Veilchendienstagszug in Aegidienberg

Von oben kommen nicht nur Kamelle

Viele Jecken hatten sich besonders bunte Kostüme gebastelt.

Viele Jecken hatten sich besonders bunte Kostüme gebastelt.

AEGIDIENBERG. Trotz Schneeregen lassen sich die Aegidienberger ihren Zoch nicht vermiesen. Für Aegidia Claudia I. und Prinz Guido II. und all die anderen Jecken ist er schließlich Höhepunkt und Abschluss einer tollen Session.

Ganz schön abgehoben! Die Aegidienberger Jecke sind auf karnevalistischer Weltraummission. „Jecke fiere met Knall – in Wülscheid un em All!“ Aber bevor die Rakete abhob, um das jecke Brauchtum bei den Außerirdischen zu verbreiten, waren die Wülscheider Narren erst mal beim Veilchendienstagszug dabei und warfen ordentlich Kamelle aus ihrem Raumschiff. Karneval im All – das kommt etwas später.

Ebenfalls in höheren Gefilden unterwegs: die Orscheider, die den Zoch als Startrampe nutzten, denn sie verkündeten: „Auf zu neuen Welten!“ Auch sie erleichterten ihre Rakete durch fleißige Kamelle-Gaben. Dumm nur, dass von oben während des Zuges Schneeregen fiel. Da haben die Marsmännchen wohl irgendetwas verwechselt – Kamelle geht anders.

Prall gefüllt waren jedenfalls die Beutel der Jecken am Zochweg, die ihre Freude hatten am süßen Bombardement aus den Wagen und den Wurfgeschossen der Fußgruppen, selbst der Minis. Der Kindergarten „7 Zwerge“ war als bunte Hühnerschar unterwegs. Motto: „Die wilden Hühner – artgerechte Haltung im Kindergarten!“ Au weia, auch ein böser Fuchs geisterte im Hühnerhof herum.

Der Stammtisch Wülscheid meinte: „Der Stammtisch und die Spadaka, die eine geht, wir bleiben da!“ Die Aegidienberger Dorfjugend versteht was vom Handwerk: Einen WC- hatten die Bauwerker zum Bauwagen umgerüstet: „Bei uns wird auch der Berliner Flughafen fertig!“ Sollte die BER-Leitung mal ein Engagement überdenken. Nicht nur am Flughafen geht’s verrückt zu; die SFA finden jedenfalls: „Der Sport spielt verrückt!“ Auf einem großen Fußballfeld hatten sie noch verschiedene andere Sportaccessoires. Hintergrund: Neue Regeln im Sport. Als fleißige Bienen waren die katholischen Frauen von Aegidienberg unterwegs.

Und die Mitglieder des Kirchenchores Cäcilia kamen ebenfalls im Flug: als Marienkäfer. „Wir wollen das Marienhaus erhalten und Spenden sammeln“, verkündeten die Glückskäfer. Die Frauen der KG Klääv Botz meldeten als Till Eulenspiegel: „Janz schön jeck – et Hätz om rächten Fleck!“ Herrlich die Sankt-Hubertus-Schützen als Engelchen und Teufelchen um Oberengel Hans Peter Efferoth, der in seinem weißen Kostüm allerliebst aussah. Ihre Botschaft: „In jedem Engel steckt ein Teufel!“ Toll: Die KG Halt Pol war wieder mit ganzer Mannschaft dabei. Präsident Jörg Pütz und seine Leute schossen mit Kamelle aus allen Rohren.

Mit vollen Händen schaufelten auch die beiden Prinzenpaare – Guido II. und Aegidia Claudia I. sowie Florian I. und Lea I. – die Kamelle unter ihr närrisches Volk. Die können eben nicht nur fantastisch singen und reden. Der Circus Comicus hatte nach Langem wieder seinen fliegenden Clown in Aegidienberg von der Angel gelassen. Rund hundert Comicüsse hatten sich den Veilchendienstag auf dem Berg reserviert – mit frischen Bratwürstchen fürs Publikum. Und Seifenblasen ließen sie fliegen – eine Pracht. Allerdings nur, bis die Marsmännchen von oben die Kamelle mit Schneeregen verwechselten.