Bad Godesberg

Majestäten nehmen die Godesburg ein

Schön glatt ziehen: Die Godesberger Prinzenpaare und ihr Gefolge vor dem Hissen der Festausschuss-Fahne auf der Burg.

Schön glatt ziehen: Die Godesberger Prinzenpaare und ihr Gefolge vor dem Hissen der Festausschuss-Fahne auf der Burg.

Bad Godesberg. Das Godesberger Prinzenpaar, Tobias I. und Godesia Vanessa sehnen die tollen Tage herbei. Am Mittwoch nahmen die beiden zunächst einmal die Godesburg ein, am Sonntag soll das Godesberger Rathaus folgen.

Brrrr. Viel zu kalt und windig. Schon bei der Auffahrt zur Godesburg gab Präsident Armin Weins die Anweisung, dass Prinz und Godesia in diesem Jahr nicht die 162 Stufen hochklettern, um die Fahne des Festausschusses Godesberger Karneval zu hissen. Es wäre mit dem weiten Reifrock des Prinzessinnenornats auch was schwierig geworden.

Die Jungs ließen sich den Ausblick übers verschneite Rheintal am Mittwochnachmittag aber nicht entgehen: Tobias I. und Kinderprinz Benedikt I. liefen schnell die 32 Meter nach oben – macht ja auch warm und fit. Sie staunten über die Größe der weißen Flagge mit Schriftzug, die am Ende Günter Gottmann an den Mast hängte.

Fürs Prinzenpaar stand danach der Umzug an: Tobias Konrad Nolden und Vanessa Bettina Klasen – auch privat ein Paar – hatten ihre Wohnung in Lannesdorf abgeschlossen, um nun bis Aschmittwoch in ihrer Hofburg, dem Rheinhotel Dreesen, zu übernachten. Bei den vielen Karnevalsterminen ist es praktisch, sich mal nicht um Wäsche und Geschirr kümmern zu müssen. Daheim muss alles akkurat sein, da ist Klasen durchstrukturiert. „Aber im positivsten Sinne“, betonte der Prinz – der Mann fürs Handwerkliche im Haus.

Beiden ist der Karneval als Tradition wichtig. Nolden sitzt im Elferrat der Rheinhöhenfunken Oedingen, zu denen der 31-Jährige kam, weil er früher in Berkum wohnte. Von seiner Freundin gibt es ein Bild, wie sie 1988 als Einjährige beim Fischessen beim KGC Justitia schon dabei war. 2011 begann sie als Mariechen der Godesberger Stadtsoldaten. „Ich war direkt dem Verein verfallen“, sagte sie. Jetzt ist sie 30: „Da habe ich mir gedacht, die Röckchen müssen länger werden“. Sie spielte damit auf den Vorschlag ihres Herzblattes (ebenfalls Stadtsoldat) an, nach der Zeit als Maipaar der Schweinheimer Junggesellen 2017 noch einen draufzulegen. „Ich wollte Prinz werden“, sagte Tobias I. Dieser Wunsch ging also im Doppelpack mit seiner Liebsten in Erfüllung. Die findet das gut: „Wir können uns absprechen und gegenseitig helfen.“

Kennengerlernt haben sich die beiden 2015 bei einem Menschenkickerturnier der Karnevalsfründe Durschlöscher. Ein Jahr später zogen die Qualitätsmanagerin beim Presseservice Bonn und der selbstständige Kaufmann im Bereich Feinmechanik zusammen, Zwergkaninchen Queenie an ihrer Seite. Der Prinz spielt gern Elektrodart und ist leidenschaftlicher Fan des 1. FC. Köln, was er stolz als Tattoo auf seinem rechten Arm zeigt. Auch seine Freundin hat eins am Unterarm, wie sie verrät: „Eine Feder, die in Endlosschleife schreibt.“ Eingearbeitet sind die Initialen von ihr und ihrer Mutter, „V“ und „B“.

Die Godesia freut sich schon auf die Weiberfastnacht, wenn ihr Prinz die zweite Geige spielt. Das ist auch für Kindergodesia Laura I. (Michel) das Größte. Sie und Benedikt I. (Orts) bekommen von den Großen Bestnoten. „Die sind fantastisch, die zwei“, so Tobias I. Majestäten stonn zesamme.

Am Sonntag, 11. Februar, marschieren die Garden gegen 11.30 Uhr zum Rathaussturm (12 Uhr) an der Kurfürstenallee auf. Für Unterhaltung sorgen die Jodesberger Junge. Um 13.11 Uhr geht dort der Zug los.