KG "Me haalen et us"

Die jecke Durststrecke ist beendet

RHEINBREITBACH. Nach zweijähriger Pause lädt die KG "Me haalen et us" wieder zu einer Sitzung ein.

Zwei Jahre hatten die Breitbacher Jecken auf eine Narrensitzung der KG "Me haalen et us" verzichten müssen. Am Freitagabend hatten die "Ushaaler" um die Vorsitzenden Rudolf Martin und Thomas Saß die Durststrecke überwunden und präsentierten ihrem jecken Völkchen ein von Marlene Rother zusammengestelltes Programm. Dieses wurde zu mehr als 50 Prozent von eigenen Kräften gestaltet.

"Ihr Jecken groß und klein, mer wollen Fastelovend zesamme sein. Stimmt alle mit ein hier im Saal, ein dreifach Alaaf auf den Karneval", ermunterte das Rheinbreitbacher Kinderprinzenpaar, Ole I. "aus dem Hause Saß" und Jule I. "aus dem Hause Maihöfer", am frühen Abend die jecke Narrenschar in der bunt geschmückten Hans-Dahmen-Halle.

Angeführt von dem präsidialen Moderator, Patrick Wolf, dem später Klaus Niederkorn zur Seite stand, war der Elferrat noch vor den jungen Tollitäten eingezogen. "Karneval fiere find ich klasse, vor allem mit nem Freund wie meinem Lasse", stellte wenig später Ole I. seinen Pagen in Reimform vor. Da wollte Jule I. nicht nachstehen und erklärte: "Als Pagin hab ich Nina mitgebracht, wir freu'n uns schon auf 'ne Kamelleschlacht!"

Begleitet wurde das Prinzenpaar aber auch von der Burggarde, der als "Silberjubilar" dieses Jahr der Sessionsorden gewidmet ist. "Dat hät de Welt noch nit jesinn, dat steck vun klein aan en us drin", berichteten die großen Gardistinnen. Die Kleine Burggarde, das Prinzenpaar und dessen Pagen bewiesen, dass das auch auf sie als jüngere Protagonisten zutrifft. Und tänzerisch, wenn auch bei weitem nicht so grazil, ging es weiter. "Mer kumme met alle Mann vorbei", hatte die Feuerwehr zwar versprochen. An der Aerobic-Stunde mit Eintänzerin Saskia Schmitz nahmen aber nur Männer mit absolut "stahlharten Körpern" teil. Nachdem die Sirenen sie zum "Einsatz" gerufen hatten, jagten sie nicht nur schwitzend, sondern auch ausgesprochen "atemlos durch die Nacht".

Mit dem bekannten Hit von Toni Steingass "Hurra, hurra, der liebe Jung is wieder da", den die Burgbläser intonierten, kann im Breitbacher Fastelovend nur einer gemeint sein: der "Fringse Schorsch", der 1957 noch blutjung Sitzungspräsident der KG geworden war und mit den "Vier Assen und ein Joker" unvergessene Erfolge gefeiert hatte. Als Wachtmeister kehrte er jetzt auf die närrische Bühne zurück, um dort eine Vermisstenanzeige aufzunehmen. Aufgegeben wurde diese von "Schmitze Billa" alias Sonja Frericks, die im Dirigenten der Burgbläser, Hansgünter Schröder, den Breitbacher Bachelor erkannte.

Die Beschreibung ihres "Jüppchens" - jenes kleinwüchsigen, fettleibigen Glatzkopfs mit stechendem Blick und Schweißfüßen - öffnete der guten Frau selbst die Augen. Und ließ sie dem Wachtmeister erklären, dass sie lieber doch nicht nach ihrem Gatten suchen wolle. Der Wortspiele noch nicht genug, kalauerten die beiden über Verbandsgemeindechef Karsten Fehr: Der tolle Auftritt brachte Frings und Freriks die erste Rakete einer Sitzung ein, die erst lange nach Mitternacht endete.