Inklusiver Karneval in Sankt Augustin: Gemeinsam jeck und raderdoll

Inklusiver Karneval in Sankt Augustin : Gemeinsam jeck und raderdoll

Menschen mit und ohne Behinderung feiern Inklusive Karnevalsparty im Haus der Nachbarschaft. "Der Karren" bietet mit seiner Feier Karneval "ganz nah an der Basis".

Punkt 17.30 Uhr, Freitagabend: Mit einem musikalischen Intro vom Band fiel der Startschuss zur mittlerweile sechsten Karnevalsparty, die der diakonische Verein „Der Karren“ wieder organisiert hatte. Zum zweiten Mal fand die Veranstaltung für Menschen mit und ohne Behinderung im Haus der Nachbarschaft Hangelar statt. Kaum ertönte die jedes Jahr gleiche Erkennungsmelodie, da zog es die ersten der insgesamt 250 bunt und originell kostümierten Gäste schon auf die Tanzfläche, andere versorgten sich da noch mit Getränken oder einer heißen Wurst. Als Moderator Hans Fuhrmann die Jecken begrüßte, waren alle schon im Feiermodus und freuten sich auf einen abwechslungsreichen Abend.

Dazu gehörte auch eine Gruppe der beiden Waldorf-Förderschulen, Johannisschule Bonn und Franziskus-Schule Neunkirchen-Seelscheid, die von Anfang an dabei waren. „Beim ersten Mal sind wir mit sechs Teilnehmern gekommen, heute mit 16“, erklärte Nora Rozo von den Bonnern stolz. Ihnen allen gefiele die Atmosphäre und dass man immer wieder Freunde und Bekannte treffe.

Stets wieder „alte Bekannte“ dabei

Die stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins und Mit-Organisatorin, Gabriele Siebert, berichtete, dass viele Besucher bei jeder Party mitmachten und begrüßte dementsprechend immer wieder „alte Bekannte“. Für ordentlich Stimmung sorgte gleich zu Beginn die Ehrengarde Hangelar, deren Tanzmariechen und Tanzpaare die überwiegend jungen und jüngeren Narren zum Strahlen brachten.

Höhepunkt war der Einzug des Erwachsenen- und Kinderprinzenpaars aus Alfter samt Prinzengarde und Gefolge. Das Haus der Nachbarschaft tobte vor Begeisterung. Zwischen den Showeinlagen hielt die Siegburger Band Mad Memories das närrische Volk bei Laune, es wurde gesungen, getanzt und geschunkelt. Besser kann es nicht laufen. Fuhrmann, der auch im Kölner Karneval aktiv war und ist, leitete die Party zum sechsten Mal ehrenamtlich und aus Überzeugung. „Das ist der Kontrapunkt zum kommerziellen Karneval, ganz nah an der Basis“, so seine Begründung. Die Menschen hätten Spaß von der ersten Sekunde an und darüber hinaus bekäme er von ihnen „so viel zurück“. Der Karren unterstützt seit 35 Jahren Menschen mit Behinderungen in Sankt Augustin und Umgebung, für die ein selbstbestimmtes Leben keine Selbstverständlichkeit ist.

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