Karneval an der Sieg: So wurde in Hennef und Sankt Augustin gefeiert

Karneval an der Sieg : So wurde in Hennef und Sankt Augustin gefeiert

Kleine und große Tollitäten tummelten sich beim Hennefer Prinzenpaarempfang. Die Mitsingveranstaltung „Loss mer singe“ in Hennef verzeichnete regen Zulauf und beim Mendener Sportverein feierten 37 Seniorinnen und Senioren fröhlich.

Bereits zum 31. Mal in Folge lud die Stadt Hennef die amtierenden Tollitäten aus dem Stadtgebiet zum Prinzenpaarempfang ein. Zum dritten Mal nach 2018 und 2019 traf man sich in der Sportschule. Bürgermeister Klaus Pipke begrüßte die Regenten und freute sich, dass auch Landrat Sebastian Schuster der Einladung gefolgt war. Während des obligatorischen Gruppenfotos warteten die Gäste, Adjutanten, Vertreter der verschiedenen Karnevalsvereine und zahlreiche Persönlichkeiten in der Aula auf den Einzug der großen und kleinen Prinzen und Prinzessinnen.

Angeführt von den 1. Hennefer Stadtsoldaten bahnten sich die bestens gelaunten Herrscher der fünften Jahreszeit ihren Weg zur Bühne, begeistert empfangen von ihren jecken Untertanen. Am Ziel angekommen begrüßte Pipke, der den Abend moderierte, noch einmal offiziell das Hennefer Prinzenpaar Bernd ll. Dornbusch und Susanne l. Dittrich, das Uckerather Prinzenpaar Charly I. und Andrea II. (Eheleute Büllesbach) und das Bröler Prinzenpaar Sebastian I. und Kerstin I. (Eheleute Steinke). Außerdem die Kinderprinzenpaare Marlon I. Büth und Prinzessin Melina I. Klein aus Uckerath und Prinz Leo I. Büchler und Prinzessin Luise I. Ramme aus Söven. Jedes gekrönte Haupt wurde vom Bürgermeister vorgestellt und vom jecken Volk stürmisch bejubelt. Traditionell richtet ein Prinz das Wort an die Gäste, dieses Mal Charly I.: „Wir alle sind stolz, Prinzenpaare zu sein, für euch und mit euch. Dat is e richtig jot Jeföhl“, rief er aus. Das war auch die Meinung der „Kollegen“, wie man an ihrem zustimmenden Kopfnicken erkennen konnte.

Im Anschluss übergab Pipke einen Scheck über 2500 Euro an den Präsidenten des Stadtsportverbandes, Hajo Noppeney, für den Hennefer Jugendsport. Das Geld stammt aus dem Erlös des Getränkeverkaufs beim Prinzenpaarempfang des letzten Jahres. „Das wäre natürlich ohne Sponsoren nicht möglich“, erklärte Pipke und bedankte sich bei der Gaffel-Brauerei und der Firma Eckes. Gleichzeitig forderte er den Saal auf, die Spendensumme in diesem Jahr durch reichlich Verzehr zu toppen. Bei der anschließenden Party ging es richtig rund. Dafür sorgte schon die Band Jedöns, die mit ihren mitreißenden Bläserarrangements den Saal zum Kochen brachte. Und die Auftritte des Männerballetts Los Mühnos der KG Remm-Flemm aus Uckerath sowie des Männerballetts Queer durch die Waat der gleichnamigen KG aus Hennef-Geistingen waren der beste Beweis dafür, dass auch Hobbykarnevalisten beste Unterhaltung auf höchstem Niveau bieten können. Vor allem mit viel Eigenspaß.

„Loss mer singe“ in Hennef

Das Wirtshaus am Hennefer Bahnhof war am Samstagabend mit „Loss mer singe“ für einige Stunden das Epizentrum des rheinischen Kneipenkarnevals. Die stimmungsvolle Party wurde vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der DB Regio nach Hennef geholt. Die „Loss mer singe“-Initiative ist aus dem Karneval in Köln und der Region nicht mehr wegzudenken. Bereits seit über einem Jahrzehnt bringen die Initiatoren die Kölner Jecken im VRS-Gebiet zum Feiern, Schunkeln und Singen. Bei den Kneipenfeten werden die besten Karnevalshits der Session vorgestellt und später gekürt.

Markus Blocks und Kai Hilski vom Kölner „Loss mer singe“-Team moderierten schwungvoll in die Nacht: „Wer von euch ist Single?“ fragte Hilski. Viele meldeten sich. „Wer von euch wäre denn lieber Single?“ Die Menge lachte. „Die Moderation ist das Erfolgskonzept. Die nehmen das Publikum mit“, sagte die Siegburgerin Jutta Schuster, eine von rund 400 Partygästen. Das Wirtshaus war brechend voll. VRS-Geschäftsführer Norbert Reinkober freute sich darüber, dass „Loss mer singe op Jöck“ so beliebt ist: „Viele Jecke kommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und fahren nach dem Singen wieder mit Bus und Bahn nach Hause.“ Auch Benjamin Ey, Vertragsmanager der DB Regio NRW im Rheinland, war begeistert: „Loss mer singe op Jöck ist eine tolle Veranstaltung, die wir gerne unterstützen.“

Die weiteste Anreise hatte die auf Teneriffa lebende Argentinierin Sofia La Plata, die mit ihrem Freund Guido am Vorabend eingeflogen kam. Auch auf Teneriffa werde Karneval gefeiert. Mitsingkonzerte kennt man dort allerdings nicht. Während im Saal gesungen und fleißig auf Stimmzetteln Notizen gemacht wurden, sorgte draußen ein fleißiges Team für Frikadellen, Pommes und Currywurst. Kölsch floss in Strömen. „Loss mer singe“ entstand einst in einer Wohnküche in Nippes, wo der Erfinder der Mitsinginitiative, Georg Hinz, Freunde fit für die Karnevalssession machen wollte. Das Mitsing-Fieber hat mittlerweile Zehntausende gepackt. Das Hennefer Wirtshaus war seit Langem ausverkauft. Fit sind sie jetzt gesangstechnisch bestimmt, die Hennefer. Bläck Fööss mit „Die nächste Rund“ waren Sieger in Hennef bei „Loss mer singe“. Platz 2: Brings mit „Sünderlein“.

Karneval in Menden

Beim Sportverein feierten 37 Seniorinnen und Senioren am Freitagnachmittag im Vereinsheim Karneval. Das Programm startete mit dem Besuch des Meindorfer Kinderprinzenpaares. Der Seniorenkarneval hat seit 2012 Tradition beim SV Menden. Initiatorin ist Gabriele Staeck. Unterstützt wurde sie in der Planung von Rosi Gödelt.

Prominente Gäste waren Bürgermeister Klaus Schumacher, der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion Georg Schell und SPD-Bürgermeisterkandidat Marc Knülle. Das Alter aufs Korn nahmen Rosi Gödelt, Carola Welsch, Erika Stapel und Gabriele Staeck mit einem munteren Kreistanz, den sie mit Rollatoren aufführten. Anzumerken ist, dass sie die flotten Gehhilfen selbst noch nicht benötigen. Es war für sie ein heiterer Vorgeschmack. Die älteren Herrschaften, die sich wöchentlich treffen, waren in Feierlaune: „Jeden Freitag sind wir hier. Und dann wird getobt!“

Als Wildecker Herzbuben sorgten Carola Welsch und Gabriele Staeck für Lacher. Kurios war das Zwiegespräch zwischen „Else & Anni“, dargestellt von Gudrun Hofmann und Anne Hundhausen, die mit flotten Reimen in die Bütt gingen.

Auch das Mendener Prinzenpaar Roland und Petra Podlech gab sich die Ehre. Die Vereinsbar war geöffnet, Berliner Ballen wurden gereicht und Frikadellen. Ohne das Engagement der Großfamilie Staeck gäbe es den Seniorenkarneval beim SV Menden vermutlich nicht. Enkel Felix zeichnete verantwortlich für die Musik. Sichtlich viel Freude hatten alle, die gekommen waren.