Generalappell der Stadtsoldaten: Erster Tanz von Engbrocks und Orth

Lampenfieber beim Höhenflug : Erster Mariechentanz der Bonner Stadtsoldaten Lina Engbrocks und Michael Orth

Die Bonner Stadtsoldaten haben ihren Generalappell mit dem neuen Tanzpaar Lina Engbrocks und Michael Orth gefeiert. Aber auch die KG Dänemark Rut-Wiess und der Karnevalsausschuss Buschdorf Jecke startete am Wochenende in die Session.

Das erste Wochenende in der neuen Karnevalssession wurde natürlich auch in Bonn gefeiert. Während die Stadtsoldaten zum Generalappell antraten, feierte die KG Dänemark Rut-Wiess ihr eigenes Beethoven-Sessionsmotto und der Buschdorfer Karenvalsausschuss proklamierte Prinz Dirk II. und Prinzessin Nicole I. zu ihren neuen Regenten.

■ Alle Augen sind auf die Bühne gerichtet. Es ist der Generalappell. Der Aufritt muss sitzen. Die Aufregung des neuen ersten Bonner Stadtsoldaten-Tanzpaares ist verständlicherweise groß. Doch der Mariechentanz von Lina Engbrocks und Michael Orth glückt. So ist die Sessionseröffnung der Stadtsoldaten am Samstagabend vor rund 600 Gästen im Brückenforum in Beuel ein voller Erfolg.

„Vor dem ersten Auftritt bin ich immer aufgeregt“, sagt Orth. „Ohne Aufregung würde aber der Reiz fehlen. Dann könnte man es auch bleiben lassen.“ Beim Tanz auf der Bühne war den beiden die Aufregung nicht mehr anzumerken. Strahlend vollführten sie zahlreiche Drehungen und präsentierten akrobatische Hebefiguren. Dabei geholfen hat sicherlich, dass sie gut aufeinander eingestellt sind. Beide tanzen seit ihrer Kindheit bei den Stadtsoldaten, schon im Kadettencorps waren sie viele Jahre ein Tanzpaar. Doch natürlich trainierten sie für diesen Mariechentanz besonders hart. Man habe ihn die vergangenen zwei Monate drei Mal wöchentlich jeweils zwei Stunden geübt, so Orth.

Doch nicht nur für das Tanzpaar war der Generalappell ein besonderer Abend. Für manche stellte er sogar eine Ehre dar. So erhielt Herbert Raab einen Orden für die 50-jährige Mitgliedschaft bei den Stadtsoldaten. Darüber hinaus wurden zwei Gründungsmitglieder des inzwischen 40 Jahre alten Damenkomitees Bönnsche Blömche mit dem Orden des Regionalverband Rhein-Sieg-Eifel (RSE) für besondere Verdienste um den Karneval geehrt. Überreicht bekamen ihn Edelgard Jacobs und Gisela Maintz von Helga Hoffmann. „Das ist für mich eine ganz besondere Ehre“, so Hoffmann, die Vorsitzende des Bezirks Bonn im RSE ist. Schließlich durfte sie den Orden am Samstag an ihre Kameradinnen aus dem Komitee verleihen.

■ Die KG Dänemark Rut-Wiess 1926 will sich am Sessionsmotto „Jötterfunke överall – Ludwig, Bonn un Karneval“ beteiligen und hat sich ebenfallsein Bethoven-Thema gegeben: „Beethoven is 2020 överall, och bei uns Däne im Karneval“.  Am Samstagabend feierte man im Lindenhof mit rund 100 Gästen den Sessionsauftakt.

Bei der Traditionskarnevalsgesellschaft aus Dottendorf herrschte wie üblich eine familiäre Atmosphäre. Schließlich sind heute viele Söhne und Enkel der Gründer von 1926 aktiv. Für gute Stimmung unter den Gästen sorgten die Tanzgarde KG Bergfunken aus Bad Godesberg, der Sänger Morgi Rocks und der Musiker JP Weber. Bei seiner Interpretation von Liedern der Bläck Fööss sangen alle mit. „Das war schon ein Highlight, aber alle auftretenden Gruppen sind gut angekommen“, sagte Heinz Geyer von der KG Dänemark.  Außerdem wurden die aktiven Mitglieder mit dem Sessionsorden geehrt.  Nächster Höhepunkt der Session wird für die Karnevalisten die Bürgersitzung am 8. Februar.

■ Die Buschdorfer Mehrzweckhalle war schon fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als am Freitagabend pünktlich um 19:11 Uhr der Karnevalsausschuss Buschdorf mit dem Musikzug Bergklänge Heisterbacherrott einmarschierte. „Wir haben unser Programm etwas ändern müssen“, sagte Vorsitzender Joachim Engel, „denn die Tanzgarde, die weit vorne im Programm steht, muss erst noch Sankt Martin feiern“. Der Martinszug in Buschdorf und die ersten Stunden der Sitzung überschnitten sich. Auch das Schnörzen sollte den Kindern nicht genommen werden, so wurde ihr Auftritt im Programm nach hinten verschoben. Ohne sie ging es aber auch nicht an diesem Abend, die Tanzgruppe ist mächtig gewachsen und hat um die 40 Kinder.

Das Prinzenpaar für die Session 2019/20 konnte selbstverständlich erst ausgerufen werden, nachdem Prinz Shu I. und Prinzessin Xin-Ying I. offiziell verabschiedet wurden. „Sie waren das erste chinesische Karnevalsprinzenpaar überhaupt und beide haben das am Ende ganz toll gemacht“, sagte Engel. Auch das amtierende Bonner Prinzenpaar, Prinz Richard I. und Bonna Katharina III., bekamen im Programm ihren Auftritt. Die Proklamation von Prinz Dirk II. und Prinzessin Nicole I. für die neue Session ließen sich Ehrenmitglied und Ex-OB Jürgen Nimptsch und der stellvertretende Bezirksbürgermeister Wolfgang Maiwald nicht nehmen.

Ausgestattet mit den Insignien der närrischen Macht übernimmt das Prinzen-Ehepaar Höck in der Session 2019/2020 in Buschdorf die Führung. Der stellvertretende Vorsitzende des Karnevalsausschusses Kay Nettekoven beschreibt das sympathische Buschdorfer Ehepaar: „Er is ne echt bönnsche Jung. Sie, die Frau vom Niederrhein mit Eifeler Wurzeln. Beide sind fußballverrückt. Obwohl sie unterschiedlichen Vereinen zujubeln, sind sie ein Herz und eine Seele.“

Gruppen, wie zum Beispiel Kempest Feinest, Colonia Ahoj, Kammerkätzchen und Kammerdiener sowie Krageknöpp sorgten am laufenden Band für Stimmung im Saal. „Die vorgesehene Pause im Programm wurde bisher immer überspielt“, so Engel.

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