Proklamation in Heisterbacherrott

Prinz Goldi, Bauer Elke und Jungfrau Birgit übernehmen Narrenzepter

Freuen sich auf die Session in Hesprott: Jungfrau Birgit (Coosmann), Prinz Goldi (Anja Goldtschmidt) und Bauer Elke (Meurer).

Freuen sich auf die Session in Hesprott: Jungfrau Birgit (Coosmann), Prinz Goldi (Anja Goldtschmidt) und Bauer Elke (Meurer).

HEISTERBACHERROTT. In Heesprott sind die Frauen top, und das im wahrsten Sinne des Wortes: Schließlich ist das wichtigste Amt im Ort in weiblicher Hand. Am Samstag wurde im Saal Lichtenberg zum zweiten Mal ein Frauen-Dreigestirn proklamiert.

Ab sofort hat Prinz Goldi (Anja Goldschmidt) im Ort die (Narren-)Hosen an. Ihm – oder besser gesagt: ihr – zur Seite stehen Bauer Elke (Meurer) und Jungfrau Birgit (Coosmann).

Vize-Bürgermeisterin Cornelia Mazur-Flöer, zuvor von Sitzungspräsident Guido Hoffmann zur stellvertretenden Oberbürgermeisterin befördert, freute sich besonders über die weibliche Verstärkung und appellierte sogleich an den Bürgerfestausschuss, daraus in der nächsten Session eine Tradition werden zu lassen. Mit Prinz Goldi werden die Heesprotter Jecken von einer wahren Vollblutkarnevalistin regiert. „Blut geleckt“ hat sie bereits in jungen Jahren, als sie als Prinzenkind das Tollitätendasein ihrer Eltern miterleben durfte.

Nachdem sie zunächst in Söven, dann bei der Strücher KG in Thomasberg selbst aktiv getanzt hatte, trainierte sie von 2001 bis 2006 das erfolgreiche Männerballett „Lollis“. Ihre karnevalistische Karriere krönte Anja Goldschmidt vorläufig in der Session 2008/09, als sie mit ihrem Ehemann Oliver das Narrenzepter schwang.

Leben ohne Fastelovend quasi unvorstellbar

Seit 2012 ist sie bei den „Ringeldüwje“ aktiv und freut sich nun riesig, nach Prinzessin auch „enmol Prinz zo sin“. Für karnevalistischen Nachwuchs hat „Ihre Tollität“ auch bereits gesorgt: Sohnemann Luis, fünf Jahre alt, stand mit auf der Bühne und freute sich mächtig über den Orden, den er von der Mama umgehängt bekam.

Auch für Bauer Elke ist ein Leben ohne Fastelovend quasi unvorstellbar. 1985 hatte sie bei den Siebengebirgsperlen mit dem Tanzen angefangen und bis 1996 durchgehalten. Seit 20 Jahren ist sie Aktive der Ringeldüwje – bis heute immer mit großer Freude. Hat sie in den ersten Jahren den Ringeldüwje beim Einstudieren der jeweiligen Tänze geholfen, steht sie mittlerweile auch selbst mit Vorträgen auf der Bühne.

Jungfrau Birgit näherte sich dem Karneval zunächst musikalisch: Als Jugendliche begann sie im Tambourcorps Thomasberg und wechselte mit 17 Jahren der Liebe wegen zum Musikzug nach Heisterbacherrott. 1991 wurde sie Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft. Seit 2000 ist sie zudem bei den Ringeldüwje aktiv, deren Vorstand sie seit 2006 angehört. Auch beim Bürgerfestausschuss Heisterbacherrott arbeitet sie seit 2013 im Vorstand mit.

Schwungvolles Programm

Sein Motto hat das närrische Trifolium – wie sollte es auch anders sein – natürlich den Ringeldüwje gewidmet, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiern: „Heesprotter Ringeldüwje die blieven met Schwung ewich jung“. Schwungvoll ging es dann auch nach der Proklamation weiter im Programm.

Der Bürgerfestausschuss unter Vorsitz von Wolfgang Thiebes hatte ein Sitzungsprogramm zusammengestellt, in dem es an nichts fehlte, was das Narrenherz begehrt: spannende Verzällcher aus der Bütt, schmucke Tanzcorps und jecke Töne zum Schunkeln und Mitsingen.

Zum Auftakt gab es Frauenpower am Mikrofon in Form von Rednerin Anne Vogd aus Köln, die Heiteres aus dem Alltag zum Besten gab. Schlag auf Schlag ging es weiter mit der Tanzgarde „Ziepches Jecke“ aus Rhöndorf, dem Duo „Omi un Opi“, den Drachenfelsperlen, Sänger Norbert Conrads, den Power Hexen und der KG „Klääv Botz“ aus Aegidienberg.

Mit Spannung erwartet worden waren die „Ringeldüwje“, die für ihren Jubiläumsauftritt unter dem Motto „Der Barbier von Sevilla“ begeisterten Applaus ernteten. Zum krönenden Abschluss heizten dann „De Köbesse“ den Jecken noch mächtig ein.