"Et Tusnellchen" bewährt sich als Bodyguard

Bei Unkeler KG zündet eine Rakete nach der anderen - Für Freibier gibt Unkeler Reporter Alfons Mußhoff sein kommunalpolitisches Wissen preis

Unkel. "Ob Weinfest, Kirmes, Karneval, ob Rathausknatsch, ich bin am Ball!" Für`n Freibier gab der Unkeler Reporter Alfons Mußhoff all sein Wissen über kommunalpolitische Themen in Reimform preis.

Sehr zur Freude der Jecken in der bunt geschmückten Turnhalle, in die die Unkeler KG am Samstagabend zu ihrer großen Prunksitzung eingeladen hatte. Mit Mann und Maus, genauer mit Mini-Sternchen, Sternchen und Majoretten, war der Elferrat um Präsident Ewald Buslei, musikalisch begleitet vom Bläsercorps, knapp vier Stunden zuvor in den Saal eingezogen, um mit der Narrenschar dem Kinderprinzenpaar Hendrik I. und Verena I. einen würdigen Empfang zu bereiten.

Kaum hatte das Paar an der Ehrentafel Platz genommen, enterten Piraten die Bühne. Die "Grün-weissen Mädcher un Junge" aus Neuwied versicherten: "Wir sitzen alle im selben Boot!" In einem Parforce-Ritt jagte dann Marin Aschenbrenner die Pisa-geschädigte Erika Elmerich jung und mit Schwung durch die Dramen von Schiller, um dann ihren "Schwestern" von den Heisterer Möhnen, Petra Wallek und Edith Buchmüller, Platz zu machen. Sie gaben als frühreife Babys Erlebnisse aus dem Laufstall zum Besten.

"Razzia und Turn around", klang es plötzlich aus den Lautsprechern. "Hände hoch", befahlen die "New Diamonds", sechs ehemalige Majoretten, aber nur, um klatschend ihren Tanz zu untermalen. Die Sicherheit für den nächsten Gast hätten die Marshalls auch nicht übernehmen müssen, hatte der Hünnijer Prinz, Eberhard I. doch nicht nur seinen Hofstaat, sondern auch Prinzengarde und Funken mitgebracht.

"Echte Fründe stonn zesamme!", versicherte er den Unkeler Jecken. "Bloodwuuursch, Kölsch un e lecker Mädche", mehr brauchen auch die "Barhocker" nicht, um glücklich zu sein. Entsprechend hatte die Männergruppe sich einen weiblichen Bodyguard von der Straße aufgelesen, der sich zur Überraschung selbst des Elferrates als "et Tusnellche", eine Frau mit wahnsinnigem Körper und natürlicher Schönheit, entpuppte, die zum Abschluss ihrer jecken Karriere die Unkeler mit ihren Verzällcher noch einmal vom Hocker riss.

"Die Manege ist leer, die Luft ist raus", behaupteten die "Flying Dancers". Damit lagen die rothaarigen Clowns kurz nach 22 Uhr komplett verkehrt. Denn nachdem das Männerballett seine Tänze mit gewagten Hebefiguren beendet hatte, betrat der Lokalreporter die Arena. Das Unkeler Leitbild, die "Löwenburg" und den Unkeler Hof, die Sternenburg und das Bachems Haus sowie das Willy-Brandt-Center, nichts blieb bei Mußhoff unerwähnt.

"Weil Zuschüsse aus Mainz nicht fließen, muss das Freibad weiter schließen. Vielleicht schickte mehr Geld das Land, würd`s Bad nach Willy Brandt benannt!", mutmaßte er. Aber auch Verbandsbürgermeister Werner Zimmermann bekam sein Fett weg. Der würde als CDU-Mann nicht nur den roten Stadtbürgermeister "mein Freund Gerhard" nennen, sondern sogar zu Genossen in die Ukraine reisen.

Hausen wiederum sehe alles durch eine rosa-rote Brille. Begeistert vom Tourismus in der Stadt habe er einen Journalisten angerufen. "Da ist was los, ich zeig`s dir, klar. Wieviele, fragt Leo, sind denn da? Gerd sagt: Bringst du deine Frau noch mit, sind wir in Unkel schon zu dritt!"

Für diese närrischen Tön zündete die nächste Rakete, die sich auch die Majoretten samt Prinzessin Verena für ihren Showtanz verdienten. Super waren auch die "Bekendorfer Knallköpp" zu später Stunde mit ihrem "Eheklaav".