Zug durch Heimerzheim: Imker und Bienen bringen Rosen unters Volk

Zug durch Heimerzheim : Imker und Bienen bringen Rosen unters Volk

324 Teilnehmer ziehen durch die Straßen von Swisttal – vom Fußballverein bis zur Nachbarschaftsgruppe.

„Wonderful, amazing, so was gibt es bei uns nicht.“ Szehzahd Idnani ist begeistert. Jedes Jahr fliegt er eigens aus Singapur an, „egal, was es kostet“, um im Heimerzheimer Rosenmontagszug mitzugehen. Er gehört zum erweiterten Kollegenkreis von Fadzlun Luppus bei DHL, die in der vergangenen Session Prinzessin in Heimerzheim war. „Die Fründe us aller Welt Rusemondach nix mieh doheim hält“ lautete das Motto der Bonner DHL-Gruppe, die aus Engländern, Iren, Schweden und Kolumbianern bestand.

Pünktlich zum Beginn des Zuges mit seinen 324 Teilnehmern stoppte der Regen, sodass die Zuschauer den Wagenbesatzungen und Fußgruppen ohne Schirm zujubeln konnten. Die Alten Herren des SSV Heimerzheim betrieben eine Intensivstation. Notarzt Adam Grzonka, assistiert von seiner Frau und Krankenschwester Alexandra, behandelte so manchen Patienten mit heilenden Getränken. „Mir fiere bis(s) zum Morgengrauen“ hatten sich die Junggesellen um Wolfgang Allendorf vorgenommen. Die blassen Vampire in ihren schwarzen Umhängen versprachen aber, nicht zu beißen: „Mir bütze leever.“

Die jungen Reiter des Islandpferdehofs Kader umschwirrten als Sieben Zwerge auf der Märchenburg das Schneewittchen. Erstmals war die Nachbarschaftsgruppe Müller dabei. Als Imker verteilten sie Rosen, Blumensamen und Blumenzwiebeln, damit aus Heimerzheim „ne blöhende Jade“ wird. Die Schützenbruderschaft thematisierte die ausgefallene After-Zoch-Party: „Och wenn de Aula zo is, fiere mir Karneval.“

Unter dem Motto „Heidewitzka, Herr Kapitän, der Heimerzheimer Karneval wird weitergehn“ zog die Gruppe von Sonja Ellmer durch den Ort. Die Rewe-Belegschaft brachte auf einem Wagen in den Firmenfarben Rot und Weiß Süßigkeiten unters Volk. Aus einem Spielcasino in Las Vegas grüßte das Damenkomitee Goldene Herzen, das sein 80-jähriges Bestehen feiert.

Bereits seit 25 Jahren nimmt die Fantasy Group als Hunnen mit imposanten Leder- und Fellkostümen verkleidet am Zug teil. Unter dem Kommando von Fürst Scipio (Michael Summen) waren auch wieder viele Kinderdabei. Tradition zählt auch beim Judo-Club, der den Heimerzheimer Zug seit 40 Jahren verstärkt. Zum Senior und Gründer Klaus Kirste (80) gesellten sich Vorsitzender Thomas Trimborn und viele Jugendliche in gelben Fräcken und schwarzen Hosen.

Eine Pferdekutsche zog ein Modell des alten Fachwerkhauses an der Kirchstraße, das derzeit restauriert wird und den Orden der Karnevalsgesellschaft ziert.

Größte Gruppe im Zug war wieder die Ehrengarde, geführt vom Vorsitzenden Frank Krämer. Gut 60 Uniformierte verteilten sich auf zwei Wagen und eine Fußgruppe. An der Gulaschkanone taten Otto Gasper und Thomas Spilles Dienst. Und natürlich durften die Kanoniere Jimmy Stoiber und Hermann Mirgeler nicht fehlen. Orientalisch angehaucht war das Motto des KG-Vorstandswagens, auf dem Präsident Manfred Lütz Kamelle schmiss: „Aladin und die Wunderlampe.“

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