Party in drei Stadtteilen

Sankt Augustiner Frauen lassen es krachen

Sankt Augustin. Verdötschte Sankt Augustiner Wiever feiern ausgelassen in Menden, Mülldorf und Hangelar. Männer wurden nur auf der Bühne geduldet.

Jecke Wiever överall in Sankt Augustin: Ausgelassen und raderdoll feierten die Möhnen in Sankt Augustin. Das jecke Treiben hatten die Damen an Wieverfastelovend ganz fest im Griff und in der Hand. Männer waren zwar auch zu sehen, wurden indes nur auf der Bühne geduldet. Zum Partymachen nach den Sitzungen in Hangelar, Mülldorf und Menden waren sie dann aber wieder zugelassen. Die Sankt Augustiner Damenwelt ließ es wieder einmal richtig krachen. Aber auch die Männer zeigten zu späterer Stunde, dass sie beste Partybiester sind.

Hangelar

Auch in diesem Jahr verwandelte sich das Haus der Nachbarschaft in Sankt Augustin Hangelar zu Wieverfastelovend wieder wieder in das „Haus des Karnevals“. Über 250 feierwütige Damen genossen die fünfte Jahreszeit mit dem Turnverein Hangelar. Kostümiert in rot und weiß, den Farben des Vereins, begrüßte Renate Heidgen die bunt kostümierten Jecken. Heidgen und die Damen des Komitees hatten für die Weibersitzung wieder ein buntes Programm zusammengestellt: Neben der Kölschband „Köbesse“ und der Tanzgruppe „Funky Diamonds“ trat der Kölner Trompeter Bruce Kapusta auf.

Als Eisbrecher betrat der Tanzcorps „Rezag Husaren“ der Porzer Ehrengarde die Bühne. Die rund 20 Tänzer wirbelten ihr Tanzmariechen bis knapp unter die Decke und brachten den Saal zum Kochen. Der Kabarettist Kai Kramosta alias der „Pfundskerl“ outete sich als Fan von alten Karnevalsklassikerin und probte mit den Damen die drei „Applausstufen“. Gemeinsam mit dem Publikum sang der Kölner Comedian lauthals „Es war in Königswinter“ von den „3 Colonias“.

Mit von der Partie waren zudem die Männer der Komitee-Damen mit zwei Auftritten als Männerballett „Flugplatzelfen“. Männliches Publikum war jedoch nur auf der Bühne geduldet. Die jecken Hangelarer Wiever blieben bis zum Abend unter sich und bewiesen, dass sie den Herren der Schöpfung im Feiern nichts nachstehen.

Menden

Im warmen Festzelt in Sankt Augustin-Menden trotzen die Damen den kalten Temperaturen draußen und ließen es drinnen ordentlich krachen. Präsidentin Elke Marquis begrüßte bei der Damensitzung der Karnevalsgesellschaft „Blau-Wieße Essele“ knapp 800 Gäste in ihrem Festzelt. Als bunte Ahoi-Brausen verkleidet, übernahmen Marquis und ihr Gefolge die Regentschaft im jecken Saal.

Als erster Programmpunkt heizte das Heddener Dreigestirn aus Frankfurt die Menge ordentlich ein. Spätestens als Bernd Stelter, der zweite Gast des Nachmittags, seinen Hit „Ich hab drei Haare auf der Brust“ anstimmte, standen die Jecken auf den Stühlen und sangen lauthals mit. Für die Tanzgruppe „Kammerdiener und Kammerkätzchen“ der „Alten Kölner Karnevalsgesellschaft Schnüsse Tring 1901“ kehrte der Vereinspräsident höchstpersönlich die Bühne, damit die Tänzer nicht auf dem Konfetti ausrutschten.

Die Männer des Blau-Wieße Essele durften das Festzelt zu Weiberfastnacht nur zum Arbeiten betreten. Frei nach dem diesjährigen Motto des Kölner Karnevals „Mer Kölsche danze us der Reih“ tanzten die Jungs und Mädels der „Kammerdiener und Kammerkätzchen“ Rock'n'Roll auf kölsche Lieder.

Auch die weiteren Programmpunkte des Nachmittags ließen die Menge im ausverkauften Festzelt brodeln: Die Bands Kölsch Fraktion, Rabaue und die Blömcher boten karnevalistische Töne, und der Bauchredner Klaus Rupprecht ließ sein Äffchen „Willi“ plappern. Der Büttenredner Martin Schops, wie Elke Marquis in echten Leben als Lehrer unterwegs, nahm die politischen Größen der Welt musikalisch aufs Korn.

Mülldorf

Dass man auch im Alter noch ordentlich feiern kann, bewiesen die Damen der Damenkarnevalsgesellschaft (DKG) „Sonnenschein 1929“ aus Sankt Augustin-Mülldorf. Als Großmütterchen verkleidet schwangen die Aktiven des Vereins beim „Rollator-Ballett“ in der Mehrzweckhalle in Mülldorf das Tanzbein. Mit Karnevalsklassikern wie „Die Mama kriegt schon wieder ein Kind“ von den Bläck Fööss brachten die Damen ihr Publikum zum Schunkeln und Mitsingen.

Besonderes Highlight der Veranstaltung war der Besuch des Mülldorfer Ortsvorstehers Heinz-Peter Schumacher, der zwei langjährige Mitglieder der DKG ehrte. Waltraud Theisen und Gerdi Nagel erhielten für ihre langjährige Tätigkeit im Vorstand des Vereins den goldenen Verdienstorden des Mülldorfer Ortskartells. Auf sich warten ließen die Männer der Birkenfelder Dorfgrenadiere. Erst bei der zweiten Einmarschmusik betraten die Tänzer den Saal. „Das sind ja auch nur Männer. Die sind nicht multitaskingfähig“, entschuldigte die Präsidentin Doris Hutmacher die Karnevalisten.