Der Vertrag auf dem Bierdeckel gilt

Jeck: Schon vor zehn Jahren haben vier Mendener beschlossen, das Dreigestirn 2011/12 - plus Adjutant - zu bilden.

Sankt Augustin. Den wohl wichtigsten Bierdeckel seines Lebens bewahrte Thorsten Müller im Nachttisch auf. Fast zehn Jahre lang. Dann war die Zeit für die Erfüllung des "Vertrages" gekommen, den vier Männer und ein Wirt an einem bierseligen Januarabend in ihrer Vereinskneipe abgeschlossen und auf der Pappe besiegelt hatten.

"So lange wussten wir schon, dass wir Mendener Dreigestirn werden wollen", erzählt Thorsten Müller, Prinz der Session 2011/2012.

Gemeinsam mit seinen Fußballkumpels Marco Thomas, Michael Pütz und Raimund Schmitz hielt er damals fest, im Jubiläumsjahr des SV Menden als blau-weiße Tollitäten das Karnevalszepter im Ortsteil zu schwingen.

"Wir waren schon damals gefragt worden, ob wir uns nicht vorstellen könnten, Dreigestirn zu sein. Aber wenn wir etwas machen, machen wir es richtig - und haben uns deshalb auf das Jubiläumsjahr des Vereins geeinigt", so Bauer Marco. "100 Jahre SV Menden - ein Karnevalsmärchen" lautet das Motto, unter dem die Herren "alles geben" werden.

Festgehalten auf der eckigen Pappe sind auch die Positionen: Von den Genannten konnte nur Michael Pütz in Rock und Perücke die bezaubernde Jungfrau abgegeben. "Als Jüngster im Bunde sehe ich einfach am besten aus", flachst der 32-Jährige. Schmitz sollte Adjutant sein.

Auch die Unterschrift von Costas Baodaniolis ist noch zweifelsfrei zu erkennen: Der Gastwirt unterzeichnete als Zeuge und künftiger Bewirter der Jecken. "Als wir mit dem Verein im Frühsommer in Bulgarien waren, war Costas gerade in Griechenland. Wir erinnerten ihn an seine Ansage, und er setzte sich ins Auto und fuhr zu uns, um an der Planung teilzunehmen", so Müller.

Zu dem Zeitpunkt hatte das Dreigestirn schon fast drei Jahre auf die Jeckenherrschaft gespart, um es richtig krachen lassen zu können. Begeistert brachte der Wirt in den vergangenen drei Monaten die "Hochburg" des Dreigestirns an der Burgstraße auf Vordermann. "Dort war vor Jahren mal eine Kneipe drin. Der Eigentümer hat uns die Räume sofort zur Verfügung gestellt, als er hörte, was wir vorhaben."

Ähnlich viel Unterstützung erfahren die Männer vom Verein: Alle sind mit dabei, zum Gefolge zählen 36 Jecke. Sogar einen Tanz haben sie einstudiert. Und zwar auf das Mottolied, für dessen Aufnahme Prinz Thorsten, Bauer Marco und Jungfrau Michaela ein Tonstudio buchten. "Musste natürlich was mit Bezug zum Fußball sein, also haben wir einen Text auf das WM-Lied von Südafrika gemacht", so der Prinz.

Statt "Waving Flag" schallt es ab sofort "Mer sinn jeck" durch den Rhein-Sieg-Kreis. Schon jetzt ist der neue "Zustand" für die Männer einmalig und mit viel Spaß gespickt: "Unsere Ornate haben wir vor ein paar Monaten bei 30 Grad im Schatten anprobiert. Da wussten wir gleich, was auf uns in den vollen Sälen zukommt", so Müller.

Mehr als 100 Auftritte stehen auf dem Programm der Mendener. Die jecke Messlatte hängt seit dem ersten Kontakt mit den Narrenvolk hoch. Schmitz: "So eine Proklamation wie die diesjährige habe ich noch nicht erlebt. Wenn das so weitergeht, wird die Session ein echtes Karnevalsmärchen."