Start in die Session

Siegburger Jecke eröffnen die fünfte Jahreszeit

Jecker Aufmarsch: Die Siegburger Karnevalsvereine treffen sich zum Karnevalsauftakt auf dem Marktplatz.

Jecker Aufmarsch: Die Siegburger Karnevalsvereine treffen sich zum Karnevalsauftakt auf dem Marktplatz.

SIEGBURG. Nach zwei Jahren hat es Jörg Sola-Schröder am Sonntag geschafft – zumindest fast: Mit nur knapp eineinhalb Minuten Verspätung eröffnete der Präsident des Siegburger Karnevalskomitees die fünfte und ausgefallenste Jahreszeit in der Kreisstadt.

Nach zwei Jahren mit reichlich Verspätung hat es Jörg Sola-Schröder am Sonntag geschafft – zumindest fast: Mit nur knapp eineinhalb Minuten Verspätung eröffnete der Präsident des Siegburger Karnevalskomitees mit mehr als 300 Karnevalisten und zahlreichen Zuschauern auf dem Marktplatz die fünfte und ausgefallenste Jahreszeit in der Kreisstadt.

Angesichts der Menge an Jecken, die, angeführt vom Vorstand des Karnevalskomitees, den Siegburger Funken Blau-Weiß und dem Tambourcorps Siebengebirge aus Thomasberg, durch die Fußgängerzone bis zum Marktplatz marschierten, war der pünktliche Start eine Herkulesaufgabe.

Auf Bürgermeister Franz Huhn, der gewöhnlich den Aufmarsch und den Auftakt persönlich abnimmt, mussten die Jecken in diesem Jahr verzichten: Er nahm in Frankreich an einer Gedenkfeier zum Waffenstillstand 1918 und dem Ende des Ersten Weltkriegs teil. Dafür hatte Huhn reichlich Ersatz organisiert: Die erste stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Haase-Mühlbauer, die alle 15 aufmarschierenden Karnevalsgarden, Gruppen und Vereine auf der Bühne vorstelle, sowie die Vizebürgermeister Stefan Rosemann und Lars Nottelmann empfingen die Jecken.

„Damit ist der Karneval offiziell eröffnet“, freute sich Komitee-Präsident Jörg Sola-Schröder – und mit ihm der gesamte Marktplatz. Applaus gab es vom noch nicht warm geschunkelten Publikum, das aus Platzgründen zum Teil hinter den Buden und Fahrzeugen des zeitgleich stattfindenden Streetfood-Festivals versteckt blieb. Für närrische Stimmung sorgten derweil das designierte Wolsdorfer Kinderprinzenpaar Elias I. und Katharina I., die – von Lampenfieber keine Spur – ihre Vorfreude auf die Session und die anstehende Proklamation am 13. Januar kundtaten.

An Vorfreude und närrischer Stimmung mangelte es auch dem designierten Prinzen Dirk I. (Wintrich) und seiner Siegburgia Jenny I. (Stangier) wahrlich nicht. Und Bald-Prinz Dirk I. wusste auch vor der Proklamationsfeier am 11. Januar in der Rhein-Sieg-Halle schon mit einem Augenzwinkern zu berichten, wer bald das Zepter der Stadt in der Hand halten wird: „Was ist der Unterschied zwischen dem Bürgermeister und einem Prinzen? Dem Prinzen jubeln 100 Prozent der Leute zu. Einem Bürgermeister … ich bin kein Wahlforscher.“

Mit Karnevalsliedern und kölschen Tön wurde der Sessionsauftakt zelebriert, aber auch mit rheinischem Street Food: Der Verkehrsverein Siegburg hatte unmittelbar neben den Karnevalisten sein „Schlemmerfest op Kölsch“ organisiert. Kölsche Töne, Jecke, Schunkeleien oder Kultgerichte der Kölner Küche sah man in den drei Burger-Buden“, am Crepes-Stand, im Suppenwagen und beim Bratwurst-Wägelchen nur vereinzelt, doch an Publikum mangelte es nicht.

Das galt auch für den traditionellen Reibekuchenwagen der Jugendbehindertenhilfe Siegburg, die an der Goldenen Ecke an bester Stelle stand, um die überraschend vielen Besucher des verkaufsoffenen Sonntagnachmittags auf Marktplatz, Kaiserstraße und Holzgasse im Blick zu behalten.