Weiberfastnacht in Bad Breisig

Die Außerirdischen kommen nach Oberbreisig

BAD BREISIG. Nicht nur jecke Stimmung, sondern auch viel Vorfreude beim Oberbreisiger Zug. Denn: Im Jahre 2022 werden die Marsmenschen erwartet. Die Goldene Meile wird dann zum Weltraumbahnhof.

Lange werden die Bad Breisiger nicht mehr unter sich sein: Denn 2022 wird im Quellenort eine besondere Marsmission starten, wobei die Goldene Meile als Weltraumbahnhof fungieren wird, weil sicherlich auch reichlich Besuch von Außerirdischen in Empfang genommen werden kann.

Besonders angenehm: Die Stadt bekommt hierfür auch noch jährlich einen Landeszuschuss von elf Millionen Euro. Jedenfalls dann, wenn es nach den Oberbreisiger Karnevalisten geht, die gestern zu einem närrischen Umzug eingeladen hatten.

Ein sich auf einem Hänger drehendes, blinkendes Ufo, immer wieder abgefeuerte Feuerwerke und Marsmenschen in bunten Kostümen gaben einen ersten Vorgeschmack auf das, was die Stadt so zu erwarten hat. Der tolle Karnevalswagen wäre auch bei jedem Kölner Rosenmontagszug als besondere Attraktion gefeiert worden. So aber bekamen zunächst nur die Oberbreisiger das Raumschiff zu sehen, das einen optischen Höhepunkt des Karnevalsumzuges darstellte.

Wo sich die Mitglieder selber lieben

Pinguine, Mäuse, Piraten, Ritter und Wikinger standen am Straßenrand und warteten bei unfreundlich-windigem Wetter auf den mit leichter Verspätung in der Ortsmitte eintreffenden Zug der Karnevalisten. Angeführt wurde er von den Stadtsoldaten der KG, die ihre blau-weiße Garde im Schlepptau hatten.

Die Fidele Lähmdeuwele strapazierten ihre Instrumente, um die Oberbreisiger und die nachfolgenden, der Steinzeit entsprungenen Flintstones mit musikalischen Leckerbissen zu verwöhnen. Blumenmädchen sorgten derweil für eine optische Augenweide, während der Junggesellenverein überzeugend betonte, wie sehr sich deren Mitglieder selber lieben.

"Jeck op Karneval"

Aladin mit der Wunderlampe folgte in einem wohl im Orient gebauten Prunkwagen. Schon forscher waren da die Piraten, die ankündigten, das Oberdorf entern zu wollen. Es wird wohl eher die Dorfgaststätte im Anschluss an den Zug gewesen sein.

„Häuptling, Squaw und Marterpfahl: Wir sind jeck op Karneval“ lautete das Motto beim Indianerstamm, aus dessen Wigwam dicke Qualmwolken drangen. Vermutlich kochte Winnetous Ehefrau gerade. Die sich anschließenden „Hexen vom Kesselberg“ sahen zwar so aus, wie sie heißen: Die am Straßenrand stehenden Kinder ließen sich aber nicht besonders erschrecken, sondern forderten vielmehr lautstark Kamelle, die sie natürlich auch bekamen.

Zottelige Krümelmonster („Wir mögen Kekse“) waren ebenso unterwegs wie die Karnevals-Knallköpp, die sich als Überraschungseier präsentierten. Schlussendlich gab es noch eine Gruppe von „Steampunkern“, die sich ganz dem viktorianischen Zeitalter verschrieben hatten. Nach dem Zug ging es jeck weiter: Im ganzen Dorf war Party angesagt.