Tollitäten waschen Portemonnaies aus

Einsatzkräfte ziehen Bilanz zum Bornheimer Karneval

Kein Cent mehr übrig: Die Bornheimer Tollitäten waschen ihre leeren Geldbeutel im Rhein bei Hersel aus.

Kein Cent mehr übrig: Die Bornheimer Tollitäten waschen ihre leeren Geldbeutel im Rhein bei Hersel aus.

Bornheim. Zum Abschluss des Karnevals waschen die Bornheimer Tollitäten ihre Portemonnaies im Rhein aus. Bilanz der jecken Tage: Bei den zehn Zügen haben Zehntausende friedlich gefeiert.

Schweigend bewegte sich der Trauerzug gen Herseler Rheinufer, begleitet von den Trommelschlägen von Martin Franzen. Zum Abschluss des Karnevals wuschen die Bornheimer Tollitäten am Aschermittwoch ihre Portemonnaies im Rhein aus. Diese waren nach den tollen Tagen genauso leer wie die grüne Geldkassette, die Bürgermeister Wolfgang Henseler dabei hatte. Alles verjubelt, alles Geld verprasst.

Im Anschluss zog Henseler in der Pension Prinzenhof eine Karnevalsbilanz aus Sicht der Stadt. Bei den zehn Zügen hätten Zehntausende friedlich gefeiert, sagte er. Das sei nicht möglich gewesen ohne diejenigen, die im Hintergrund dafür gearbeitet hätten. Henseler dankte den Mitgliedern der Karnevalsvereine, Ortsausschüsse und Dorfgemeinschaften ebenso wie den Tollitäten der Session: Prinzessin Doris I. aus Roisdorf, Prinz Günter II. und Prinzessin Sabine I. aus Merten, Kinderprinzessin Julia I. aus Waldorf, Kinderprinz Lukas I. und Kinderprinzessin Eva I. aus Widdig sowie Prinz Uwe I. und Prinzessin Julia I. von den Bonner Werkstätten. Er habe gehört, so Henseler, dass es in der kommenden Session mehr Tollitäten in Bornheim geben solle. Der Rekord stehe aktuell bei sieben.

Weniger Einsätze als 2017

Das Ordnungsamt war laut Henseler bei acht Zügen mit 50 Kräften im Einsatz. Es habe intensive Jugendschutzkontrollen gegeben, dabei aber weniger Einsätze als 2017, bei denen Alkohol vernichtet wurde. Jugendamt und Jugendpflege seien mit 34 haupt- und ehrenamtlichen Kräften bei vier Zügen gewesen. Einmal seien 90 Würstchen gegen 13 Liter Alkohol eingetauscht worden. Auch seien Brötchen, Pizza oder Wasser ausgeben worden. 18 Jugendliche (zehn in Kardorf, acht in Roisdorf) seien durch den Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt in Obhut genommen und den Eltern übergeben worden, so Henseler.

Sämtliche Maßnahmen dienten dazu, dass der Alkoholkonsum nicht ausufert. „Insgesamt verhindern können das nur diejenigen, die in der Erziehung tätig sind“, so Henseler. Aus Sicht der Stadt war das Glasverbot in Teilen Roisdorfs, Kardorfs und Waldorfs ein Erfolg. Die Rettungskräfte hätten von weniger Schnittverletzungen berichtet. Dennoch habe es viele Einsätze gegeben, alleine an Weiberfastnacht seien 59 Personen behandelt worden. Weiter berichtete Henseler, dass bei einem Karnevalszug kleine Schnapsflaschen aus Glas von einem Wagen geworfen worden seien. Die Stadt kenne die Verantwortlichen und verhänge nun Bußgelder. Bei allen „Begleiterscheinungen großer Feste“ sollten sich die 95 Prozent, die friedlich feiern, nicht die Stimmung von den fünf Prozent, die sich daneben benehmen, kaputt machen lassen, befand Henseler. Karneval sei ein schönes Fest und sollte weiterhin in Bornheim genossen werden.