Nostalgiesitzung in Hennef: Kalte Ente und Musik „für et Hätz“

Nostalgiesitzung in Hennef : Kalte Ente und Musik „für et Hätz“

Musik, Tanz und humorvolle Reden: 200 Gäste erleben die dritte Nostalgiesitzung der Ersten Hennefer Karnevals-Gesellschaft in der Meys Fabrik.

Laut, bunt und spektakulär – so lautet das Konzept der heutigen Karnevalssitzungen. Die Redner übertreffen sich dabei mit immer haarsträubenderen Witzen, die Tänzer mit immer ausgefeilteren Choreografien und die Bands mit immer lauteren Sounds. Darüber freuen sich jedoch nicht alle. Insbesondere Teile der älteren Generation wünschen sich eher die gemütlichen Sitzungen vergangener Jahre zurück. Einst hervorgegangen aus den sonntäglichen Generalversammlungen, die das „Festordnende Komitee“ ab 1823 abhielt, um den Karnevalszug vorzubereiten, gab es in den Anfängen nur handgemachte Musik, Tänze und humorvolle Reden der von den Räten umgebenden Präsidenten. Die Erste Hennefer Karnvals-Gesellschaft (KG) hat den Wunsch aufgegriffen und veranstaltet seit 2018 die Nostalgiesitzung „Janz Höösch & Alaaf“.

Bereits zum dritten Mal ausverkauft war die Veranstaltung in der Meys Fabrik. „Wir hätten den Saal theoretisch noch einmal füllen können“, berichtete Martin Dietrich. Laut dem Pressewart der Karnevals-Gesellschaft möchte die KG die Veranstaltung, bei der der Elferrat die Bewirtung selbst übernimmt, aber bewusst klein halten. Die knapp 200 Gäste wurden nicht nur vom Elferrat höchstpersönlich bedient, sondern die KG-Damen hatten auch das Essen selbst zubereitet. Bei nostalgischen Getränken wie „Kalter Ente“ genossen die Gäste sichtlich das mit passenden Künstlern gestaltete Programm, durch das die Ehrenpräsidenten Pit Radeschad und Frank Rondorf führten.

Zu den Programmpunkten gehörte etwa Norbert Conrads, der mit kölschen Klassikern wie „Stammbaum“ oder „Heimweh noh Kölle“ sowie eigenen Kompositionen unterhielt. „Für et Hätz“ war auch der Auftritt der großen Brauchtumsgruppe Fidele Kölsche, die mit nostalgischen Kostümen, Musik und Tanz die ursprüngliche Form des kölschen Karnevals verkörperten und mit stehenden Ovationen gefeiert wurden.

Bevor das Prinzenpaar, Susanne I. und Bernd II., mit der Geistinger Garde und dem Sövener Kinderprinzenpaar Luise I. und Leo I. den Höhepunkt der Sitzung bildeten, sorgte Büttenredner Volker Weiniger für beste Stimmung im Saal. Kölsche Krätzjer gab J.P. Weber zum Besten, während die Damen der Stadtgarde Hennef schwungvolle Tänze vorführten. Max Biermann, der Sohn des langjährigen Bläck-Fööss-Frontmanns Kafi Biermann, unterhielt ebenfalls mit kölschen Tön und der Flitsch (Mandoline). Den Abschluss bildete „Et fussich Julche“ Marita Köllner mit lockeren Sprüchen und Stimmungsliedern.