und Musikgruppen standen beim Vorstellabend des Festausschusses Siebengebirge auf dem Programm. Die Karnevalisten vor und hinter der Bühne zeigten sich dabei in Frühform.

Jecke in Frühform – und zwar auf und vor der Bühne. Beim Vorstellabend des Festausschusses Siebengebirge zeigten im Saal der Strücher KG nicht nur die Akteure bereits gute Leistungen, auch das Publikum war glänzend aufgelegt, schunkelte mit, sang mit und lachte sich schlapp über manche Pointe.

Und einige der Literaten im Festsaal steuerten nach dem Auftritt das Foyer an, um schnell noch einen Termin mit einem der Künstler für die eigene Sitzung in der kommenden oder auch nachfolgenden Session klarzumachen. 16 Beiträge von Rednern sowie Tanz- und Musikgruppen aus Köln, Bergisch-Gladbach und aus dem Rhein-Sieg-Kreis standen auf dem Programm. Der Elfte im Elften kann also kommen.

Etwa für „Ne Schwaadlappe“ Hermann „Scotty“ Rheindorf aus Rheinbach, der wirklich köstliche Geschichten verzällte. Fritzchen sitzt in der letzten Reihe neben dem anwesenden Schulrat und soll den Satz „Die Wiese ist schön!“ vorlesen, den die Lehrerin gerade an die Tafel geschrieben hat. Er sagt: „Die Lehrerin hat einen schönen Po.“ Zur Strafe soll er zum Direktor. Vorher wendet sich Fritzchen aber an den Schulrat: „Wenn Sie schon nicht lesen können, dann sollten Sie mir auch nichts Falsches vorsagen!“ Nach dem Auftritt beeilten sich die Literaten, mit dem „Schwaadlappe“, Gewinner des Preises „Die Rampensau“, Kontakt aufzunehmen.

Auftritte als Testläufe

„Wir haben hier Fachpublikum“, sagte Festausschuss-Präsident Ralf Rother, „wenn da gelacht wird, ist etwas gut. Für die Künstler sind diese Auftritte auch Testläufe. Sie können erkennen, wie etwas ankommt, wo noch Schwachstellen sind. Und die Vereinsvertreter haben die Möglichkeit, noch eine Tanz- oder Musikgruppe oder einen Redner zu engagieren.“ Auch Ehrenpräsident Dieter Wittmann, seit kurzem Vizepräsident im Bund Deutscher Karneval (BDK), schaute sich das Programm an.

Bereits seit mehr als 50 Jahren gibt es diesen Vorstellabend des Festausschusses Siebengebirge, dem Karnevalsgesellschaften von Beuel bis Linz angehören, ununterbrochen. Er fand bereits in Bad Honnef, in Königswinter und in Oberkassel statt und mittlerweile ist er seit mehr als zwei Jahrzehnten in Thomasberg angesiedelt, wo die Strücher KG auch die Organisation für den Festausschuss übernommen hat.

Dieser Vorstellabend hat im ganzen Rheinland einen guten Ruf – und deshalb bewerben sich zahlreiche Künstler jedes Jahr um einen Auftritt bei den Strüchern, die federführend das Programm zusammenstellen. Erstmals erledigte der Festausschuss die Moderation – Präsident Ralf Rother, Geschäftsführer Fritz Pacht und Beisitzer Wolfgang Bellinghausen lösten sich bei dieser Aufgabe ab.

Besucher waren begeistert

„Das war eine Super-Vorstellung, ich glaube die Literaten müssen sich beeilen, wenn sie noch einen Termin bei Hermann Rheindorf bekommen wollen“, sagte Ralf Rother auf der Bühne. Der „Schwaadlappe“ stellte sich zum zweiten Mal dem Strücher Publikum. Ihm gefällt die Veranstaltung. Auch „Feuerwehrmann Kresse“, Klaus Bömcke aus Rösrath, oder „Ne bonte Pitter“, Edgar Andres aus Belgien, die sich bereits einen Namen als Büttenredner gemacht haben, begeisterten.

Obwohl „Die Lebenskünstler vom Rhein“, Markus Homburg und Franz Kleinmann aus Köln, als Eisbrecher antreten mussten, schafften sie es mit ihren Gassenhauern wie „Heidewitzka, Herr Kapitän“ oder „Wenn ich doch nur nit so verfressen wäre“, die Besucher zu begeistern. Zu den Liedern gab's einige Witze: Steht eine Ladendiebin vor Gericht. Sechs Pfirsiche waren in der gestohlenen Büchse – sie bekommt für jeden Pfirsich einen Tag Haft.

Meldet sich der Ehemann zu Wort: „Herr Richter, zwei Dosen Erbsen hat sie außerdem geklaut.“ Zugabe-Rufe etwa auch bei dem Trio „Die Flöckchen“, das das Publikum in Schunkellaune versetzte.Und auch die Moderatoren waren bestens aufgelegt. Weil ein Schlagzeuger dem Jury-Mitglied Mark Forster von „The Voice of Germany“ ähnelte, ulkte Ralf Rother: „Gestern Abend noch bei Voice Germany in Berlin, heute in Thomasberg!“