Große Kostümsitzung der KG Küzengarde Niederdollendorf

Geballte Frauenpower im Saal

Beste Stimmung in der Turnhalle: Mitsingen und Mitklatschen war angesagt bei den Jecken in Niederdollendorf.

Beste Stimmung in der Turnhalle: Mitsingen und Mitklatschen war angesagt bei den Jecken in Niederdollendorf.

NIEDERDOLLENDORF. Küzengarde-Sitzungspräsidentin Christa Sülzen besteht ihre Feuerprobe und weiß dabei nicht nur Jungfrau Winni aus dem Siebengebirgsdreigestirn hinter sich. In der Turnhalle an der Friedenstraße in Niederdollendorf gerät schon der Einzug zum närrischen Spektakel.

Jetzt geht’s los – auch die KG Küzengarde war nicht mehr aufzuhalten. Bei ihrer Großen Kostümsitzung in der Turnhalle an der Friedenstraße war das herrlich verkleidete Publikum außer Rand und Band. Und als auch das Siebengebirgs-Dreigestirn mit großem Gefolge von der KG Halt Pol samt Honnefer Stadtsoldaten die Bühne enterte, huldigten die Jecken Prinz Michael II., Bauer Johannes und Jungfrau Winni, die zur Melodie „Jetzt geht’s los“ tanzten. Die Damen im Saal mussten neidlos anerkennen: Dieses Mädel da oben auf der Bühne mit den langen blonden Zöpfen machte ihnen allen Konkurrenz.

Noch eine Dame sorgte an diesem Abend für Furore: Die Küzen haben erstmals in ihrer Geschichte eine Präsidentin. Und Christa Sülzen bestand diese Feuertaufe mit Bravour. Schon der Einzug war phänomenal. Mit dem 2017 gegründeten Kindertanzcorps und dem Elferrat sowie den Siegburger Funken Blau-Weiß samt Tambourcorps Siebengebirge Thomasberg war sie eingezogen und vom KG-Vorsitzenden Marc Heinekamp kurz präsentiert worden. „Hallo leev Karnevalsfründe, wat mäht dat denn do ovve, werden viele denken, aber nach 67 Jahren hat die Küzengarde die erste Präsidentin“, sagte Christa Sülzen. Dass sie „ziemlich aufgeregt“ war, merkte aber keiner. Sie hatte die Jecken gut im Griff.

Die Siegburger Funken gefielen mit den traditionellen Funkentänzen genauso wie mit Akrobatik. „Es war einmal ein treuer Husar“ oder „Leev Marie“: Das Publikum ging mit. Ganz süß die Pänz von der Küzengarde. Diese Eigengewächse, die erst wenige Auftritte hinter sich gebracht haben, eroberten die Herzen.

Und noch mehr atemberaubende Tanzgruppen: De Höppemötzjer von der KG Kölsche Narren-Gilde feiern in dieser Session ihr Goldjubiläum. Sie begeisterten mit akrobatischen Hebefiguren. Und die Höppebeenche aus Bergheim von der KG Grün-Weiß legten eine regelrechte „Flugschau“ hin. Nur Frauenpower. Noch einen Prinzen holte die Sitzungspräsidentin auf die Bühne – Prinz Peter vom Verein Freunde und Förderer des Niederdollendorfer Straßenkarnevals. Gewissermaßen die Dollendorfer Hausmacht. Der Herr Scha-mitz gefiel mit seinen Kalauern. Und auch de Huusmeister vum Bundesdaach machten Station in Niederdollendorf. „Unsere Chefin sagt, wir sollen uns nicht aufregen, wenn wir keine richtige Regierung haben“, berichteten Axel Foppen und Frank Fander aus der Hauptstadt. Na ja, im Siebengebirge gibt es derzeit ohnehin eine viel bessere Regierung: das Dreigestirn von der KG Halt Pol.

Die Kölsche Liederband Papallapap riss die Besucher von den Stühlen. Und zum Finale „zerlegte“ die Kölsch-Rock-Band Kempes Feinest mit fünf Jungs und einem Mädel den Saal. „Wenn du nit danze kanns“ oder „Melodie“, der aktuelle Sessionshit, machten Lust auf Mitsingen und Tanzen. Der Saal stand kopf.