Duisdorfer Schmitthalle

Bönnsche Funkentöter feiern in Sitzung 45-jähriges Bestehen

Gut gelaunte Duisdorfer feiern mit den Funkentötern ihr 45-jähriges Bestehen.

Gut gelaunte Duisdorfer feiern mit den Funkentötern ihr 45-jähriges Bestehen.

Bonn. Am Samstagabend ging es in der Duisdorfer Schmitthalle rund: Die Bönnsche Funkentöter hatten zur Karnevalssitzung eingeladen und feierten dabei ihr 45-jähriges Bestehen.

Man kann ja nicht zu jeder Karnevalssitzung gehen. Warum also zu der der Bönnschen Funkentöter von 1973? "Das ist nicht so groß hier, alles ganz normal", erklärte Michael Rockenfeld, der am Samstagabend in der Duisdorfer Schmitthalle mit Familie und Freunden an einem der hinteren Tische saß und zur Musik der Blömscher mitschunkelte. "Und nicht so feine Gesellschaft." Zur Sitzung der Bonner Stadtsoldaten etwa wolle er nicht.

Die Veranstaltung gefällt ihm so gut, dass er schon zum achten oder neunten Mal, genau wusste er es nicht, da war. Im letzten Jahr schon habe man sich abgesprochen, in welcher Kostümierung die Gruppe dieses Mal auflaufen würde: Man entschied sich für ein Skelett-Outfit à la "Dias de los muertos", wie es im letzten James-Bond-Film zu sehen war.

Die Karnevalsgesellschaft der Freiwilligen und Berufsfeuerwehr in Bonn macht im 45. Jahr ihres Bestehens anscheinend einiges richtig. "Das ist jedes Jahr aufs Neue phänomenal", bestätigte Angelique Borsch, die zum dritten Mal mitmachte und sich mit ihren Freundinnen als Schokobon-Gruppe präsentierte. "Die Acts und Tanzgruppen sind immer alle klasse." Das sahen viele andere Besucher ähnlich: Immer wieder wurden die Stühle bestiegen und man sah Paare in den Gängen tanzen.

45 Jahre ist ein stolzes Alter - aber in die Jahre gekommen fühlt man sich laut Pressesprecher und Senatspräsident Peter Strohe noch nicht. "Der Karneval macht keinen alt", sagte er, der selbst nicht mehr der Jüngste ist. "Er hält jung und erneuert sich immer wieder."

Die Funkentöter hatten sich zum 45sten kein komplett außergewöhnliches Programm ausgedacht, warteten aber doch mit einigen Hochkarätern auf, von den Cheerleadern des 1. FC Köln über Ne Knallkopp alias Dieter Röder bis zu den Cöllnern. Aber an der zunehmenden Kommerzialisierung der Karnevalsveranstaltungen wolle man sich nicht beteiligen. "Wir sind um ein brauchtumsgerechtes Programm bemüht", sagte Strohe. Man wolle Jung und Alt gleichermaßen gerecht werden. Im Sessionsheft wird Präsident Frank Hofmann, der wie gewohnt durch die Sitzung führte, deutlicher: Da spricht er sich gegen zunehmend gewinnorientierte Partyveranstaltungen aus, mit Programmen, die sich kleinere Vereine nicht leisten könnten. Letztlich solle aber jeder das Brauchtum feiern, wie es ihm gefällt.

Zum Glück gibt es noch Jecke, die den Vereinen treu bleiben, etwa Suzan Krayer. Ja, sie komme auch her, weil sie es zu Fuß nicht weit bis zur Schmitthalle hat, erzählte die Duisdorferin im Schneemann-Kostüm. "Ich bin aber auch hier, um die Vereine zu unterstützen." Sie wünschte den Funkentötern zum 45. Geburtstag, "dass sie weiterhin Nachwuchs haben". Mit dem Ehrenamt müsse es weitergehen.

Auf dem Programm standen auch Willi und Ernst, De Köbesse, die Tanzgruppe Höppemötzjer und die Band Lupo. Außerdem gaben sich Prinz und Bonna die Ehre. Dirk II. erzählte vom zehnten Geburtstag seines Sohnes, der sich einen Besuch bei der Feuerwehr gewünscht hatte. Diesen Wunsch habe man ihm in Duisdorf erfüllt, inklusive Führung und Runde auf der Drehleiter - schon alleine deshalb komme er gerne zu dieser Sitzung.