Tollitäten aus dem Rhein-Sieg-Kreis

Traumschiff GA sticht in See

Holger Arndt (r.) vergisst das Fotografieren und schunkelt mit der Sankt Augustiner Prinzengarde um die Augustina Jessy I. und Prinz Basti I.

11.02.2015 SIEGBURG. Kaum war das Traumschiff GA gestern zu seiner Jungfernfahrt in See gestochen, da hatte es auch schon mit den ersten Turbulenzen zu kämpfen. Kurz nach 11.30 Uhr checkten die ersten Passagiere ein und brachten ordentlich Bewegung in die zum jecken Dampfer avancierte Siegburger GA-Redaktion.

Ranzels Prinzessin Yvonne I. stellte anschaulich unter Beweis, was geschieht, wenn eine gebürtige Kölnerin der Liebe wegen nach Österreich auswandert und dann ins Rheinland zurückkehrt, um Karneval zu feiern: Die Lieblichkeit aus Niederkassels Großherzogtum Ranzel und ihre Entourage erwiesen sich als überaus stimmgewaltiger Shanty-Chor und legten damit die Messlatte für alle ihnen folgenden Tollitäten sehr hoch.

In Anlehnung an das Sessionsmotto des Kreises - "Stau op de Brück, isch wääd verrückt" - hoben die Redakteure die zukünftige Bedeutung der Wasserwege hervor und hatten als Matrosen auf dem Traumschiff GA angeheuert. Farblich passte Mendens Prinzenpaar Berni I. und Cati I. wie auch sein Gefolge bestens in die blau-weiße GA-Crew. Und auch bei den Seemannsliedern, die Michael Lehnberg und Jörg Manhold - besser bekannt als GAng - spielten, erwiesen sie sich als äußerst textsicher. Ihren Sessionsorden verliehen die Mendener an Traumschiffkapitän Dominik Pieper. Als ausgewiesener Esel-Freund erhielt der natürlich auch den Orden der KG "Blau Wiesse Essele Menden".

Singen wollten auch Prinz Holger I., Bauer Peter und Jungfrau Chrissi aus Sieglar. Dazu schnappte sich der Prinz aus dem Vorstand der VR-Bank Rhein-Sieg die Gitarre von Vize-Käpt'n Lehnberg und begleitete sich selbst bei der Sieglarer Version des "Kölschen Jung". Die "zarteste Versuchung, seit es Augustinas gibt", hatte die Prinzengarde aus Sankt Augustin dabei und einen "Prinz, der immer die richtigen Worte findet". Obendrein können Prinz Basti I. und seine Augustina Jessi I. ordentlich schunkeln, von der Nordseeküste singen und Orden verteilen - dafür hat Leichtmatrose Lehnberg ihnen den GA-Orden verliehen. Mit "Heidewitzka, Herr Kapitän" verabschiedete die GAng die Sankt Augustiner und begrüßte die Abordnung der Husaren Schwarz-Weiß aus Siegburg, die einen Orden für Shanty-Barde Jörg Manhold im Gepäck hatten.

Heimisch fühlte sich das Prinzenpaar aus der Bröl an Bord der "GA-Deutschland". Prinz Christoph I. und Prinzessin Corinna I. hakten sich bei der Crew unter, sangen mit und zeichneten GA-Mitarbeiter Ingo Eisner mit ihrem Orden aus. "Je tiefer, umso besser", freuten sich die närrischen Majestäten aus Uckerath, als Käpt'n Jörg Manhold und sein Vize Michael Lehnberg "What shall we do with the drunken sailor" anstimmten. Wie wahr. Denn überzeugend beantworteten Elisabeth IV. und Thomas I. die Frage nach den betrunkenen Seemännern mit "Hoo-ray, and up she rises".

Dass es sich auch an Deck eines auf den Wogen des närrischen Frohsinns wankenden Dampfers tanzen lässt, zeigte Denise Biskup, ihres Zeichens Tanzmariechen der Ehrengarde aus Hangelar. Die Karnevalisten in Grün-Gelb hängten dem Matrosen mit der Kamera, Holger Arndt, ihren Orden um den Hals. Normalerweise fühlen sie sich an Land sehr viel wohler als auf hoher See. Davon zeugt der Orden von Hennefs Prinz Jörg III. und Prinzessin Ute I. in Form eines Laufschuhs. Gleichwohl gingen sie an Bord des GA-Traumschiffs, schunkelten im Gleichklang mit den Wellen und ehrten Matrose Ingo Eisner mit ihrem Orden.

Seine strahlenden Augen verrieten Troisdorfs Prinz Jörg II., der mit seiner Prinzessin Conny I. an die Waterkant zu Siegburg gekommen war: "Ich bin ein echter Hamburger Jung und fühle mich hier wie zu Hause", erklärte er und noch viel mehr. Nämlich, dass die Troisdorfer Narrenherrscher ein Herz für Kinder haben: "Met üch zesamme für die Pänz dieser Welt", heißt deren Motto, das Prinz und Prinzessin mit Leben füllen, indem sie Spenden sammeln. Fesche Bayern brachten Siegburgs Prinz Frank II. und seine Siegburgia Martina I. mit an Bord, gleichwohl zeigten sie sich nicht wasserscheu. Sie sangen von der Nordseeküste, verliehen Matrosin Nadine Quadt ihren Orden und wollten diese gleich mit an Land nehmen. Aber eine Seefrau bleibt bei ihrer Crew, und so begrüßte die Leichtmatrosin gleich die nächste Abordnung: Die Siegburger Ehrengarde war zusammen mit den Stallberger Tonknubbele und der Bürgergemeinschaft Blau-Gelb Stallberg, die das Prinzenpaar stellt, gekommen.

Inklusion leben Prinz Tim I., Bauer Peter I. und Jungfrau Sarah I,. die den weiten Weg von Much auf die GA Deutschland gefunden hatten. Das Dreigestirn der Lebensgemeinschaft Eichhof feierte an Bord Premiere. Der Prinz erkor Matrosin Anna Maria Beekes aus, die ein Telefongespräch unterbrechen musste, um seinen Orden gebührend in Empfang nehmen zu können. Auch Michelle von den Siegburger Husaren Grün-Weiß wusste sofort, wer ihren Orden bekommen sollte: Traumschiffkapitän Dominik Pieper. Die Tönnisberger ließen Celina tanzen, und mit den Siegburger Funken Blau-Weiß betrat erneut ein waschechter Hamburger das GA-Traumschiff: Heino Thon. Er steckte seine Mit-Funken an, die sangen, tanzten, schunkelten und sich mit einem lautstarken Ahoi wieder verabschiedeten. (Nadine Quadt)