Verleihung des Bonner Mäuseordens: „Kunst und Kultur brauchen Freiheit“

Verleihung des Bonner Mäuseordens : „Kunst und Kultur brauchen Freiheit“

Die jecke Auszeichnung geht in diesem Jahr an Isabel Pfeiffer-Poensgen, Elisabeth Einecke-Klövekorn und Dirk Kaftan.

. Für seine Dankesrede für die Verleihung des Bonner Mäuseordens kam der Bonner Generalmusikdirektor Dirk Kaftan am Sonntag als Bauer aus der Eifel – Kaftans Heimat – auf die Bühne im Haus der Springmaus. Kaftan verteilte Spitzen rund um die Baustelle Beethovenhalle und das Gebaren von Menschen in der Oper und sang als Zugabe am Klavier ein Lied über die Bonner Kultur, bei dem auch Politik und Verwaltung ihr Fett weg bekamen.

Begleitet wurde er dabei am Cajon von Brings-Schlagzeuger Christian Blüm, der zuvor die Laudatio auf Kaftan gehalten hatte. Der Sohn des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm lobte Kaftan, weil er „die klassische Musik aus der elitären Ecke holen“ wolle und dem Stigma der Hochkultur den Kampf angesagt habe.

Weitere Preisträger waren die NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Isabel Pfeiffer-Poensgen, und die Vorsitzende der Theatergemeinde Bonn, Elisabeth Einecke-Klövekorn. Über erstere sagte Laudator Franz Xaver Ohnesorg, Initiator des Klavier-Festivals Ruhr, sie habe durch ihre verschiedenen Stationen immer einen Bezug zum Karneval gehabt und verdiene sich den Orden durch ihre Beständigkeit, „absolute Verlässlichkeit“ und einen „angeborenen Durchblick“. In ihrem Ministerposten seien Karneval und Brauchtum „in den allerbesten Händen“.

„Kunst und Kultur brauchen Freiheit, um ihr Potenzial zu offenbaren“, sagte Pfeiffer-Poensgen, und dafür bräuchten sie finanzielle Planungssicherheit, oder – in Anlehnung an den Orden – „Mäuse“. Das Land gebe bis 2022 rund 300 Millionen „Landmäuse“, aber die „Stadtmäuse“ dürften sich nicht aus dem Staub machen.

Einecke-Klövekorn erhielt die Auszeichnung des Festausschusses Bonner Karneval, des Euro Theater Central und des Theaters Haus der Springmaus dafür, dass „sie gerne mit spitzer Feder die Finger in die Wunde lege“, erklärte Festausschuss-Präsidentin Marlies Stockhorst. Einicke -Kövekorn liege daran, dass die Kultur in Bonn „gelegentlich auch Mäuse anzieht“.

Abgerundet wurde das Programm mit einem Auftritt des Mäuseballetts Sternschnuppen Bockeroth und des Bonner Prinzenpaares.