Zoch in Walporzheim

Jecken jubeln mit Gästen aus dem hohen Norden

WALPORZHEIM. Narren feiern ausgelassen ihren Straßenkarneval am Fuß der Bunten Kuh. Samba-Klänge und ein singender Bäcker vor der Josef-Kapelle.

Mit dem närrischen Fastnachtsumzug am Karnevalssonntag erlebte Walporzheim den Höhepunkt des Straßenkarnevals. Für beste Stimmung sorgten bunt kostümierten Narren, die in den Fußgruppen oder von den Wagen aus das Publikum am Rande mit jeder Menge Naschwerk versorgten. Klar, dass die Mitglieder der KG Bunte Kuh das Gros des Festzuges stellten: Da kamen Prunkwagen und gar eine Bimmelbahn daher, und da gab es – natürlich – zuhauf Kamelle vom Festwagen des Elferrats.

Höhepunkt war aber zweifelsfrei der Prinzenwagen mit Tollität Michael I. und seinem Adjutanten Markus Schimming. Sie sorgten als krönender Abschluss des Zuges für einen Kamelleregen über Walporzheim. So wie der Prinz strahlte aber auch Kinderprinzessin Soraia I. mit Adjutantin Michelle Krahforst und Hofdame Julia-Sophie Rösch.

Den Auftakt machten die kleinen Piraten der Kita Sausewind aus Ramersbach. Die „Walbeze Mädche und Jonge“ zogen als „Country Union“ einen 100 Jahre alten Leiterwagen durch den Ort und die Löwinnen der Showtanzgruppe „Just for fun“ verbreiteten jede Menge Spaß. Und dann wieder Piraten. „Hisst die Flagge, setzt die Segel – keiner kommt über unseren Pegel.“ Eine klare und unmissverständliche Ansage der Junggesellen.

Live Musik kam im Zug nicht nur von Spielleuten aus Heimersheim, Ahrweiler, Niederheckenbach oder den Ahrtal-Tramps, auch der singende Bäcker „Lamby“ aus Ahrweiler griff zum Mikrofon, tatkräftig unterstützt von Sängerin Silke und jeder Menge Zwergen. Vor allen deren Samba-Klänge kamen beim Skiclub Marienthal bestens an. Die hatten sich der Pistensuche wegen nämlich nach Brasilien verirrt und festgestellt, dass man dort auch gut Karneval feiern kann. Den Hick-Hack um den Kreis-Müll nahm der SV Walporzheim aufs Korn und führte die blau-weiße Tonne ein.

Ein sicher einmaliges Erlebnis dürfte der Umzug in Walporzheim für zwei Freundeskreise des aus dem hohen Norden stammenden Prinzen Michael gewesen sein. „Alte Kameraden“ einer ehemaligen KFOR-Einheit, die 1999 im Kosovo im Einsatz war, haben seither einen gemeinsamen Kegelclub, der es immer noch nicht fassen kann, dass ihr Mitstreiter nun das Prinzenornat trägt. Aus des Prinzen Heimatort Lüdingshausen angereist waren jede Menge Schneemänner, dahinter verbargen sich in erster Linie Familienmitglieder der Tollität, die sich längst den rheinischen Frohsinn angeeignet haben.