KG Fidele Freunde Postalia

So berauschend war die Jubiläumssitzung

KÖNIGSWINTER. Bläck Fööss, Kasalla und Paveier: Mit einem sechsstündigen Nonstop-Programm und zahlreichen hochkarätigen Gästen feiert die KG Fidele Freunde Postalia ihr 88-jähriges Bestehen.

Halleluja: Welch' ein Spektakel zum Auftakt der Großen Postalia-Sitzung. Licht aus, Spot an – und Star-Trompeter Lutz Kniep verzauberte mit virtuosem Spiel und brillanten Klängen das begeisterte Publikum in der CJD-Aula. Fantastische Lichteffekte sorgten währenddessen für zusätzliche Gänsehautgefühle.

Und während dieser Lasershow wurden dann auch noch Wahrzeichen der KG Fidele Freunde Postalia in den Arena-Himmel „gemalt“, darunter Drachenfels, Esel oder Postillion. Nicht zu vergessen: die „88“. Denn die Karnevalsgesellschaft feiert in dieser Session ihr 88-jähriges Bestehen. Und wie! Zum jecken Jubiläum servierten Präsident Arno Wichelhoven und sein Team ein fast sechsstündiges Nonstop-Programm der Sonderklasse.

Trug Kniep Karnevalshits wie etwa „Halleluja“ vor, so sang gleich nach ihm Tenor Norbert Conrads mit geschulter Opernstimme die schönsten kölschen Lieder von „Heimat es“ bis zu Willy-Ostermann-Klassikern wie „Och wat wor dat fröher schön en Colonia“. Lieder, wie sie schon bei den Postalia-Urahnen erklangen. Schunkelalarm in der Aula, die einem wogenden Meer glich.

Die Fööss im Wohnzimmer

Und dann: die Bläck Fööss, die nicht seit 88, aber doch seit 45 Jahren bei der Postalia regelmäßig auftreten. „1972 waren sie erstmals bei uns“, erinnerte der bestens aufgelegte Präsident an den Beginn dieser großen Liebe zwischen seiner KG und der kölschen Kultband. „Wie alt sind wir eigentlich?“, fragte Urgestein Erry Stoklosa daraufhin.

In ihrem Wohnzimmer brachten die Fööss der Jubiläumsgesellschaft einige ihrer schönsten Hits dar: „Pänz, Pänz“ oder „En d'r Kayjass“. Bömmel Lückerath sang „Ich ben e Kölschjlas“, und alle zusammen schwärmten: „Dat Wasser vun Kölle is joot“. Neu-Frontmann Mirko Bäumer dirigierte die Königswinterer „Fischerchöre“, die stimmgewaltig ins „Gebet“ einfielen: „Oh, leever Jott, jev uns Wasser!“ Ohne Zugabe kamen die Bläck Fööss nicht davon. Mit dem „Bickendörfer Büdche“ hatten sie sich dann aber endgültig ihre Rakete verdient.

Wie die Bläck Fööss gehörten auch die Postalia-Eigengewächse zu solch einem phänomenalen Abend. Das Kinder- und Jugendtanzcorps mit Solomariechen Kathy Haase: einfach süß. Und die schicken Mädels der Tanzsportgarde sowie Solistin Cassandra Wichelhoven begeisterten mit Akrobatik. Alle erhielten den Jubiläumsorden. Dieses Edelmetall überreichte der Präsident auch der Landtagsabgeordneten Andrea Milz, Landrat Sebastian Schuster und Bürgermeister Peter Wirtz, die zum Geburtstag gratulierten.

Jecken „us der Stadt met K“

Noch zwei tolle kölsche Bands heizten den Jecken ein. Kasalla „us der Stadt met K“ wie Köln eroberte die Jecken „us der Stadt met K“ wie Königswinter. Der Saal stand Kopf. Und als Kasalla den Titel „Marie“ als Zugabe anhängte, schunkelte der Elferrat am Bühnenrand mit. Et „Leev Marie“ boten indes die Paveier auf. „Schön ist das Leben“ oder der Sessionshit „Kumm Mädche, danz“: Das Publikum war aus dem Häuschen, hielt es nicht auf den Plätzen – stampfende Füße, wippende Hüften. Und es sang mit. Frontmann Sven Welter: „Ihr seid der Hammer!“

Sie sind rar gesät: die Büttenredner. Mit Jupp Menth, dem kölschen Schutzmann, Rumpelstilzje Fritz Schopps sowie Bauchredner Klaus Rupprecht mit Affe Willi bot die KG auch für Freunde des geschliffenen Wortes feine Kost. Affe Willi kam mit Verspätung – er stand wieder einmal an der Leverkusener Brücke.

Ne Schutzmann beleuchtete den Plan der Kölner Oberbürgermeisterin, Köln und Düsseldorf enger zusammenzuschließen: „Wie soll das gehen? Düsseldorfer kommen vom Fließband, Kölner sind göttliche Handarbeit.“ Und die 300 schönsten Mädchen der Erde machte das Rumpelstilzje ohnehin in Königswinter aus.

Rappelvolle Bühne

Zum 88. stellen die Fidelen Freunde das Altstadt-Prinzenpaar. Michael I. und Anke II. zogen strüßjewerfend auf. Michael ist Fähnrich der KG. Aber: Wegen seines Ornats, das vor ihm schon Ehrenpräsident Bernd Hardenberg und Nachfolger Wichelhoven trugen, begnügte er sich mit einem kleinen Auftritt und übergab die Fahne an Alois Saß, der das Publikum schier schwindelig schwenkte. Es gab Prinzenorden an verdiente Karnevalisten.

Die Bühne war gerappelt voll. Ein tolles Bild. Dafür sorgten auch die Beueler Stadtsoldaten zum Abschluss einer herrlichen Jubiläumssitzung.