Karnevalszug in Troisdorf: Troisdorfer Zug zieht Zigtausende Zuschauer an

Karnevalszug in Troisdorf : Troisdorfer Zug zieht Zigtausende Zuschauer an

Für das jecke Vergnügen: 760 Meter lang war der Karnevalszug in Troisdorf am Wochenende. 84 Gruppen feierten mit.

Um 13 Uhr war die Innenstadt entlang der Kölner Straße noch recht leer. Hier und da heizten sich aber schon ein paar Jecken tüchtig ein. Da standen schon Wikinger herum, und vor der Bühne der Kreissparkasse Köln begeisterte das Männerballett aus Kriegsdorf das Publikum.

Als sich dann aber um 13.30 Uhr der 760 Meter lange Zug in Bewegung setzte, waren sie plötzlich alle da: Bunt kostümiert als Bienchen oder Piraten und – darin scheint dieses Jahr ein Trend zu liegen – als Uniformierte. FBI, CIA und Swatteam, sogar ein Vier-Sterne-General wurde gesichtet. Besonders lautstark tat sich dann eine Gruppe junger Kerle hervor, die sich völlig unpassend zu ihren Uniformen „Gummibärenjungs“ nannte. Die echten Uniformierten waren natürlich auch am Ort des Geschehens, um für Sicherheit zu sorgen. Das machten auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes unter Leitung von Alexander Koch. Sechs Trupps unterstützt von DLRG-Helfern aus Troisdorf und Monheim standen bereit, um neben den Zuschauern auch den 84 Gruppen des Zuges mit 20 Groß- und 24 Bagagewagen, 30 Fußgruppen, sechs Musikkorps und sechs Tanzkorps im Notfall zur Seite zu stehen.

Reichlich zu sehen und zu hören

Gleich vorneweg trommelte und pfiff eine Sambagruppe aus Varel – der Stimmungshochburg am Jadebusen – den Zuschauern richtig ein. Da gab es dann reichlich zu sehen und zu hören. Wie etwa die Zigeunergilde aus Spich, die in passenden Kostümen, überaus mann- und fraustark singend und Kamelle werfend für Spaß sorgten. Sogar ein richtiger Richter des Amtsgerichts Siegburg verstärkte die jecke Truppe. Die schließlich von Bühnenmoderator Wolfgang Hoegemann bewusst politisch inkorrekt als „im Dunkeln schwer erkennbare Rotations-Europäer“ bezeichnet wurden. Für viel gute Laune sorgte auch Peter Ittenbach. Der 48-Jährige erlitt vor 20 Jahren einen Arbeitsunfall, der ihn seitdem an den Rollstuhl fesselt. Ittenbach fand aber seine Lebensfreude zurück, und gestern fuhr er als Badewannenkapitän im Zug mit. Und wurde mit vielfachem Alaaf für sein Engagement belohnt.

Den bekamen auch die vielen anderen Zugteilnehmer gespendet, Schulen und Vereine, wie etwa „Hoot un Höötche“, die mit bester Laune ihren dreißigsten Geburtstag feierten. Als dann zum Schluss das Troisdorfer Dreigestirn mit Prinz Paul II. (Dobelke), Bauer Mathias (Gudelius) und Jungfrau Dietmara (Krause) von den Fidelen Sandhasen Oberlar auffuhr, war das Narrenvolk nicht mehr zu bremsen.