Hannah schließt die Herzen auf: Unkeler KG feiert festliche Prunksitzung

Hannah schließt die Herzen auf : Unkeler KG feiert festliche Prunksitzung

Bei der Prunksitzung der Unkeler Narren bebt die Turnhalle. „Barhocker“ ziehen mit dem Radetzky-Marsch in den Saal.

„Mir Unkeler danze us d‘r Reih‘ und ihr seid all‘ dabei!“ Unter diesem Motto hatte die 90-jährige KG der Kulturstadt am Rhein um ihren Vorsitzenden Manfred Himmelbach und Präsident Markus Winkelbach am Samstagabend in das Unkeler Turnschuh-Gürzenich eingeladen.

Dort folgten lange vor dem offiziellen Beginn der närrischen Prunksitzung die bunt kostümierten Jeck­en der Kasalla-Aufforderung „Alle Jläser huh!“, so dass die Stimmung längst den Siedepunkt erreicht hatte, als Ministerne, Sterne und Majoretten den Strüsssjer-werfenden Elferrat in die Narhalla führten. „Ich kunnt et jetz kaum noch erwarten, bis wir hier oben in den Abend starten“, gestand Himmelbach seinem „lieben närrischen Publikum“, bevor Winkelbach das „Reimmonster“ der KG ablöste und die Ankunft von Prinzessin Hannah I. ankündigte.

Prinzessin nach sechs Jahren Wartezeit

„Mir han us ewich drop jefreut, op su ne schöne Daach wie heut“, gestand die Tollität zusammen mit ihren Pagen Lana Willburger und Ayla Brown. Sechs lange Jahre hatte Hannah darauf gewartet, endlich Prinzessin zu sein. „Jetzt schließt du die Herzen aller Narren auf“, bescheinigte ihr der Präsident, bevor das Trio sein Sessionslied anstimmte: „Hannah, Lana, Ayla, mir danzen immer weiter. Hannah, Lana, Ayla, die Stimmung wird noch geiler!“ Dieses Versprechen setzten zunächst die „Mini-Sternchen“ um, die et „Schökelpääd“ auf die Bühne holten. Raderdoll, außer Rand und Band feierte das Publikum die jüngsten Tänzerinnen, so dass die „Sterne“ vermuteten: „Üch hät d‘r Düwel aanjelaaach!“, bevor Obermajorette Vicki Ottersbach mit „Du bist meine Liebe, meine Stadt und mein Verein“ ihre Tänzerinnen ins Rennen schickte, die den Kölschen Jung auf die Bühne holten.

Mit dem Radetzky-Marsch zogen dann die „Barhocker“ in den Saal, den Frontmann Andreas Kuhsel mit „Polka, Polka, Polka“ und der „leev Marie“ zum Kochen brachte. Selbst mit dem „Lummerland“-Lied und er Biene Maja, ja sogar mit „Hey Jude“ zauberte die Unkeler Boygroup Fastelovend-Stimmung in die Narhalla, bevor sie auch noch „Anita“ von Costa Cordalis aus Mexiko an den Rhein holten. Aus der Domstadt war „Dä Knubbelich vom Klingelpütz“ nach Unkel gekommen, der seine Abneigung gegenüber „Vejanatüppe us d‘r Schickerija“, die in der „Schalleria“ einkaufen, nicht verleugnen konnte.

„Dat sin Minsche, die mer fröher als Pänz beim Versteckspill nie gefunde hann!“, erinnerte er, um sich dann generell „huhdütschkallenden Minsche“ zu widmen. So berichtete der „Deliktdesigner us Kölle“ von eine seiner Insassen, der ihn gefragt habe, ob er „den Strafgefangenen in der Dachrinne“ kennen würde, weil der den „Höhner“-Hit „Ich ben ene Räuber, ich kann nit treu sin, läv en d‘r Daach ren!“ nicht verstanden habe. Natürlich durften auch seine Urlaubserlebnisse auf „Ischia“ mit Freundin „Flora Soft“ nicht fehlen wie auch „de ahl Cinderella“, die so betagt sei, „dat se et Duude Meer noch ens krank jekannt hätt“, unkte er.

Weiter ging es mit der „Hüttengaudi“ der schuhplattlernden „Herzblättchen“, die von der Heisterer Möhn Edith Kenn mit ihrem Rollator abgelöst wurden. Der würde demnächst ferrari-rot gespritzt und bekäme einen gehäkelten Frontspoiler, verriet die Heimatordensträgerin. Die war beim Training für das dritte Gehwagen-Rennen in der Unkeler 30er Zone geblitzt worden. „Auch en ahl Kipp kann eben noch en Waldbrand maache“, leitete Kenn zu ihren Mädchensitzungswitzen über, für die sie mit einer donnernden Rakete verabschiedet wurde.

„Du bist das Land, dem ich die Treue halte, weil du so schön bist, mein Tiroler Land“, gestanden die „Flying Dancers“ in ihren Lederhosen und roten Sonntagswesten, nachdem sich die Tänzer des beliebten Männerballetts erst mal ihrer Mönchskutten entledigt hatten. Keiner im Saal nahm den „Überfliegern“ aber das Fremdgehen mit dem Alpenland übel. Stattdessen folgte man ihnen „Jodi, jodi, jodi ö“ bereitwillig auf den Wilden Kaiser und wieder ab ins Tal.

Sonst hätten sie nicht nur „Annegret vom Wochenmarkt“ sondern auch die „Kolibris“ verpasst, ganz zu schweigen von den „Sahnehäubchen“, der Band „Druckluft“ sowie den „New Diamonds und New Pearls“, die mit ihrem Tanz einen optischen Schlusspunkt setzten.