Auftritte an Weiberfastnacht: Quersallou begeistern in Siegburg und Troisdorf

Auftritte an Weiberfastnacht : Quersallou begeistern in Siegburg und Troisdorf

Querbeat, Kasalla und Cat Ballou verschaffen den Fans in Siegburg und Troisdorf einen „einmal im Leben Moment“. Die drei kölschen Top-Bands fusionieren für einen Tag.

Es ist ein bisschen wie auf Klassenfahrt: Jungs in Collegejacken und Turnschuhen kicken nachmittags vor dem Bus an der Troisdorfer Stadthalle. Drinnen bei der Weibersitzung muss die scharfzüngige Putzfrau Achnes Kasulke eine Zugabe geben. Hinter ihr bauen die Roadies schon mal Schlagzeug und Boxen auf: Sie tragen die gleichen Collegejacken mit dem Schriftzug „Quersallou“. Sitzungspräsident Torsten Sterzel von den Troisdorfer Altstädtern kündigt einen „einmal im Leben Moment“ an: Querbeat, Kasalla und Cat Ballou zu einer Band vereint.

Der Sound ist schon bei den ersten Tönen fett – bei 22 Kumpels auf der Bühne kein Wunder. Schon jede Band für sich hat enorme Bühnenpräsenz, gemeinsam bauen sie richtig Druck auf. Nach den ersten Tönen stehen fast alle Frauen auf den Stühlen. Nur einige ältere Damen ziehen die Käseschnittchen im Foyer vor: „Zu laut.“

Im Vorfeld des einstündigen Konzerts hatten die Altstädter schlaflose Nächte. „Es gab die wildesten Gerüchte, dass Fangruppen die Halle stürmen wollen“, berichtet Geschäftsführer Thomas Blatzheim. In Köln wurde nämlich ein öffentlicher Auftritt von Quersallou, zu dem zahlreiche Besucher an der Uni-Bühne erwartet wurden, aus Sicherheitsgründen von der Stadt abgesagt. Es war danach aussichtslos, für die kleine Tour durch die Säle – von den Musikern als einmaliges Ereignis angekündigt – noch Karten zu bekommen. Auch in Troisdorf wurden kurzerhand die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Es geht aber alles glatt, von Fans ohne Ticket keine Spur. Die Karten waren ohnehin schon seit der Weibersitzung 2018 weg. Als Sterzel damals „Catsalbeat“ – so die ursprüngliche Idee zum Bandnamen – ankündigte, stürmten die Frauen sofort nach draußen, um sich in die Ticketlisten einzutragen. Auch bei den Siegburger Funken Blau-Weiß, die eine ausverkaufte Rhein-Sieg-Halle gewohnt sind, war die Party „Viva la Wiever“ schneller ausgebucht als sonst.

Hier feiern Männer und Frauen gemeinsam einen unvergesslichen Abend: Die 22 Musiker harmonieren nämlich nicht nur, wenn sie beim Bier eine neue Spaßband gründen, sondern auch auf der Bühne. Wie beim Logo von Quersallou – eine Katze über einem mit Trompete gekreuzten Knochen – fließen Musik und Stil der Bands ständig ineinander: von Querbeats „Nie mehr Fastelovend“ zu Kasallas „Piraten“, von „Tschingderassabumm“ zu „Et jitt kei Wood“ im Reggae-Rhythmus.

Die Hits „Hück steiht de Welt still“, „Stadt met K“ und „Romeo“ spielen alle 22 Musiker zusammen. Innerhalb der abwechslungsreichen Stunde tauschen die Bands außerdem die Sänger: Bastian Campmann (Kasalla) bekommt „Randale und Hurra“ von Querbeat, deren Jojo Berger „Ich bin der König meiner Stadt“ von Cat Ballou und deren Oliver Niesen „Immer noch do“.

Die Frage „Wie sieht es mit Springen aus?“ beantwortet das Publikum bei beiden Auftritten hüpfend. In der Rhein-Sieg-Halle ist noch etwas mehr Platz, um das mit Tanzen zu kombinieren. Es gibt Konfettikanonen und Feuerwerk – einmal lassen es die Jungs und das Mädel auf der Bühne noch so richtig krachen. Dann geht es schnell zum nächsten Auftritt, eigentlich wie sonst auch im Karneval, nur dass sich die Bands nicht im Vorbeifahren auf der Autobahn zwischen Köln und Bonn begegnen, sondern im selben Cabriobus sitzen.

Jedes Konzert an diesem Tag endet mit einem Appell für die Vielfalt, passend zum Songtext „Zosamme sin mir nit allein“. Das könnte auch auf dem Tourbus dieser Eintagsfliege unter den Karnevalsbands stehen. Vielleicht haben sie ja noch mal Lust. Torsten Sterzel von den Altstädtern würde sicher zugreifen, wenn noch einmal mitten im Rom-Urlaub sein Handy klingelt und Quersallou bei ihm anfragt.