Lungenentzündung bremst jecken Tatendrang

<b>Erst mal schonen:</b>
Im Krankenhaus schöpft Ingrid I. (Nehrbauer) allmählich wieder Mut. Sie hofft, dass sie für den Rest der Session fit wird.

<b>Erst mal schonen:</b> Im Krankenhaus schöpft Ingrid I. (Nehrbauer) allmählich wieder Mut. Sie hofft, dass sie für den Rest der Session fit wird.

Die Dransdorfer Prinzessin Ingrid I. liegt im Malteser-Krankenhaus - Allmählich schlagen die Medikamente an, das Fieber sinkt - Sie will bei der verlegten Hofburgerstürmung dabei sein

Dransdorf. "Ich bin eine Kämpfernatur. Ich muss Karneval feiern." Ingrid Nehrbauer schaut optimistisch nach vorn, dass sie schon bald wieder auf dem Damm ist und das Malteser-Krankenhaus verlassen kann.

Am vergangenen Montag wurde die amtierende Prinzessin der Großen Dransdorfer KG dort mit einer Lungenentzündung samt Nierenbeckenentzündung eingeliefert.

"Die Bakterien sind wohl auf die Nieren geschlagen", sagt die 48-jährige gebürtige Bonnerin. Richtig gut fühlt sie sich noch nicht, vor allem beim Husten hat sie Schmerzen.

Trotzdem hofft Ingrid I. bei der bereits verlegten Hofburgerstürmung dabei zu sein. Am 12. Januar will sie um 19 Uhr mit Prinz Harry I. die Lambertusstube einnehmen.

Mittlerweile kann die Patientin schon wieder aufstehen, auch wenn es ihr dabei noch ein bisschen schwindelig ist. "Das Antibiotikum hat angeschlagen. Die Blutwerte bessern sich." Das Fieber ist auf unter 40 gerutscht.

Nach Weihnachten sah es noch ganz anders aus. Trotz Fieber und Schüttelfrost hatte sich Ingrid I. zum Karnevalstreffen auf dem Petersberg geschleppt. Erst dachte sie, alles wird besser. Am Ende kam sie mit einer verschleppten Grippe und dem Blutdruck im Keller auf die Station.

"Ich war am Boden zerstört, habe viel geweint", sagt die vierfache Mutter. Ihr Sohn Dennis (14) war voriges Jahr Dransdorfer Kinderprinz. Zur Familie gehören noch Dennis Zwillingsbruder Kevin sowie die erwachsenen Kinder Dirk und Sandra.

Nehrbauer hat mittlerweile auch schon zwei Enkel. "Jahrelang hatte ich mich gefreut", sagt sie. Prinzessin zu werden sei schon immer ein Traum gewesen. So nahm dieser Wunsch 2000 allmählich Form an, als die GDKG zu ihrer Außenstelle nach Hamburg fuhr.

Mit der Familie ihres jetzigen Prinzen ist das Ehepaar Nehrbauer schon lange gut befreundet, sie kegeln zum Beispiel zusammen. Deshalb hatten sich die beiden noch im selben Jahr bei der GDKG für die Regentschaft angemeldet. Am 19. November 2005 ging der größte Wunsch mit der Proklamation dann in Erfüllung.

"Wir hoffen, dass Ingrid I. zu den ersten großen Terminen wieder fit ist", sagt GDKG-Sprecher Hans Krämer. Neben der Hofburgerstürmung ist das der Fastelovend am 21. Januar.

Aber egal, wie es kommt: "Es gibt keine Ersatzprinzessin." Harry müsse sonst alle Termine alleine wahrnehmen, Kinderprinzessin Ingeborg I. könne ihn dann ja unterstützen. Doch davon will bei den Dransdorfer Karnevalisten keiner etwas wissen. Am wenigsten die Prinzessin, die sich zuversichtlich gibt.

Die Ärzte wollen sich am kommenden Montag äußern, ob sie schon zur Hofburgerstürmung darf. "Ich will bei allem dabei sein", sagt der große Karnevalsjeck. "Auch wenn ich dann keine Bäume ausreißen kann."

Schon jetzt steht das Telefon am Krankenbett kaum noch still, die Leute hoffen und bangen. Ingrid I. will nun schnell wieder gesund werden, denn die Narren "sollen doch ein bisschen von mir haben".