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Wieverfastelovend in Sankt Augustin und Niederkassel: Jecke Wiever übernehmen das Zepter

Wieverfastelovend in Sankt Augustin und Niederkassel : Jecke Wiever übernehmen das Zepter

Ausgelassen haben die Damen in Sankt Augustin und Niederkassel Wieverfastelovend gefeiert. In Meindorf, Menden, Mülldorf und Rheidt übernahmen sie das karnevalistische Zepter.

■ Meindorf. Klatschmarsch und ein Räuberlied – mit „Kumm los jonn“ zog das Damenkomitee in die Meindorfer Mehrzweckhalle ein und hatte sie flugs in den närrischen Meindorfer Gürzenich umgewandelt. Mit dem Mendener Prinzenpaar Roland II. und Petra II. waren schließlich jecke Tollitäten vor Ort, die die Wiever echt bunt auf den Fastelovend einstimmten. Während dessen hatten sich bereits drei Tenöre auf ihren Auftritt vorbereitet, der als gelungene Überraschung gelten konnte: Bürgermeister Klaus Schumacher verabschiedete sich von den Meindorfer Damen auf seine Weise, bewegte gemeinsam mit Bastian Wagner und Frank Hofenbitzer zur Playback-Musik die Lippen, um zum Schluss drei Badeenten hervorzuzaubern. Die bunt kostümierten Wiever – ob Hippie, Rockerbraut oder Seeräuber, Teufelchen oder Engel – allesamt waren sich einig, dass die Sitzung wieder gelungen war. Besonderer Höhepunkt war die Ehrung von SPD-Landratskandidat Denis Waldästl, der als erster Senator ins Damenkomitee aufgenommen wurde. „Das macht echt wieder Spaß hier“, sagte ein Blumenmädchen, das kaum erwarten konnte, dass am Abend dann die Party richtig losgehen würde.

■ Menden. Es brauchte nicht viel, um die Damen im Zelt der Blau-Wieße Essele in närrische Fastelovendsstimmung zu versetzen. Schon mit dem Einmarsch des Elferrats als Schmetterlinge standen die jecken Wiever auf den Stühlen. Als Präsidentin Elke Marquis dann auch noch die Micky Brühl Band als Eisbrecher auf die Bühne holte, war die Marschrichtung klar: Mit „Ein Hoch auf die Liebe“ traf die Band mitten ins Herz der über 800 Gäste.

Marienkäfer, Steam-Punk-Hasen, Clowns und Fantasie-Kostüme tanzten in den Nachmittag und die Stühle hätten bald vollends zur Seite geschoben werden können. Während draußen Bernd Stelter auf seinen – an diesem Nachmittag dritten – Auftritt wartete und gerne für Erinnerungsfotos die Damen im Arm hielt, rieb sich Literat Sebastian Höfer die Hände: Mit der fünften Auflage der Damensitzung im Zelt hatten sie mal wieder mitten ins Schwarze getroffen. Musiker, Redner und Tanzgruppen gaben sich bis in den Abend die Klinke in die Hand – die Damen hatten das Zepter der närrischen Macht eindrucksvoll übernommen.

Überraschender Auftritt in Mülldorf (v.l.): Andreas Wielpütz, Bürgermeister Klaus Schumacher und Ortsvorsteher Heinz-Peter Schumacher. Foto: Thomas Heinemann

■ Mülldorf. In Mülldorf brachte die Damenkarnevalsgesellschaft Sonnenschein ihre Mehrzweckhalle wie jedes Jahr an Weiberfastnacht zum Beben: Die ausverkaufte Sitzung wartete wie gewohnt mit einem üppigen Programm für die kostümierten Damen auf. Vom legendären Männerballett „Die Tanzbienen“ aus Neunkirchen-Seelscheid über die Kölschen Bands Tacheles und De Boore bis zum „Rumpelstilzchen“ Fritz Schopps durfte Elferratspräsidentin Doris Huthmacher viele bekannte Größen des Karnevals in der Mehrzweckhalle begrüßen. Freilich steuerte die Damenkarnevalsgesellschaft auch wieder eigene Beiträge bei: So besangen die Damen im Aerobic-Dress die Tücken der Cellulite und stellten mit Verwunderung über das in den Jahren entstandene Hüftgold fest: „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“.

Doch Karneval hält bekanntlich jung, wie anschließend Günter Boch vom Regionalverband Rhein-Sieg-Eifel feststellte, der Gerdi Nagel und Elisabeth Bellinghausen zur 40-jährigen sowie Angelika Bahl zur 25-jährigen aktiven Mitgliedschaft bei der DKG Sonnenschein gratulierte. Nicht nur anlässlich der Ehrungen gaben drei Ehrengäste den jecken Damen im Saal ein Ständchen: Bürgermeister Klaus Schumacher, Ortsvorsteher Heinz-Peter Schumacher und Andreas Wielpütz überraschten die Sitzung im feinen Zwirn mit einer humorvollen Gesangseinlage im Stil der „Drei Tenöre“.

Prächtige Stimmung in Menden: Der Elferrat zieht als Schmetterlinge verkleidet in das Festzelt. Die jecken Wiever hält es bereits zu Beginn nicht mehr auf ihren Stühlen. Foto: Hans-Werner Klinkhammels

■ Rheidt. Das Rheidter Damenkomitee „Laachdüvje“, (Täubchen von der Laach), das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, hatte an Weiberfastnacht in den Festsaal Frohn (Zum Lüches) zur großen Damensitzung eingeladen. Schon bevor Präsidentin Ute Klaassen die Besucherinnen begrüßte, schwappte die Stimmung über. Die elegant, pfiffig, bunt und fantasievoll kostümierten Damen erwartete ein Spitzenprogramm mit Tanz, Unterhaltung und viel Musik. Schon die Rezag-Husaren mit ihren akrobatischen Tanznummern brachten den Saal zum Kochen. Erstmals hatte man mit Martin auch einen Nummernboy ins Unterhaltungsprogramm aufgenommen, der gut ankam. Auftritte der Mondorfer Karnevalsgesellschaft, der Showtanzgruppe Husaren Schwarz-Weiss Siegburg, des Männerballetts Bodo und der Putzfrau Achnes Kasulke waren weitere Höhepunkte im Programm. Musikalisch abgerundet wurde der Wieverfastelovend durch „Planschemalöör“ und den Schlagerbarden Christian Bischke. Aber auch nach dem Finale mit der Band „Kempes Finest“ war noch nicht Schluss. Mit den Männern wurde bis nach Mitternacht gefeiert.