Zug durch Menden: Tanzend zwischen den hohen Wagen

Zug durch Menden : Tanzend zwischen den hohen Wagen

Vögel, Gorillas oder Aladin: 20 Gruppen und Vereine bringen in Menden gute Laune. 600 Karnevalisten ziehen drei Stunden lang durch den Ort.

Es stürmte und schüttete als die Jecken sich für den Zug in Sankt Augustin-Menden zusammenfanden. Eine Sache war anders in diesem Jahr, denn aufgrund der Unwetterwarnung verzögerte sich der Beginn um eine halbe Stunde. Falls es noch einmal anfange zu stürmen, müsse man in Rücksprache mit der Polizei notfalls spontan den Zug unterbrechen, erklärte Zugleiter Dirk Steinert zu Beginn. Doch dazu kam es nicht. Sehr schnell war von dem Regen auf den Straßen kaum noch etwas zu sehen und die Kostüme trockneten. Insgesamt 20 Gruppen und Vereine waren in diesem Jahr dabei.

Hoch vom Piratenschiff verteilte die 1. Mendener Narrenzunft, ein erst 2015 gegründeter Brauchtumsverein von Mendener Familien, seine Kamelle. Mit Kapitänsmütze und Augenklappe bildete der Verein mitsamt einem aufwendig gestalteten Wagen den Zuganfang. Wie auch im vergangenen Jahr war der KC Maibank mit dabei. In diesem Jahr verteilten seine Mitglieder als Gorillas verkleidet Bananen an Jung und Alt am Straßenrand.

Unter dem Motto „Hück weed dr Aap jemaht, ejal war et och koss“ zogen sie durch die Straßen. Der Turnverein Menden war unter anderem in Kostümen des gelben Vogels Bibo aus der Sesamstraße unterwegs und präsentierte sich tanzend zwischen den hohen Wagen als Fußgruppe.

Ganz besonders aufwendig war der Wagen des Löschzugs Menden der Freiwilligen Feuerwehr gestaltet. Unter dem Motto „Flower Power“ präsentierte die Löschtruppe einen an einem übergroßen Joint rauchenden Hippie, inklusive eingebauter Nebelmaschine. Auch die KJG Menden war vertreten, sogar mitsamt Liveband auf dem Wagen. „Zick us däm Dornröschenschlaf opzewache“ war ihr Tagesmotto, zahlreiche Feen und Märchenprinzen folgten der Livemusik.

Pandas, die auf dem Bierbike sitzen, erlebt man wohl nie. Doch auf dem Mendener Karnevalszug konnte man sie bei den Mendener Freunden entdecken. In Ganzkörper-Panda-Kostümen radelte der Verein die Mendener Straßen entlang, direkt gefolgt vom Maiclub Menden.

Während der Mendener Kirchenchor den Dschinni aus Aladin und die Wunderlampe wundersam vervielfältigte, amüsierte sich der Sportverein Menden über das WM-Aus der Nationalmannschaft im vergangenen Jahr. „Fußball spille mer mindestens jenau so joot“ war ihre Antwort auf das Debakel.

Den Abschluss des Zuges bildeten schließlich das Prinzenpaar Karsten I. und Silke I. mitsamt Gefolge und Musikkapelle der KG Blau-Wieße Essele. Ihre Ankunft löste großen Jubel und viele Kamellerufe aus, denn der Verein, in diesem Jahr in nordische Seemannskluft gekleidet, feiert in diesem Jahr sein 45-jähriges Bestehen. Für die Kinder war hier die Kamelle-Ausbeute besonders groß. Insgesamt waren mehr als 600 Karnevalisten am Mendener Karnevalszug beteiligt, der nach drei Stunden schließlich am Mendener Markt endete.

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