Zug in Hennef

Löwen, Tintenfische und ein glückliches Prinzenpaar in Hennef

HENNEF. Das Hennefer Narrenvolk bejubelt den Rosenmontagszoch, den 1228 Teilnehmer kunterbunt machen. Säckeweise Kamelle regnen auf die Jecken am Wegesrand.

Grandiose Stimmung herrschte am Rosenmontag beim Hennefer Karnevalszug, der für die meisten Jecken der Siegstadt der Höhepunkt der Session ist. Immerhin spielte das Wetter mit: Es blieb halbwegs trocken. Ein paar Schneeflocken trudelten zwischendurch herab, dann tat sich wieder der blaue Himmel auf und die Sonne strahlte auf die Narren, die sich trotz der Kälte tüchtig warm schunkelten.

Zwar sorgte der Warther Bahnübergang – zuverlässig wie jedes Jahr – für reichlich Verzögerungen, denn schließlich haben die Züge der Deutschen Bahn Vorrang gegenüber dem jecken Pendant. Dafür wurde das Fußvolk am Wegesrand mit großartig kostümierten Fußgruppen und fantastisch gestalteten Wagen für die Wartezeit entschädigt, die wie immer ein echter Hingucker waren. 1228 Teilnehmer, davon 955 Erwachsene und 273 Kinder unter 14 Jahren sowie insgesamt 18 Motto- und elf Bagagewagen, zogen durch Hennef und wurden frenetisch von den Jecken gefeiert. Staatse Kerle in Uniformen waren wie jedes Jahr sowohl die Geistinger Garde als auch die Hennefer Stadtsoldaten. Unter dem Motto „Zirkus“ bildeten die Stadtsoldaten die Spitze des Zuges. Für dieses Jahr hatten sie sich sogar aufgeteilt und nahmen mit jeweils einer Abordnung sowohl am Hennefer als auch am Uckerather Rosenmontagszug teil.

Toll gestaltete Kostüme

„Fastelovend sin mer widder do“ lautete der diesjährige Wahlspruch der „Pappnasen“, die als Clowns erneut für die bunten Farbtupfer im Zug sorgten. Überhaupt zeigten die Hennefer einmal mehr, dass sie wirklich niemanden brauchen, der ihnen sagt, wie man Karneval feiert. Die Stimmung am Zugweg war wieder großartig. Die Sövener Baujecken begaben sich auf Safari und präsentierten sich in Löwenkostümen, während die Sportfreunde Hennef mit ihrem „Jamaica-Motto“ für karibisches Flair im Zug sorgten. Wie immer lichtete auch die Fidele Flotte die Anker und stach mit ihrem Mottowagen ab dem Warther Kreisel als „Geisterschiff“ in See.

Für schöne Kostüme sorgten wie jedes Jahr die Geistinger Schmetterlinge, die sich diesmal als „Jeestinger Octopussy“ im Tintenfischkostüm in den Zug einreihten. Der Kirchenchor Sankt Michael Geistingen hatte sich mit dem Froschkönig ein märchenhaftes Motto gegeben und beeindruckte ebenfalls mit toll gestalteten Kostümen.

Natürlich reihten sich auch das Sövener Kinderprinzenpaar, Leon I. (Kemper) und Janine I. (Sieberz), samt Gefolge und das Bröler Prinzenpaar, Stefan II. und Caroline I. (Ries), in den kunterbunten närrischen Umzug ein und wurden von den Jecken entlang des Weges begeistert gefeiert.

Mit einem prachtvollen Prunkwagen zog die 70-köpfige Teilnehmergruppe der Karnevalsgesellschaft „Quer durch de Waat“, die mit dem 2,04 Meter großen Prinzen Wolfgang IV. und seiner Monika V. (Neuhöfer) das aktuelle Prinzenpaar stellt, durch die Hennefer Straßen. Die Tollitäten genossen, begleitet von Mitgliedern der KG in schmucken Kostümen, hoch oben auf ihrem Prunkwagen den Höhepunkt des Hennefer Straßenkarnevals. Sie versprühten wahrlich gute Laune und ließen es säckeweise Kamelle auf die Jecken am Wegesrand regnen.