Karnevalszug in Niederkassel-Rheidt: Fast 1000 Jecken bevölkern Rheidter Straßen

Karnevalszug in Niederkassel-Rheidt : Fast 1000 Jecken bevölkern Rheidter Straßen

Goldene Ufos, feine Damen auf Kaffeefahrt oder prächtige Kutschen sorgen beim Rheedter Zoch für ausgelassene Stimmung.

Wenn es einen Preis für den originellsten Wagen beim Rheidter Zoch gäbe, wären die Damen um Karin Wagner sicher ganz weit vorne mit dabei. Die Ladys waren nämlich "Auf Kaffeefahrt ins Vürjebirch" in einem Gefährt, das zwar unaufdringlich daherkam, dafür wirkten die Damen umso auffälliger.

Das Outfit der sechs Möhnen war unschlagbar: Mit frisch ondulierten Haaren, Hütchen, Schirmchen und Täschchen fehlte es ihnen an nichts. Die Herren der Schöpfung fungierten diesmal getarnt als Wagenengel gleichzeitig auch als Anschieber, sodass die Damen, die seit 50 Jahren am Rheedter Zooch mit dabei sind, mit quasi vier PS in Gestalt ihrer vier Ehemänner dem Lindwurm folgten. "Mit 15 Jahren waren wir das erste Mal dabei, heute sind wir 55 Jahre", erzählten sie augenzwinkernd.

Ebenfalls richtig lange dabei ist die Gruppe um Michael Schulz. "Ich gehe in diesem Jahr das erste Mal zu Fuß mit", sagte er. Seine Kamelle hat er deshalb in eine Schultüte gepackt. Mit einem fliegenden Schiff sorgte der FC Hertha Rheidt für Aufsehen. "Steam Punk" geht auf die fliegenden Schiffe von Jules Verne zurück. Retro-futuristisch sahen die Matrosen des fliegenden Schiffes aus, welches sie seit September in der Rheidter Wagenhalle gebaut haben. Mit rund 40 Mann ist der Verein im Zoch dabei. Ihren Namen wörtlich haben die "Bluebirds Cheerleader" genommen und waren als blaue Vögel im Zoch unterwegs.

Auf langjährige Zoch-Erfahrung kann auch Thomas Göttner mit seinen Freunden zurückblicken. Sie sind als Außerirdische mit ihrem Ufo gelandet. Als sieben der insgesamt fast 1000 Zochteilnehmer erkundeten sie den kleinen Stadtteil am Rhein. Imposant auch die Rokoko-Kutsche des Theatervereins, während sich die Kolpingfamilie als Indianer auf den Weg machte. Der WSV Blau-Weiß Rheidt stetzte in diesem Jahr auf die Kölschrocker Brings. "Der Gesang ist noch ausbaufähig und wird immer besser", dafür sei die Truppe textsicher und engagiert, war man sich einig.

Regenausrüstung gab es bei den Jecken am Sonntagmittag keine. Trotz dunkler Wolken hatten sie alles richtig gemacht, denn bevor Zugführer Matthias Volberg lauthals verkündete "De Zoch kütt" und sich der Lindwurm durch die engen Rheidter Straßen schlängelte, war der Regen versiegt und das Wetter hielt bis zur Auflösung des Zochs und den anschließenden Jecken-Wanderungen in die umliegenden Gaststätten.