Farbenfrohes Spektakel

So schön war der Rosenmontagszug in Siegburg

SIEGBURG. Krönender Sessionsabschluss: Rund 2000 Aktive ziehen beim Siegburger Rosenmontagszug durch die Innenstadt. Die größte Gruppe stellen wohl die Siegburger Funken Blau-Weiss.

„Hau rein, viel Spaß“, rief Prinz Michael I. Zugleiter Rafael Sola Schröder zu, nachdem der am Montagmittag um genau 13 Uhr offiziell um die Freigabe des Rosenmontagszuges 2018 gebeten hatte. Dann setzte sich der gesamte Tross auf seinen circa 3,8 Kilometer langen Weg von der Brückberg-Kaserne aus durch die Siegburger Innenstadt in Bewegung.

Deutlich verschärft waren in der Stadt im Vergleich zum Vorjahr die Sicherheitsmaßnahmen. „Da, wo wir im letzten Jahr noch Gitterabsperrungen hatten, stehen dieses Mal Lastwagen“, berichtete der Zugleiter. Außerdem habe man die Anzahl der sogenannten Wagenengel erhöht. Statt bislang maximal sechs dieser Wagenbegleiter seien an diesem Rosenmontag bis zu acht Helfer pro Fahrzeug mitgelaufen, so Sola Schröder.

55 Gruppen und rund 2000 Aktive mit 28 Fest- und Prunkwagen, 25 Bagagewagen, einem Pferdegespann und zehn Musikkapellen boten ein fröhliches, buntes Bild. Alle Zugteilnehmer waren laut Sola Schröder angewiesen worden, für einen „schleunigen Durchmarsch“ zu sorgen, keine großen Lücken entstehen zu lassen und als Gruppe nicht bei jedem Bekannten stehenzubleiben.

Prinz: "Das behält man sein Leben lang"

Überglücklich zeigten sich die Tollitäten. „Das ist für mich das ganz große Finale einer tollen Session. Die Vereine haben uns getragen, die Menschen haben uns auf der Bühne gefeiert, das behält man sein Leben lang“, schwärmte der Prinz. Und seine Siegburgia Dani I. sagte, der Rosenmontagszug sei für sie „der krönende Abschluss ihrer Regentschaft und die letzte Möglichkeit, sich den Menschen im Ornat zu zeigen“.

 

Wieder dabei war auch das Prinzenpaar der Session 2016/2017, Daniel I. und Pia I., das sich erneut mit seinem damaligen Gefolge präsentierte. Kisten von Kamelle, Schokolade und Chips, aber auch Strüßjer und Pralinenschachteln wurden großzügig unters Volk gebracht. Wie die Wiesel flutschten vor allem die Pänz in Bodennähe zwischen den Beinen der übrigen Zuschauer durch und sammelten alles, was da geflogen kam. In Einkaufstüten, Taschen und Beuteln verstauten sie das Wurfmaterial. Ab und zu gab es aber auch ein Schnäpschen, das die Zugteilnehmer meist Bekannten oder Freunden am Wegrand zusteckten oder gleich mit ihnen an Ort und Stelle leerten.

Mariechen wirbeln durch die Luft

Immer wieder blieben die Karnevalsvereine mit ihren Spielmannszügen stehen, brachten den Jecken ein Ständchen, bei dem natürlich stets mitgesungen und geschunkelt wurde. Oder die Tanzgarden zeigten Kostproben ihres Könnens. Tanzoffiziere wirbelten die Mariechen unter dem Beifall der Zaungäste durch die Luft. Auf die wurde dann zur Belohnung jeweils ein „Dreifach Sibbursch Alaaf“ ausgerufen.

 

Die wohl größte Gruppe stellten die Funken Blau-Weiss, die mit Kind und Kegel beziehungsweise von den Kindertanzcorps bis zum Offizierscorps mit je einem Prunkwagen für die Senatoren und den Präsidenten samt Vorstand und außerdem mit ihrem Regimentsspielmannszug TC Thomasberg sowie dem Tambourcorps „Vereinigung Birken Honigessen“ teilnahmen. Aber auch alle anderen Traditionsvereine wie die Siegburger Musketiere, die Husaren Schwarz-Weiß, die Siegburger Ehrengarde oder die KG Rot-Weiß Kaldauen präsentierten Prunkwagen. Und natürlich „Die Tönnisberger“, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiern. Motto: „Mit Flower Power, Beat und Rock'n'Roll fiere mir fünnef Jahrzehnte raderdoll“.

Erstmals mit einem Prunkwagen dabei waren die „Siegburger Jecken“. Ebenfalls viel Freude bereiteten die zahlreichen Fußgruppen den Zuschauern. Beispielsweise das Kinderheim Pauline von Mallinckrodt, das sogar mit einer eigenen Tanzgruppe, den „Pauline Funken“, die Menge begeisterte. Mehr als vier Stunden lang schlängelte sich der Rosenmontagszug durch die Stadt, und trotz eines eisigen Windes genossen Tausende das farbenfrohe Spektakel. Viele von ihnen feierten dann nach dem Zug noch in verschiedenen Kneipen weiter.