Diese neuen Karnevalslieder könnten 2019 zum Hit werden

Von Querbeat über Höhner bis Cat Ballou : Diese Lieder der Karnevalssession 2018/19 könnten zum Hit werden

Bonn, Köln und das restliche Rheinland nähern sich dem Höhepunkt der Karnevalssession 2018/19. Hier sind elf jecke Lieder, die das Potential zum Hit haben.

Die Musik gehört zum Karneval wie Kostüm und Kamelle. Auch für diese Session haben sich die rheinischen Mundart-Bands wieder ins Zeug gelegt. Wir haben in die neuen Songs der aktuellen Session reingehört und die hinverdächtigsten zum Mitsingen, Tanzen und Schunkeln zusammengestellt.

Querbeat - Randale & Hurra

Verlässlich haut die Bonner Brasspop-Kombo jede Session mindestens einen Hit raus, der auf keiner Karnevalsparty fehlen darf. In diesem Jahr ist "Randale & Hurra" die tanzbare Jeckenhymne der Band, die sich inzwischen wohl mit Fug und Recht "Megafon einer Generation" (so der Songtext) nennen darf.

Kasalla - Alle su Yeah

Wer Karneval sagt, muss Kasalla sagen. Um die Kölschrocker um Sänger Bastian Campmann und Gitarrist und Songwriter Flo Peil kommt man nicht herum, ob in oder außerhalb der Session. Mit "Stadt met K", "Alle Jläser huh" oder "Pirate" feierten sie in den vergangenen Jahren einen Erfolg nach dem anderen. Der neue Song "Alle su yeah" ist ein Aufruf, sich mal richtig gehen und die Sau rauszulassen - wann würde das besser passen als im Karneval?

Klüngelköpp - 1000 Nächte

Natürlich darf auch der Dritte im Bunde der neueren, modernen Mundartbands nicht fehlen: die Klüngelköpp. 2007 wurden sie mit "Kölsche Nächte" bekannt, in dieser Session geht es ihnen um "1000 Nächte" - ein typisch kölscher Ohrwurm, der wohl auch über 2019 hinaus Bestand in jecken Playlists haben dürfte.

Brings, Mo-Torres, Beer Bitches, Lupo

Brings & Dennis aus Hürth - Et jeilste Land

Brings sind keine große Überraschung, wenn es um kölsches Liedgut geht - aber was macht Comedian Martin Klempnow alias Dennis aus Hürth dabei? Der unbedarfte Berufsschüler aus Hürth hat mit der Kultband einen, sagen wir, ungewöhnlichen Song aufgenommen, der sich an "Holland ist die geilste Stadt der Welt" von den 257ers orientiert. Der wiederum hatte seinen Ursprung in der Aussage von US-Präsident Donald Trump, Belgien sei eine "wunderschöne Stadt". Bei Brings und Dennis ist nun das "jeilste Land" - wie könnte es anders sein - Kölle.

Mo-Torres - All die Leeder

Auch nicht gerade Karnevals-Mainstream macht Mo-Torres. Mit "Liebe deine Stadt", der gemeinsam mit Cat Ballou und keinem Geringeren als Lukas Podolski aufgenommenen Heimat-Hymne, wurde der Kölner Rapper (bürgerlich: Moritz Helf) bekannt. Eine weitere Liebeserklärung an Köln und vor allem an die zahlreichen Lieder über Köln hat er in dieser Session mit "All die Leeder" auf den Markt gebracht.

Beer Bitches - Schwing ming Fott

Dass die Kölner Komikerin Carolin Kebekus auch musikalisch einiges drauf hat, ist keine Neuigkeit. Ihre "Beer Bitches" gründete sie zusammen mit Nadine Weyer und Irina Ehlenbeck ursprünglich als Spaßprojekt, aus dem mittlerweile aber eine ernstzunehmende Größe im Kölner Karneval geworden ist. "Schwing ming Fott" ist ein echter Partyhit mit einer guten Portion Selbstironie.

Lupo - Claudia

Die Kölschpop-Band Lupo gibt es seit 2011 - seit Ende 2018 allerdings ohne Sänger Yannick Weingartz. Weitermachen wollen die Kölner trotzdem. In dieser Session haben sie sich mit "Claudia" auf kreative Weise der kölschen Stadtgeschichte gewidmet: Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) hieß die römische Kolonie, aus der sich einst Köln entwickelte. Für Lupo Grund genug, sich musikalisch bei "Claudia" zu bedanken: "Ohne dich wör selvs dä Dom nit do!"

Höhner, Cat Ballou, Funky Marys und Kempes Feinest

Höhner - Wir halten die Welt an

Rheinische Traditionalisten werden mit großer Wahrscheinlichkeit Session für Session fündig bei den Höhnern. Mit "Wir halten die Welt an" liefern die Kölner um Frontmann Henning Krautmacher erneut einen Karnevalsschlager zum Schunkeln und Mitsingen. "Wir halten die Welt an, um ewig zu bleiben" scheint zugleich das Motto der Kultkölner zu sein.

Cat Ballou - Su noh bei dir so joot

Fest im Kölner Karneval verankert ist die 1999 in Bergisch Gladbach gegründete Softrockband Cat Ballou. Auch in diesem Jahr hat sie eine typische Mitsing-Hymne auf den Markt gebracht: "Su noh bei dir so joot" beschreibt eine eigentlich verbotene Liebe, die für immer dauern soll - Karneval par excellence also.

Funky Marys - En Woch lang wach

Die "Funky Marys" sind keine Funkenmariechen, sondern eine fünfköpfige kölsche Girlgroup, die 2002 aus einem Casting heraus entstanden und personell nach und nach fast komplett ausgetauscht worden ist. Was sich nicht geändert hat, sind die erfolgreichen rheinischen Popschlager, die die Kombo in jedem Jahr herausbringt. "En Woch lang wach" beschreibt die beachtliche Feierleistung vieler Jecken zur Hochzeit des Straßenkarnevals.

Kempes Feinest - Bring mich noh Huss

Aller (kölschen) guten Dinge sind natürlich 11, und somit schließt diese Liste ab mit der diesjährigen Ballade der noch sehr jungen Kölner Band Kempes Feinest: "Bring mich noh Huss" ist zugleich ein stimmiger Abschluss der Session: "In d'r Küch noch e Bier, bevür mir schloofe jonn".

Ob die neuen Hits allerdings die großen Publikumserfolge der vergangenen Jahre wie "Nie mehr Fastelovend" von Querbeat, "Pirate" von Kasalla, "Et jitt kei Wood" von Cat Ballou, "Leev Marie" von den Paveier oder Dauerbrenner wie "Ich ben ne Räuber" von den Höhnern und "Drink doch eine met" von den Bläck Fööss vom Thron beziehungsweise von den Kneipen-Playlists stoßen können, bleibt abzuwarten.

Es handelt sich hierbei um eine Auflistung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat oder objektiven Kriterien gefolgt wäre.

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