15.000 sind jeck im Sunnesching

Wetter beschert Zug in Rheinbach Rekord

Rheinbach. Das Wetter beschert dem Rheinbacher Veilchendienstagszug zum Sessionsfinale einen Besucherrekord. Rund Tausend Teilnehmer ziehen durch die Stadt.

Aus seinem Geheimnis, wie es ihm gelang, den rund 1000 Teilnehmern des Rheinbacher Veilchendienstagszugs und den laut Polizei rund 15 000 Jecken an den Straßenrändern während des zweistündigen Umzugs Sonne satt zu schenken, machte Zugleiter Heinz Oltmanns kein Geheimnis: „Ich habe jeden Tag in der Kirche eine Kerze angezündet“, sagte Oltmanns und strahlte mit dem wärmespendenden Fixstern hoch oben am wolkenfreien Firmament um die Wette.

Die Premiere von Heinz Oltmanns als Zug-leiter war so gesehen sehr gelungen. Im vergangenen Jahr hatte der Zoch noch im strömenden Regen geendet und 2016 wegen eines herannahenden Sturmtiefs sogar eine Abkürzung nehmen müssen.

Um die Sonne hervorzulocken, hatten sich die 39 Zuggruppen in diesem Jahr auch besonders ins Zeug gelegt, was die Pracht der Wagen und die Kostümierung der Zugteilnehmer angeht. Selbst einem tropischen Wirbelsturm würde wohl die Skihütte trotzen, die Carsten Küpper, André Schneider und Marco Strang aus Rheinbach-Sürst, respektive Loch gezimmert haben. „Wir haben in sechs Monaten 65 Quadratmeter Holz verbaut, 4000 Schrauben, 250 Winkel und 150 Meter Kantholz“, berichtete Küpper. „Wir laufen Slalom auch ohne Ski“ suchten sich die handwerklich gewandeten Après-Ski-Alpinisten als Motto aus. „Fürs nächste Jahr reißen wir die Hütte nicht ab, sondern bauen sie für ein anderes Motto um“, so Küpper.

Großen Aufwand scheuten auch die Mitarbeiter der Physiotherapiepraxis Ohlerth und Steinbrüggen nicht, die zusammen mit den Jecken Hühnern aus Houverath durch die Straßen zogen: 1600 lange Luftballons in orangefarbener und roter Farbe hatten sie aufgepustet, um ihr Motto „Wir sind Feuer und Flamme für den Rheinbacher Karneval“ eindrucksvoll umzusetzen. „Jede von uns ist mit etwa 80 Luftballons unterwegs“, berichtete Lucia Röder. Die bei jedem Schritt wild wippenden Luftballons erzeugten die Illusion eines lebendig prasselnden Feuers.

Mit Feuereifer waren auch die Abiturienten des früheren Vinzenz-Pallotti-Kollegs (VPK) mit dabei: Mit „Echte Pallottiner kommen immer wieder“ beklagen sie den momentanen Abriss der einstigen Internatsgebäude des VPK. Ihren Baustellenwagen zierte die Pallottikirche, die sogar eine eigene Glocke beheimatete. „Die Kirche bleibt hoffentlich stehen“, sagte Abiturient Johannes Bruns.

Rheinbachs Christdemokraten luden unter der Ägide von CDU-Chef Markus Pütz zur Abgassonderuntersuchung ein: Als Reaktion auf die Diesel-Skandale der Autoindustrie schlugen sie vor, dass Dieselfahrer die Stadt künftig nur noch mit Fahrrädern, respektive Lasträdern erreichen sollen – wer es eilig habe, dem legten sie ein Rennrad ans Herz. Nicht als politische Forderung nach mehr Zebrastreifen sind die Streifenkostüme von Familie Ruberg und ihren schwarz-weiß-gestreiften Freunden zu verstehen, berichteten Metje und Tanja Ruberg. „Gestreift steht uns einfach gut“, sagten sie.

Als besondere Gruppe stach die Gro-Rhei-Ka Narrenzunft Prinzengarde 1895 hervor: Mehr als 80 Prinzengardisten jeden Alters begleiteten Prinzessin Astrid I. (Fassbender) durch den Zoch. Schließlich ist die Tollität – ganz nebenbei – Vorsitzende der Gro-Rhei-Ka.