Karneval in der Turnhalle der Marienschule

Gute Stimmung bei der Altstadtsitzung der RheinBühne

Mit trockenem Humor durch den Dschungel der Alltagsbegegnungen: Frau Kühne eröffnet das Programm der zweiten RheinBühne-Sitzung.

Mit trockenem Humor durch den Dschungel der Alltagsbegegnungen: Frau Kühne eröffnet das Programm der zweiten RheinBühne-Sitzung.

Bonn. Die zweite Altstadtsitzung der RheinBühne mit Musik und Comedy hatte weniger Besucher als erwartet, aber die Stimmung war toll. Moderator war wieder Stephan Unkelbach von Radio Bonn-Rhein-Sieg.

Keine Tanzmariechen, Elferräte, Tambourcorps und Tollitäten, aber auch keine basslastigen Karnevalsschlager aus der Konserve: Die Bonner Altstadtsitzung der RheinBühne ist weder traditionell noch Party pur. Mit dem Konzept einer Karnevalsveranstaltung mit Comedy und Musik waren die Veranstalter 2017 im Bierhaus Machold so erfolgreich, dass sie sich in diesem Jahr räumlich damit vergrößern wollten. Die Turnhalle der Marienschule, die sie für Sonntag mieteten, wurde zwar nicht annähernd so voll wie erhofft, aber die Stimmung war umso besser.

Dort erlebten zu Beginn rund 80 Zuschauer zum Auftakt Frau Kühne, die mit ihrer trockenen Art unter anderem über ihren Sohn, ihren Mann und Begebenheiten im Supermarkt berichtete. Die Comedy-Dame erwies sich als guter Eisbrecher. Danach gelang es der jungen Band Fiasko schon mit dem ersten Song, dass kaum einer im Saal auf den Bierbänken sitzenblieb. Und diese Stimmung hielt bis zum Ende an. Alleine Kabarettist Marcel Mann hatte es ein wenig schwer, das Publikum für sich zu gewinnen.

Als Moderator stellte sich wieder Stephan Unkelbach von Radio Bonn-Rhein-Sieg zur Verfügung. Er kündigte im Outfit eines römischen Legionärs auch die Bands Druckluft und Kempes Feinest sowie Lupo an. Letztere waren spontan eingesprungen, weil die eigentlich angesetzten Köbesse am Vormittag abgesagt hatten - Sänger Roger hatte keine Stimme mehr. Als Redner kamen noch Der Sitzungspräsident und Roberto Capitoni, der Standing Ovations erhielt, auf die Bühne. Sie alle erhielten - das immerhin erinnerte an den traditionellen Sitzungskarneval - Orden, die wie im letzten Jahr von Leuten aus dem Publikum überreicht wurden.

Das Publikum war begeistert

Die waren angetan vom Konzept. Anna und Paul wohnen in der Altstadt und mögen alternativen Karneval. Letztes Jahr waren sie bei der Kölner Stunksitzung, hatten aber dieses Jahr keine Karten bekommen. Ihr kam der Flyer zur Altstadtsitzung im Briefkasten gerade recht, "weil ich noch ein Weihnachtsgeschenk für ihn brauchte". Eine gute Wahl: Sie fühlten sich bestens unterhalten, und vielleicht kommen sie nächstes Jahr wieder.

Am Ende zählte Veranstalter Paul Leipertz, der mit Katharina Niehus die RheinBühne gegründet hat, rund 100 Besucher - halb so viele wie erhofft und sogar weniger als im Bierhaus. Für sie macht aber auch die gute Stimmung den Erfolg aus. Die beiden geben nicht auf - beliebte Veranstaltungen wie "Bonn steht Kopp" hätten auch mit Besucherzahlen unter den Erwartungen begonnen. "Man muss Durchhaltevermögen haben, wenn man etwas Neues etablieren möchte", so Niehus.